Wurst und Streicheln für Lars

Westerburger Puppenbühne lud ein zum Eisbär-Abenteuer

awe Bad Laasphe. Wenn der Vorhang aufgeht, bedeutet dies: Die Zuschauer widmen dem Geschehen auf der Bühne ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und verhalten sich vorzugsweise ruhig. Schließt sich der Vorhang, können die Zuschauer die Gelegenheit nutzen und applaudieren, falls es ihnen gefallen hat, was da auf der Bühne vor sich ging. Das erklärte Vater Eisbär dem Publikum im Laaspher Haus des Gastes und da es sich vorwiegend um eine noch ungeübte, da junge Zuschauerschar handelte, waren die Hinweise durchaus willkommen. Vater Eisbär gehört übrigens zum Ensemble der Westerburger Puppenbühne, zu der in diesem Jahr überhaupt die Figuren aus den Eisbär-Geschichten von Hans de Beer zählen. Der kleine Eisbär Lars ist dabei die Hauptfigur. Seinen Auftritt vor den Laaspher Kindern hatte er als Plüschhandpuppe. Die dazugehörige Hand gehört Markus Mlyneck. Da der Puppenspieler es aber unmöglich schaffen kann, alle Rollen, die nötig sind für die Geschichte »Kleiner Eisbär, lass mich nicht allein« mit seinen beiden Händen zu spielen, steht ihm seine Frau Nadine zur Seite.

Zu sehen ist von den beiden überhaupt nichts: Sie stehen hinter der Bühne und spielen mit den Handpuppen über ihren Köpfen. Zu hören sind sie aber gut, denn alles was Lars, seine Eltern, die Robbe Robbi, die Eisbärfänger – oh ja, von denen gibt es zwei sehr unheimliche Exemplare – der Husky Nanouk und seine Mutter zu verhandeln haben, wird von den Spielern gesprochen. »Auch die Bühnenbilder und Requisiten sind selbst gemacht«, erklärt Markus Mlyneck, die Puppen stammten allerdings vom Kieler Puppenmacher Rudolf Wurst. Zum ersten Mal habe er als Siebenjähriger mit seinen Eltern hinter dem Vorhang gewirkt, erzählt Markus Mlyneck, da sei zwar noch zu klein gewesen, um selbst eine Puppe zu führen, aber die Rolle sprechen konnte er schon. Das ist 21 Jahre her und vor fünf Jahren haben Markus und Nadine Mlyneck die Westerburger Puppenbühne in ihre Regie übernommen. Die trägt ihren Namen, weil die Familie Mlyneck aus Pottum bei Westerburg im Westerwald stammt. Seit langer Zeit starten die Tourneen der Puppenbühne aber von Osterode im Harz.

Auf der Puppenbühne tanzte früher vorallem der Kasper. Mittlerweile aber sind Kinderbuchstars dort zuhause, außer Lars auch die Kleine Hexe. Im kommenden Jahr will die Familie Mlyneck wieder nach Wittgenstein kommen, begleitet vom Kleinen König. Das Siegerländer und Wittgensteiner Publikum besuchen sie nämlich gern, berichtet der Puppenspieler.

Für das angehende Theaterpublikum war Lars' Abenteuer genau richtig: Ohne dessen tatkräftige Hilfe – per Zuruf – wäre es Lars überhaupt nur schwer gelungen den Husky Nanouk wohlbehalten bei seiner Mutter abzuliefern. Obwohl Nanouk, nach Hundeart, laut und ausgiebig nach seiner Mutter schrie, konnte er sie nämlich nur finden, weil Lars sich mit ihm zusammen in Menschennähe wagte. Zum Schluss gab es Fleischwurst für alle – auch da siegte die Hundenatur über jeder Zurückhaltung und der Speiseplan der Familie Eisbär wurde um eine Spezialität aus Menschenhand erweitert.

Ganz zum Schluss aber konnten die Laaspher Zuschauer Lars sogar aus der Nähe kennenlernen und streicheln, denn Markus Mlyneck verließ seinen Arbeitsplatz hinter der Bühne, um den Star den Aufführung gebührend feiern zu lassen.

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