»Wünsche mir, dass ich es schaffe«

Mit 49 Jahren bereitet sich Sybille Scheffel aus Fischelbach auf ihren ersten Marathon vor

Fischelbach. »Wenn ich es diesmal nicht schaffe, probiere ich es nächstes Jahr erneut.« Da ist sich Sybille Scheffel sicher. Die Fischelbacherin fiebert in diesen Tagen dem Frankfurt-Marathon am kommenden Sonntag, 29. Oktober, entgegen. »Es war schon lange mein Wunsch, einmal die Herausforderung Marathon anzunehmen«, verrät die 49-Jährige im Gespräch mit der Siegener Zeitung und seit diesem Jahr komme sie diesem Wunsch Schritt für Schritt näher.

Sie habe sich Anfang des Jahres für den Kurs Marathonvorbereitung bei der Kreisvolkshochschule angemeldet. Der sei allerdings mangels Interesse ausgefallen. Doch über Umwegen sei sie bei dem Bad Berleburger Carsten Hennig gelandet, der schon seit Jahren angehende Langstreckler systematisch trainere. »Das hat mir persönlich eine ganze Menge gebracht«, räumt die Fischelbacherin ein. Gelaufen sei sie in ihrer Freizeit immer schon, »aber einfach so drauf los, wie ich es für richtig hielt«.

Das sei vielleicht auch für eine Stunde noch ausreichend, doch wer einen Marathon absolvieren wolle, der müsse einige Kleinigkeiten mehr beachten: »Man sollte seinen Laufstil optimieren, auf die Armarbeit achten und vor allem nicht vergessen, dass die richtige Ernährung dazugehört«, erläutert Sybille Scheffel. Überdies sei das Dehnen vor und nach den Übungseinheiten sehr wichtig. Um nicht Gefahr zu laufen, dass sie beim Training überdosiert, ist der Pulsfrequenzmesser immer mit dabei – ein Geschenk zum Muttertag übrigens.

Als Problem sieht die Fischelbacherin den Laufuntergrund in Frankfurt an: »Asphalt ist natürlich nicht so schön, das merken die Gelenke.« Der Untergrund war bei ihrem ersten offiziellen Wettkampf nicht die Schwierigkeit, sondern eher das Höhenprofil, das von ganz anderer Qualität war als das in der Mainmetropole in fünf Tagen. Am ersten Oktober-Wochenende nämlich startete Sybille Scheffel beim Rothaarwaldlauf des TSV Aue-Wingeshausen, und zwar auf der 29-Kilometer-Schleife vom Albrechtsplatz bis zur Sporthalle in Wingeshausen. Übles Herbstwetter, morastiger Boden, alles andere eben als ein Laufvergnügen. Nach drei Stunden und zehn Minuten überquerte die Fischelbacherin die Ziellinie, als Dritte ihrer Altersklasse.

»Anschließend hat mir Carsten Hennig gesagt: Wer den Rothaarwaldlauf durchsteht, der schafft auch einen Marathon.« Deshalb sei sie zwar einerseits aufgeregt, andererseits aber auch sehr zuversichtlich: »Ich wünsche mir natürlich, dass ich es schaffe.« Wenn dann noch eine Zeit so um die viereinhalb Stunden dabei herausspringe, dann sei es umso besser. In Frankfurt wird ihr ganz sicher Ehemann Manfred die Daumen drücken, ihre Söhne Marco, Michael und Tim freuen sich als Fußballer des SV Oberes Banfetal auf das A-Kreisliga-Derby gegen den FC Laasphe und können daher nicht nach Hessen mitreisen. »Sport ist eine wichtige Angelegenheit in der Familie«, sagt Sybille Scheffel und hofft insgeheim darauf, noch den ein oder anderen Wittgensteiner in Frankfurt zu treffen.

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