Wo der Eisvogel fliegt und die Orchideen blühen

Puderbach stellte sich als einziges Laaspher Dorf dem Wettbewerb

JG Puderbach. Früher war es eine Puderbacher Problemzone, mittlerweile ist es ein gern genutzter und schön gestalteter Ort der Begegnung in der Puderbacher Dorfmitte. Und gestern war die Buswende der Treffpunkt für Einheimische und Bewertungskommission des Wettbewerbs »Unser Dorf soll schön werden – unser Dorf hat Zukunft«. »Man findet hier zu jeder Tageszeit Puderbacher«, so Ortsvorsteher Herbert Marczoch. Ganz allein hielt Puderbach diesmal die Laaspher Fahne im Wettbewerb hoch. Seit Jahren macht der Ort, dessen Dorfgemeinschaft fast sprichwörtlich im Lahntal ist, mit.

Bei einem Spaziergang im morgendlichen Sonnenschein präsentierte sich ein Dorf, das vor allem idyllisch und schön liegt. So dass der Ortsvorsteher die Kommissions-Mitglieder direkt einlud, demnächst noch einmal wieder zu kommen, um das Kirschwiesenbachtal mit seiner Pflanzenvielfalt hinauf zu wandern. Nicht unten im Tal und nicht obendrauf, sondern auf halber Höhe: »Das ist eine der schönsten Strecken in Wittgenstein.«

Dass der Ort gerade ökologisch viel zu bieten hat, das zeigte auch eine Studie des Ortes von der NABU-Jugendgruppe. Friedrich-Wilhelm Becker und der 17-jährige Florian Kring, dessen Familie aus Puderbach stammt, hatten die beeindruckende Flora und Fauna des Dorfes dokumentiert: den Eisvogel und die Quelljungfer-Libelle, den Schwalbenschwanz und die zahllosen Orchideen. Während Seltenes gedeiht, sieht es mit Landläufigem schon mal schwieriger aus. Die Kommission hatte immer wieder fehlende Bäume moniert. Man habe in den vergangenen Jahren bestimmt 500 Bäume gepflanzt, an manchen Stellen sei aber einfach der Boden zu schlecht, so Herbert Marczoch. Mit seinen Streuobstwiesen kann sich Puderbach jedoch immer sehr gut sehen lassen.

Und dass die dörfliche Infrastruktur fehlt, machen die Puderbacher dadurch wett, dass sie mit dem Bürgerbus bequem nach Bad Laasphe fahren können. Ansonsten gab es die alte Stellmacherei zu bewundern, Landrat Paul Breuer war besonders begeistert von einer Wasserspielecke im Kirschwiesenbach, vom Friedhof wurde aufs Dorf geschaut, bei der Kirche an den Komponisten Friedrich Kiel – den berühmtesten Sohn des Dorfes – erinnert.

Unterschiedlichste Facetten des Ortes wurden gezeigt, denn die vielen Fachleute in der Kommission vergeben ihre Punkte auch für die unterschiedlichsten Dinge. Schade, dass offenbar kein einziges anderes Dorf aus dem Banfetal und dem Wittgensteiner Lahntal die Chance genutzt hat, sich diese geballte Kompetenz ins Dorf zu holen. Und es gab Bewertungsrichter, die es schade fanden, dass Laasphes Bürgermeister Robert Gravemeier offenbar keine Zeit hatte, die Kommission zu begleiten. Aber Abzüge hat Puderbach dafür wohl keine bekommen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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