Wolfgang Schuppener packte im Rat den Hammer aus

Thema Anaheim: »Kein Bürgermeister-Tourismus«

howe Bad Laasphe. Es sollte bei der jüngsten Ratssitzung in Bad Laasphe eigentlich kein Problem gewesen sein, im Vorbeimarschieren eben mal die Partnerschaftssache mit Anaheim (USA) abzuhandeln. Weit gefehlt. Erndtebrück hatte vorgelegt, Bad Berleburg auch. Nur in Bad Laasphe taten sich einige Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung sehr schwer mit der Thematik.

Und dabei hatte Bürgermeister Robert Gravemeier doch einen sicheren Einstieg in die Geschichte gewählt: Die Vorteile wirtschaftlicher und touristischer Art lägen auf der Hand. Die Konferenz der Bürgermeister des Kreises habe einstimmig beschlossen, das positiv zu begleiten. Ins Auge gefasst werde ein Partnerschaftsverein, der elf Kommunen des Kreises binde. Zurzeit entstehe ein Satzungsentwurf, erläuterte der Verwaltungschef. Und dann packte Sozialdemokrat Wolfgang Schuppener den Hammer aus der Tasche und schlug ihn fest auf den Tisch. »Wir sollten uns keine neuen Schuhe anziehen und Verpflichtungen eingehen«, forderte der Banfer. Die Partnerschaft mit Anaheim sei durch den Besuch mehrerer Bürgermeister aufgegeben worden, verteilte Wolfgang Schuppener einen deftigen Seitenhieb Richtung Zweckverband Region Wittgenstein. Er stelle den Antrag, die Entscheidung auszusetzen, bis ihm die Verwaltung einen Bericht darüber abliefere, was für die augenblicklichen Partnerschaften unternommen werde. Grünen-Fraktionschef Karl-Ludwig Bade tutete ins gleiche Horn: »Eine Partnerschaft muss gelebt werden. Sie darf kein Bürgermeister-Tourismus sein.« Und dann spielte Robert Gravemeier den Aufschlag der Kritiker mit einem gezielten Return zurück: »Es ist manchmal recht beschämend, in welcher Intensität unsere Stadtverordneten an Partnerschaftstreffen oder ähnlichem teilnehmen.«

Neun Stimmen verbuchten Wolfgang Schuppener mit der SPD und Karl-Ludwig Bade auf ihrer Seite. 17 Christ- und Freidemokraten lehnten den Antrag ab, vier Ratsmitglieder enthielten sich. Stattdessen sprach sich die Mehrheit in einer zweiten Abstimmung für die Gründung einer deutsch-amerikanischen Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein aus, in der Bad Laasphe Mitglied werden könnte.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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