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220 Arbeitsplätze betroffen
WKW schließt das Banfer Werk zum 31. März 2021

Das Banfetal verliert seinen größten Arbeitgeber: Der Wuppertaler Automobilzulieferer Walter Klein GmbH & Co. KG (WKW) gibt seinen Wittgensteiner Standort auf – spätestens zum 31. März 2021.
  • Das Banfetal verliert seinen größten Arbeitgeber: Der Wuppertaler Automobilzulieferer Walter Klein GmbH & Co. KG (WKW) gibt seinen Wittgensteiner Standort auf – spätestens zum 31. März 2021.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Martin Völkel (Redakteur)

vö Banfe. Eine Hiobsbotschaft für das Wittgensteiner Land und speziell für den Raum Bad Laasphe, die sprachlos macht: Der größte Arbeitgeber im Banfetal schließt seine Werkstore – und zwar für immer. Wie am Freitag bekannt wurde, gibt der Wuppertaler Automobilzulieferer Walter Klein GmbH & Co. KG (WKW) sein Werk in Banfe zum 31. März 2021 auf. Die Mitarbeiter wurden von der Geschäftsführung in einer Belegschaftsversammlung informiert, 220 Arbeitsplätze gehen der Region verloren. Selbst für langjährige Mitarbeiter kam die Nachricht ziemlich überraschend, wie die Siegener Zeitung am Abend erfuhr.

„Das ist eine ganz schwierige Entscheidung gewesen, die die Geschäftsführung zu überbringen hatte. Aber sie war leider alternativlos.

Banfe. Eine Hiobsbotschaft für das Wittgensteiner Land und speziell für den Raum Bad Laasphe, die sprachlos macht: Der größte Arbeitgeber im Banfetal schließt seine Werkstore – und zwar für immer. Wie am Freitag bekannt wurde, gibt der Wuppertaler Automobilzulieferer Walter Klein GmbH & Co. KG (WKW) sein Werk in Banfe zum 31. März 2021 auf. Die Mitarbeiter wurden von der Geschäftsführung in einer Belegschaftsversammlung informiert, 220 Arbeitsplätze gehen der Region verloren. Selbst für langjährige Mitarbeiter kam die Nachricht ziemlich überraschend, wie die Siegener Zeitung am Abend erfuhr.

„Das ist eine ganz schwierige Entscheidung gewesen, die die Geschäftsführung zu überbringen hatte. Aber sie war leider alternativlos. Wir haben keine andere Chance, als uns als Unternehmen gesund zu schrumpfen“, erklärte Unternehmenssprecherin Monika Kocks im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Die Entwicklung sei umso bitterer, weil viele Kollegen über lange Jahre im Unternehmen seien und stets eine hervorragende Arbeit geleistet hätten. Auf Banfe sei in all den Jahren immer Verlass gewesen: „Es geht ein riesiges Know-How verloren.“

Der Wuppertaler Automobilzulieferer – mit Standorten in Deutschland, Ungarn, Frankreich, Monaco, Nord-Afrika und Nordamerika – stellt Zier- und Funktionsbauteile aus Aluminium, Stahl und Kunststoff her. Das Unternehmen zählt nahezu alle renommierten Automobilhersteller zu seinen Kunden und beschäftigt weltweit mehr als 4000 Mitarbeiter. In Nordrhein-Westfalen produziert die WKW-Gruppe an vier Standorten mit einer Belegschaft von etwa 2500 Personen. „Mit Bedauern“, so heißt es in der Pressemitteilung, teile nun die Geschäftsleitung mit, dass im Werk in Banfe eine Teilbetriebsschließung geplant sei. Ein Großteil der dort ansässigen Fertigung wird voraussichtlich bis zum 31. März 2021 schrittweise an andere Standorte der Gruppe verlagert bzw. eingestellt. Hintergrund dieser Maßnahme sei die sich seit einigen Monaten abzeichnende mangelnde Auslastung, die der Entwicklung im wirtschaftlichen Umfeld der Automobilzulieferindustrie entspreche

Sprecherin Monika Kocks ging noch mehr ins Detail: Die Hersteller seien gezwungen, riesige Summen in neue Antriebstechniken zu investieren, daran führe angesichts der Entwicklungen in jüngster Vergangenheit kein Weg vorbei. Geld, das an anderer Stelle fehle und eingespart werden müsse. „Deshalb wird zunehmend bei Zulieferern auf dem chinesischen Markt eingekauft. Mit deren Preisen können und wollen wir mit unseren qualitativ hochwertigen Produkten nicht mithalten. Dort werden Preise geboten, die für uns nicht realistisch sind.“ WKW sei nicht der einzige Zulieferer in Deutschland, den die aktuelle Entwicklung derart in Bedrängnis bringe.

Durch die Teilbetriebsschließung des Werks in Banfe entfielen etwa 220 Arbeitsplätze, so die Angaben des Unternehmens. In den kommenden Monaten solle unter Einhaltung von Lieferverpflichtungen für auslaufende bzw. zu verlagernde Serien stufenweise die dortige Produktion an andere Standorte verlagert bzw. eingestellt werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der Personalabbau werde entsprechend der tatsächlichen Verlagerung des Werks schrittweise erfolgen. Die Geschäftsleitung werde zeitnah mit der Arbeitnehmervertretung Gespräche mit dem Ziel aufnehmen, möglichst sozialverträgliche Lösungen zu vereinbaren.

Auch dies konkretisierte Monika Kocks: Bereits ab nächster Woche würden Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung aufgenommen: „Unser Bestreben war und ist es, offen und offensiv zu informieren und faire Lösungen für jeden Kollegen zu finden.“ Ob Mitarbeiter aus Banfe an einem anderen WKW-Standort eine Chance haben? „Das wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“ WKW sei sich der besonderen Verantwortung für den Standort Banfe bewusst, den der verstorbene Inhaber Gert Mayer mit sehr viel persönlichem Einsatz und Herzblut betrieben habe. Nicht zuletzt sei auch dessen Stiftung eine Verpflichtung für die Zukunft.

Eine offizielle Stellungnahme aus der Belegschaft war am Freitag nicht mehr zu bekommen – zu tief saß der Schock nach der Belegschaftsversammlung. Klar ist, dass viele Mitarbeiter am Banfer Standort seit vielen Jahren ihren Arbeitsplatz hatten. Das Unternehmen war auch durchaus bekannt dafür, ungelernten Menschen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben – mit Perspektive und einem gesicherten Einkommen. Die Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung dürfte für die betroffenen Mitarbeiter alles andere als eine einfache Aufgabe werden – denn auch andere Automobilzulieferer müssen sich den Herausforderungen des Wandels in der Branche stellen. Speziell in Südwestfalen sind das zahlreiche Firmen.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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