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Noch lange nicht gerettet
WKW hat trotz Werksschließung zu kämpfen

Die Gebäude am ehemaligen WKW-Standort in Banfe sind hervorragend in Schuss, zum anderen hat die Genehmigung für die Eloxalanlage weiterhin Bestand. Der Automobilzulieferer aus Wuppertal ist zuversichtlich, einen Abnehmer für die Immobilie zu finden.
  • Die Gebäude am ehemaligen WKW-Standort in Banfe sind hervorragend in Schuss, zum anderen hat die Genehmigung für die Eloxalanlage weiterhin Bestand. Der Automobilzulieferer aus Wuppertal ist zuversichtlich, einen Abnehmer für die Immobilie zu finden.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

vö Banfe/Wuppertal. Die Schließung des Produktionsstandortes Banfe durch den Wuppertaler Automobilzulieferer Walter Klein (WKW) Ende März kam für Kenner der Szene nicht mehr überraschend. Zu groß wurde der Druck auf eine ganze Branche in jüngster Vergangenheit. WKW begründete die Entscheidung gegen Banfe mit der Tatsache, dass sich die Gruppe gesund schrumpfen müsse, um überhaupt auf dem Markt bestehen zu können. Die Konkurrenz aus Fernost werfe ihre Produkte zu Billigtarifen auf den Markt, hinzu komme, dass die Umstellung der Antriebsart hin zur Elektromobilität nicht spurlos an der Industrie vorüber gehe. WKW ist weltweit unterwegs, produziert in Deutschland, Ungarn, Frankreich, Monaco, Tunesien und den Vereinigten Staaten. In Banfe fielen über 200 Arbeitsplätze weg.

Banfe/Wuppertal. Die Schließung des Produktionsstandortes Banfe durch den Wuppertaler Automobilzulieferer Walter Klein (WKW) Ende März kam für Kenner der Szene nicht mehr überraschend. Zu groß wurde der Druck auf eine ganze Branche in jüngster Vergangenheit. WKW begründete die Entscheidung gegen Banfe mit der Tatsache, dass sich die Gruppe gesund schrumpfen müsse, um überhaupt auf dem Markt bestehen zu können. Die Konkurrenz aus Fernost werfe ihre Produkte zu Billigtarifen auf den Markt, hinzu komme, dass die Umstellung der Antriebsart hin zur Elektromobilität nicht spurlos an der Industrie vorüber gehe. WKW ist weltweit unterwegs, produziert in Deutschland, Ungarn, Frankreich, Monaco, Tunesien und den Vereinigten Staaten. In Banfe fielen über 200 Arbeitsplätze weg.

Im aktuellen SZ-Gespräch räumt Unternehmenssprecherin Monika Kocks ganz offen ein, „dass wir auch nach der Werksschließung in Banfe noch lange nicht über den Berg sind“. Derzeit seien zwar alle Produktionskapazitäten ausgelastet. Dennoch: „Es wird in Zukunft extrem schwierig, wir haben echt massiv zu kämpfen.“ Aktuell habe WKW für den Standort Velbert mit der IG Metall einen Tarifvertrag abgeschlossen, mit dem rund 500 Arbeitsplätze erhalten werden sollten. Dies wiederum sei aber nur möglich, weil die Arbeitnehmer große Abstriche bei ihren Bezügen machten.

Natürlich machen wir dem Kunden deutlich, dass er bei uns auf Qualität setzen kann. Aber das zählt momentan einfach nicht – so bitter diese Erkenntnis auch ist.
- Monika Kocks, Unternehmenssprecherin

Monika Kocks gibt Einblick in eine Branche, die angesichts der politischen Weichenstellungen stark verunsichert sei. Hersteller stellten ganze Baureihen ein, mit denen auch Zulieferer langfristig geplant hätten. Auf diese Weise solle Kapital frei werden für die geforderte Umstellung auf Elektromobilität. Hinzu komme, dass die Konkurrenz aus Fernost, derzeit den Markt mit Produkten zu Billigpreisen überschütte: „Natürlich machen wir dem Kunden deutlich, dass er bei uns auf Qualität setzen kann. Aber das zählt momentan einfach nicht – so bitter diese Erkenntnis auch ist.“

WKW lasse in Banfe aktuell noch eine Restproduktion laufen – allerdings nicht mehr in den eigenen Räumen, sondern in den von der benachbarten Firma Jung angemieteten Hallen, wie Monika Kocks durchblicken ließ. „Wir möchten unser Gelände in Banfe verkaufen und sind durchaus optimistisch, dass wir ein Unternehmen finden, das Interesse am Standort findet“, so die Unternehmenssprecherin.

Gebäude in sehr gutem Zustand

Zum einen seien alle Gebäude hervorragend in Schuss, zum anderen habe die Genehmigung für die Eloxalanlage weiterhin Bestand. Wie berichtet, hat die Firma Berge-Bau den Auftrag über die Vermarktung des Areals im Banfetal erhalten. Monika Kocks: „Sie kennen sich in der Region hervorragend aus und haben sehr gute Kontakte.“

WKW bedauere die Standortschließung auch vor dem Hintergrund, dass die Region mit der angekündigten Schließung des Aldi-Zentrallagers in Bad Laasphe einen erneuten heftigen Nackenschlag hinnehmen musste: „Wir hoffen deshalb, dass sich für Banfe ein Unternehmen findet, dass den Standort haben möchte und nach Möglichkeit wieder viele Arbeitsplätze vor Ort schaffen kann.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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