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Seit 30 Jahren steht die Immobilie an der Talstraße leer
Wo die Ratten ihr Zuhause haben

An der Talstraße in Banfe steht seit rund 30 Jahren ein Gebäude leer, von dem durchaus Gefahren ausgehen. Der Kreis sieht das nicht so, die Stadt will immerhin den Sachverhalt „prüfen“.
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  • An der Talstraße in Banfe steht seit rund 30 Jahren ein Gebäude leer, von dem durchaus Gefahren ausgehen. Der Kreis sieht das nicht so, die Stadt will immerhin den Sachverhalt „prüfen“.
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howe Banfe. Die Geschichte mit dem sogenannten Plonka-Haus an der Talstraße in Banfe hat einen langen Bart. Vor ewigen Zeiten war hier mal ein Getränkemarkt untergebracht, in den 90er-Jahren wohnten Asylsuchende in dem Gebäude. Kurz danach verrottete es über viele Jahre nur noch vor sich hin. Immer wieder wandten sich Ortsvorsteherin oder Bürger an die Behörden, weil man das verfallene Gebäude endlich loswerden wollte. Und was ist draus geworden?

Jetzt unternimmt Ortsvorsteher Michael Ermert einen erneuten Vorstoß, den „Schandfleck“, wie er sagt, „endlich wegzubekommen“. Inzwischen ist das Maß voll: Von der Schieferfassade und vom Dach fallen Brocken auf die Talstraße, Kinder haben durch den nur provisorisch errichteten und an zwei Stellen offenen Bauzaun leicht Zugang.

howe Banfe. Die Geschichte mit dem sogenannten Plonka-Haus an der Talstraße in Banfe hat einen langen Bart. Vor ewigen Zeiten war hier mal ein Getränkemarkt untergebracht, in den 90er-Jahren wohnten Asylsuchende in dem Gebäude. Kurz danach verrottete es über viele Jahre nur noch vor sich hin. Immer wieder wandten sich Ortsvorsteherin oder Bürger an die Behörden, weil man das verfallene Gebäude endlich loswerden wollte. Und was ist draus geworden?

Jetzt unternimmt Ortsvorsteher Michael Ermert einen erneuten Vorstoß, den „Schandfleck“, wie er sagt, „endlich wegzubekommen“. Inzwischen ist das Maß voll: Von der Schieferfassade und vom Dach fallen Brocken auf die Talstraße, Kinder haben durch den nur provisorisch errichteten und an zwei Stellen offenen Bauzaun leicht Zugang. Auch die Bausubstanz dürfte nach 30 Jahren Leerstand zu wünschen übrig lassen. Mehr noch: An der ehemaligen Eingangstür zum Getränkemarkt heften kleine rote Warnschildchen, die man nur durch Zufall entdeckt und die von Kindern sicher ignoriert werden: Vorsicht Giftköder. Wegen der Ratten wurden überall Köder ausgelegt, vor denen die kleinen Hinweisschilder warnen.

Besondere Vorsicht für Kinder und Tiere

Besondere Vorsicht sei für Kinder und Tiere geboten – als ob die an dem vermoderten Gebäude irgendwelche Hinweise registrieren. Offenbar, so erfuhr die SZ, ist hier die Rattenplage ausgebrochen.

"Die Immobilie
ist der Bauaufsichtsbehörde bekannt."

Torsten Manges
Pressesprecher des Kreises

„Die Immobilie ist der Bauaufsichtsbehörde bekannt. Sie wird regelmäßig überwacht. Als Gefahrenabwehrbehörde kann die Bauaufsicht des Kreises allerdings nur solche Maßnahmen ergreifen, die geeignet sind, die unmittelbare Gefahr zu beseitigen. Dazu gehören die Bauzäune und die jeweils anlassbezogene Aufforderung an den Bauherrn, etwa lose Dachziegel zu entfernen oder schadhafte Öffnungen zu verschließen“, stellt Torsten Manges, Pressesprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein, fest.

Nach fachlicher Einschätzung der Bauaufsichtsbehörde sei das Haus nicht einsturzgefährdet. An einen Abbruch seien ordnungsbehördlich hohe Anforderungen geknüpft. „Er ist nur als ultima ratio durchsetzbar.“ Dennoch hat Torsten Manges auch einen Tipp, den Banfes Ortsvorsteher Michael Ermert bereits in den Blick genommen hat: Es gebe das Wohnungsaufsichtsgesetz oder den Paragrafen 179 BauGB. Dieser ermögliche den Städten und Gemeinden, schrottreife Immobilien in Eigenregie und auf eigene Kosten abzureißen – im Zuge einer Ersatzvornahme. „Auf dieser Schiene werde ich jetzt mal weiterarbeiten“, sagt Michael Ermert.

Wegen Sturm schon Teile vom Dach gefallen

Die Stadt Bad Laasphe erfuhr dieser Tage nur von der SZ-Redaktion, dass bei Sturmereignissen schon Teile vom Dach auf die Straße gefallen sind. „Das ist der Verwaltung bisher nicht offiziell angezeigt worden.“ Tatsächlich liege bei der Verkehrssicherung der Ball beim Kreis Siegen-Wittgenstein als Bauaufsichtsbehörde. Was die Rattenplage angeht, so sei der Stadtverwaltung bislang auch darüber nichts bekannt. „Die Warnschilder gehören zur Firma Rentokill. Auf Nachfrage dort sagte man uns, dass man bislang keinen Auftrag für dieses Objekt erhalten habe. Sprich: Die Firma hat dort nach eigener Aussage nie Rattenköderkisten aufgestellt. Die Schilder werden – so die Aussage der Mitarbeiterin – eigentlich immer direkt über diesen Kisten angebracht. Sie vermutet daher, dass die Schilder woanders abgemacht und einfach an die Ladentür geklebt wurden“, erläutert Stadt-Pressesprecherin Ann Kathrin Müsse.

„Wir werden den Sachverhalt bezüglich der Rattenplage aber prüfen und auch, ob weitergehende Maßnahmen erforderlich sind.“

An der Talstraße in Banfe steht seit rund 30 Jahren ein Gebäude leer, von dem durchaus Gefahren ausgehen. Der Kreis sieht das nicht so, die Stadt will immerhin den Sachverhalt „prüfen“.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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