Wo Frau Holle nichts zu melden hat

Dank einer Schneekanone ist Hesselbach (fast) wetterunabhängig / »Der Nachwuchs ist da«

debe Hesselbach. »Hesselbach rettet Westdeutschen Ski-Verband« – diese Schlagzeile hätte in den vergangenen Jahren so manches Mal wie die Faust aufs Auge gepasst. Es kam nicht nur einmal vor, dass die Wittgensteiner als Ersatz in der Bresche springen mussten, weil andernorts kein Schnee lag. Denn Hesselbach hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber vielen wetterabhängigen Skisport-Standorten: eine Schneekanone.

Bereits seit 17 Jahren wird im Bad Laaspher Stadtteil Hesselbach Schnee technisch erzeugt. Seit dieser Saison hat die alte Schneekanone ausgedient, nun sorgt eine hoch moderne »Turbine« für das nötige Weiß. Die sehr gute Ausstattung rundet der erst im Oktober eingeweihte Ankerschlepplift ab (die SZ berichtete).

»Kunstschnee ist eigentlich der falsche Begriff. Unser Schnee entsteht aus Luft und Wasser – also genauso wie in 12000 Meter Höhe«, weiß der 1. Vorsitzende des SV Oberes Banfetal, Günter Gerhardt, zu berichten. Da die Herstellung aber doch irgendwie künstlich von statten geht, muss auch er – wohl oder übel – den Begriff »Kunstschnee« akzeptieren. Ganz unabhängig ist man allerdings auch in Wittgenstein von Frau Holle noch nicht, bei allzu hohen Temperaturen schmilzt der »unnatürliche« Schnee blitzschnell vor sich hin. Die Schneekanone kommt übrigens dem gesamten skifahrenden Umfeld zu Gute. Die aktiven Vereine aus Hesselbach, Erndtebrück, Rückershausen, Ferndorf und Lennestadt verstehen sich sowieso nicht als Konkurrenten, sondern vielmehr als Partner. Es geht schließlich um die gemeinsame Sache – nämlich um das Erhalten einer Randsportart, denn dieses Dasein fristet der alpine Skisport zumindest in Nordrhein-Westfalen. »Vor ein paar Jahren gab es ein Loch beim Nachwuchs. Doch da, wo es aktives ehrenamtliches Engagement gibt, geht auch was«, ist sich Vereinsvorsitzender Günter Gerhardt sicher. Die Hesselbacher Piste ist als Trainingsstätte nicht nur bei Ehrgeizigen beliebt, auch Hobby-Fahrer – darunter viele aus dem Nachbarland Hessen – nutzen das Angebot rege.

Der SV Oberes Banfetal setzt seine Schwerpunkte in der Jugendarbeit im Fußball und eben im alpinen Skisport und dem Betreiben des Skilifts, die tolle Skisport-Anlage in Hesselbach wurde in zig Stunden ehrenamtlicher Arbeit hergerichtet. Auf die Situation im Nachwuchsbereich angesprochen, erzählt Gerhardt stolz: »Hier im Ort lernt praktisch jedes Kind Skifahren. Der Nachwuchs ist da.«

Der Freizeitsport Skifahren sei erschwinglich, Probleme gebe es allerdings, wenn man den Sport professioneller betreiben möchte. Dazu Günter Gerhardt: »Das ist sehr kostenintensiv. Hinzu kommt das unübersichtliche Reglement, das Neulingen das Einsteigen nicht gerade erleichtert.« Der SV Oberes Banfetal tut hingegen viel, um Interessierte an den Skisport heranzuführen. »Wir bieten eine kostenlose Skischule für Kinder und erwachsene Anfänger an«, erklärt Pressesprecherin Melanie Dietrich, bei gutem Wetter beginnt der nächste Kurs schon am 2. Januar. Nähere Informationen bietet die Homepage des SV Oberes Banfetal (www.ski-hesselbach.de).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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