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Neu formierter Rat sieht Ansiedlung von Discounter kritisch
Wieder alles auf Null

Die GfG aus Korbach will in Bad Laasphe auf einem Teilstück des Parkplatzes neben der Sparkasse einen Lebensmittel-Discounter bauen. Aus der Politik gibt es jedoch Signale, dass nicht unbedingt großes Interesse mehr daran besteht.
  • Die GfG aus Korbach will in Bad Laasphe auf einem Teilstück des Parkplatzes neben der Sparkasse einen Lebensmittel-Discounter bauen. Aus der Politik gibt es jedoch Signale, dass nicht unbedingt großes Interesse mehr daran besteht.
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howe Bad Laasphe. Gespräche hat es vorige Woche hinter verschlossenen Türen gegeben, nach SZ-Informationen mit den Fraktionsvorsitzenden der Ratsfraktionen. Und die sollen sich im Namen ihrer Fraktionskollegen durchaus kritisch über die Ansiedlung eines Netto-Marktes auf einem Teilstück des Parkplatzes neben der Sparkasse in Bad Laasphe geäußert haben. So richtig, das scheint das Ergebnis zu sein, hat man in der Lahnstadt kein großes Interesse mehr an einem weiteren Discounter. Das dürfte auch erklären, warum sich in der Angelegenheit seit April 2019 nichts bewegt hat.

howe Bad Laasphe. Gespräche hat es vorige Woche hinter verschlossenen Türen gegeben, nach SZ-Informationen mit den Fraktionsvorsitzenden der Ratsfraktionen. Und die sollen sich im Namen ihrer Fraktionskollegen durchaus kritisch über die Ansiedlung eines Netto-Marktes auf einem Teilstück des Parkplatzes neben der Sparkasse in Bad Laasphe geäußert haben. So richtig, das scheint das Ergebnis zu sein, hat man in der Lahnstadt kein großes Interesse mehr an einem weiteren Discounter. Das dürfte auch erklären, warum sich in der Angelegenheit seit April 2019 nichts bewegt hat. Damals stellten Hubert Thorwirth und seine Tochter Nadia Thorwirth-Vahl von der Korbacher Geschäftsraumvermittlung Immobilien GmbH (GfG) und Norbert Kittler von der KIZ Unternehmensgruppe aus Bad Soden-Salmünster das Netto-Markt-Projekt vor.

Nahezu einhellig signalisierte der Hauptausschuss seine Zustimmung, sodass der GfG kurz darauf ein Vorkaufsrecht auf das städtische Grundstück vis à vis zum Rathaus eingeräumt wurde – ein Umstand, der Politik und Verwaltung heute natürlich in die Zwickmühle bringt. Wie die Siegener Zeitung erfuhr, sollen die Fraktionen zuletzt heiß diskutiert haben, wie man aus der Nummer heraus kommt, würde man der GfG den Bau des Marktes verwehren. CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Wagner betonte am Dienstag auf SZ-Anfrage, er habe allen genau diese Problematik vor Augen geführt und vor einem Rückzug gewarnt. „Die ein oder andere Partei kann sich nicht mit dem Markt anfreunden. Das Stimmungsbild bei uns ist aber ein anderes“, so der CDU-Chef.

Kontroverse Meinungen im Rat

Auch FDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Preis bestätigte, dass es kontroverse Meinungen innerhalb der Politik gebe. „Wir haben den Rat ja neu gewählt“, da seien etliche Neulinge hinzugekommen, die das Thema anders sähen. Die Grünen, das ist kein Geheimnis, liebäugeln seit geraumer Zeit mit einer Lebensmittelanbieter-Lösung direkt in der Altstadt. Und SPD-Fraktionsvorsitzender Samir Schneider formulierte gegenüber der SZ, er habe erstmals im Januar die Pläne seitens der Investorenfamilie vorgestellt bekommen. „Wir haben in der SPD-Fraktion einen großen Fragenkatalog aufgestellt, der bisher noch nicht beantwortet wurde“ – unter anderem Fragestellungen zur Nachhaltigkeit, zu den Parkplätzen oder zu einer möglichen Photovoltaiknutzung, um nur einige Beispiele zu nennen. Samir Schneider: „Wir müssen die Leute überzeugen, dass das Projekt einen Mehrwert für die Stadt hat.“ Diesen Mehrwert sehe er zurzeit noch nicht. Unter anderem wolle er wissen, wie das Parkplatzproblem gelöst werde – bei 400 Kunden pro Tag und lediglich 61 Stellplätzen. Ich hoffe, die Familie Thorwirth kann die Politik überzeugen, wenn sie ihr Projekt im Juni noch einmal vorstellt. Ich bin gespannt auf die Präsentation“, formulierte Samir Schneider im SZ-Gespräch.

"Wenn man das Projekt in die Ecke wirft,
hat man stadtentwicklungstechnisch was verpasst."

Hubert Thorwirth
GfG-Geschäftsführer und Investor

Wie dem auch sei: Mit allen Fraktionen ist vereinbart, dass die GfG ihr Bauvorhaben noch einmal in einer Juni-Sitzung vorträgt. „Vielleicht auch mit der ein oder anderen Modifizierung“, wie es Hubert Thorwirth im Gespräch mit der Siegener Zeitung erläuterte. „Wenn man das Projekt in die Ecke wirft, hat man stadtentwicklungstechnisch was verpasst“, stellte der Planer fest.

Keine Alternative zum Projekt

Er sehe ein, dass es viele Neue im Stadtrat gebe, denen wolle er die Planungen gerne erläutern. „Aber wenn man alles real betrachtet, gibt es keine Alternative zu dem Projekt.“ Vor etlichen Jahren – und er kenne Bad Laasphe seit 45 Jahren – habe man in der Lahnstadt diskutiert, dass ein Versorger so dicht wie möglich an die Altstadt heran müsse. „Das Angebot mit dem Nahversorger hilft sogar, die Altstadt weiter zu beleben. Das wäre erst der Anfang für die Altstadt“, so Hubert Thorwirth.

Würde sich die Stadt Bad Laasphe diese Chance mit einem Discounter an der Stelle entgehen lassen, wäre das sehr schade. Und mit Blick auf das erteilte Vorkaufsrecht: „Das kann ich mir nicht vorstellen, dass von dem Projekt Abstand genommen wird. Wir haben ja Verträge abgeschlossen. Das wäre sehr unglücklich“, konstatierte der Investor aus Korbach. An dem Objekt sei nichts auszusetzen, es unterbreite ein großes Angebot.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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