Ziel: Schulausschuss

Laasphes jüngste Kommunalwahl-Kandidatin ist die 18-jährige Sara Mellmann. Sie schrieb im Wahlprogramm über Schulen.
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jg Banfe. Nein, die CDU wäre für sie nicht in Frage gekommen, schließlich hätte sie die erste Bundeskanzlerin werden wollen, aber das habe ihr diese Partei ja verdorben. Die 18-jährige Sara Mellmann tritt im Kernstadt-Wahlbezirk 4 für die Grünen an und beweist, dass man in der Kommunalpolitik Humor haben darf. Aber noch mal von vorn. Nein, CDU und FDP wären für sie nicht in Frage gekommen, die hätten einfach andere Grundüberzeugungen als sie. Und in der Politik kennt sie sich aus, schon als Grundschülerin habe sie regelmäßig die logo-Kindernachrichten im Fernsehen geschaut.

Außerdem habe sie, so die angehendende Abiturientin mit Geschichte- und Deutsch-Leistungskurs, zuhause stets kompetente Auskunftgeber in politischen Fragen gehabt. So gut hätten es längst nicht alle Mitschüler. Die Antworten der Eltern waren offenkundig so überzeugend, dass die politische Richtung die gleiche wurde. Saras Eltern stehen schon jahrelang auf den Wahllisten der Grünen, ihr Vater sitzt sogar im Rat.

Und familiär und unkompliziert sind offenkundig auch die Strukturen in der überschaubaren örtlichen Grünen-Partei. Konkret heißt das: Sara hat am Wahlprogramm der Laaspher Grünen mitgeschrieben. Ihr Thema: die Schulpolitik. Deutlich hat sie sich dafür ausgesprochen, dass alle Laaspher Grundschulen bestehen bleiben sollen. Sie wolle sich nicht vorstellen, dass irgendwann mal Fischelbacher Kinder bis nach Laasphe zur Grundschule fahren müssten. Dass sie ohne Schwierigkeiten richtig mitarbeiten darf, ist für Sara ein großes Plus der kleinen Grünen. Obwohl sie noch nicht einmal Partei-Mitglied sei. Ein Lob hat sie insgesamt für den Schulstandort „Bad Laasphe“, der nicht nur alle Schulformen bietet, sondern bei den Gymnasien auch noch eine Auswahl.

Auch ansonsten bekommt die Lahnstadt nicht so schlechte Zensuren von ihr. Gewiss einigen Dörfern fehlten Jugendräume, aber so schlimm sei es insgesamt nicht. Viel mehr solle sich Laasphe freuen, dass es noch ein Kino habe. Einzig eine Aufwertung der Dörfer, die würde sie sich schon wünschen. Und für die Kernstadt-Bewohner hat sie noch eine weitere unangenehme Nachricht. Nein, sie finde nicht, dass Bad Laasphe überhaupt eine Ortsumghung brauche, dann müsse man eben mal fünf Minuten früher losfahren. Dabei ist sie keine militante verbiesterte Autombil-Gegnerin, wie ihre Haltung gegenüber Autobahn-Fahrern zeigt: „Wenn die auf der Autobahn 200 fahren wollen und es können, dann sollen die das machen. Mein Limit ist 140, schneller trau’ ich micht nicht.“

Klare Worte auch in Bezug auf die Stockwiesen-Entscheidung: „Es verzieht sich alles nach draußen, wenn die Läden in der Königstraße weg sind, dann sieht das nicht gut aus für die Stadt.“ Für Sara ist klar, dass die Königstraße eine Fußgängerzone werden müsste. Dass die 18-Jährige deutlich vernehmbar ihre Meinung sagt, werden ihre Mitschüler am Städtischen Gymnasium schon länger wissen. Massenhaft zu spüren bekamen sie es vor der jüngsten Wahl: „Ich hab’ alle genervt, dass sie zur Europawahl gehen.“ Dabei sei es ihr egal gewesen, was die Mitschüler gewählt hätten, wichtig sei, dass sie gewählt hätten. Auch über ihre kommunalpolitischen Ambitionen wissen die Mitschüler Bescheid, deren Reaktion auf die Grünen falle dabei etwa so aus: „Sie springen nicht vor Freude in die Luft, aber es ist für sie in Ordnung.“Ihre Chancen schätzt Sara realistisch ein, sie stehe auf Listenplatz 9, alle ungeraden Zahlen gehören bei den Laaspher Grünen den Frauen. „Das schaff ich nicht.“ Aber einen Wunsch hat sie dann doch: „Ich möchte in den Schulausschuss.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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