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Konkrete Maßnahmen laufen
Zu wenig Wohnraum für Senioren?

In Bad Laasphe entstehen zum neuen Altenheim demnächst auch mehrere Senioren-Wohnungen.
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howe/bw Bad Laasphe/Erndtebrück. Die IG Bau äußert Befürchtungen, es werde in Zukunft zu wenig Wohnraum für Senioren zur Verfügung stehen. Fest macht das die Gewerkschaft an der demografischen Entwicklung. Im Kreis Siegen-Wittgenstein könnte nämlich die Zahl der Menschen, die älter als 65 seien, bis zum Jahr 2035 auf 72 800 anwachsen. Das wären dann 23 Prozent mehr als noch im Jahr 2017. In Wittgenstein hat die Siegener Zeitung zuletzt einige Gegenbeispiele gebracht, die dokumentieren, dass sehr wohl in seniorengerechtes Wohnen investiert wird. Beispiele gefällig?

howe/bw Bad Laasphe/Erndtebrück. Die IG Bau äußert Befürchtungen, es werde in Zukunft zu wenig Wohnraum für Senioren zur Verfügung stehen. Fest macht das die Gewerkschaft an der demografischen Entwicklung. Im Kreis Siegen-Wittgenstein könnte nämlich die Zahl der Menschen, die älter als 65 seien, bis zum Jahr 2035 auf 72 800 anwachsen. Das wären dann 23 Prozent mehr als noch im Jahr 2017. In Wittgenstein hat die Siegener Zeitung zuletzt einige Gegenbeispiele gebracht, die dokumentieren, dass sehr wohl in seniorengerechtes Wohnen investiert wird. Beispiele gefällig?

Barrierefreies Wohnen

Bad Laasphe: Hier plant die Lindhorst-Gruppe aus Winsen/Aller neben einem großen Seniorenzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule im Gennernbach vier Häuser mit je acht Einheiten für barrierefreies Wohnen. Zuletzt hatte die Bezirksregierung Arnsberg ihr Veto wegen des Baus der Wohnungen „auf der grünen Wiese“ eingelegt. Nachverhandlungen erfolgten, sodass die Stadt Bad Laasphe Ersatzflächen fand, die als Bauflächen herausgenommen und in Flächen für die Landwirtschaft umgewandelt wurden. Die seniorengerechten Wohnungen mit unterschiedlichen Zuschnitten sollen 100 Prozent barrierefrei errichtet werden. Mehr noch: Die zukünftigen Bewohner haben die Möglichkeit, in Form von „klaren Mietveträgen“ Leistungen aus dem Seniorenzentrum hinzuzubuchen. „Wir nennen das Service-Wohnen“, merkte zuletzt Dieter Prothe von der Geschäftsführung der Lindhorst-Gruppe an.

Synergien nutzen

Feudingen: Im größten Siedlungsschwerpunkt der Stadt will der Bauunternehmer Volker Bernshausen eine barrierefreie, altersgerecht ausgeführte Wohnanlage schaffen. Geplant sind zwei Gebäude in offener Bauweise mit zwei Vollgeschossen plus ausgebautem Dachgeschoss und Unterkellerung. Jedes der Gebäude soll sechs bis acht Wohneinheiten mit Wohnflächen bis 75 Quadratmeter erhalten. Die Erschließung der Geschosse erfolgt über eine Aufzugsanlage. Die Außenanlagen sollen zur Nutzung durch Bewohner gestaltet werden und darüber hinaus auch die erforderlichen Erschließungsflächen, wie die Stellplätze für Bewohner, Besucher und das Personal, umfassen. Der Investor plant, die Synergien aus der Nachbarschaft zum ambulanten Pflegedienst Engedi über einen Pflegevertrag für plegebedürftige Bewohner der Anlage zu nutzen. „Die Gesellschaft wird immer älter“, sagt Christian Bernshausen im SZ-Gespräch. Im Alter hätten die Kinder das Haus längst verlassen, das Objekt werde verkauft und die Senioren suchten sich eine Wohnung. Kernproblem in der ländlichen Region sei ja eigentlich die Flucht vom Land in die Stadt. Vielleicht, so glaubt Christian Bernshausen, gebe es einen Umkehrschwung durch „Corona“ – dass doch mehr Menschen, vornehmlich ältere, das Landleben zu schätzen wüssten.

"Haus Wittgenstein" wird abgerissen

Erndtebrück: Auch in Erndtebrück entstehen in diesem Jahr eine Reihe barrierefreier und damit altersgerechter Wohnungen. Das größere von zwei Projekten ist dabei der Neubau an der Stelle des Soldatenheims. Dort plant Investor Christian Buderus den Neubau einer Wohnanlage mit 34 seniorengerechten Wohnungen, das ehemalige „Haus Wittgenstein“ wird dafür abgerissen. Derzeit läuft das Baugenehmigungsverfahren, wie Christian Buderus auf Anfrage berichtet, und auch die Darlehen bei der NRW-Bank sind beantragt. Christian Buderus rechnet nicht vor dem Frühjahr mit einer Baugenehmigung. „Alles im grünen Bereich“, sagt er. Wenn die Baugenehmigung vorliegt, soll der Abriss des alten Soldatenheims beginnen. Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren gebaut, es war Bürgerhaus mit Restaurant und Veranstaltungssaal. 1999 wurde der Komplex an die Buderus GmbH verkauft. Ab der Mitte der 2000er Jahre stand das Soldatenheim weitgehend leer.

Aufzug ein Muss

Erndtebrück: In der Ortsmitte sehr zentral gelegen, investiert die Familie Weiand rund 800.000 Euro in insgesamt fünf barrierefreie Wohnungen. Darauf legten die Weiands ganz besonderen Wert: Jede der Wohnungen mit einer Fläche von 42 bis 48 Quadratmeter (die fünfte im Dachgeschoss sollte 80 Quadratmeter bieten) ist per Aufzug erreichbar. Je nachdem, wie die Arbeiten voranschreiten, sind diese Wohnungen im Sommer fertiggestellt. Die Mieter stehen bereits in den Startlöchern.

Im Osten läuft es Nach der 2019 durchgeführten Wohnungsmarktanalyse sehen sowohl die befragten Wohnungsmarktakteure (z.B. Wohnungsgenossenschaften, Mieterbund, Wohnberatung, Kreditinstitute) als auch die Kommunen im Kreis „ein unzureichendes Angebot an kleinen altersgerechten, bezahlbaren Wohnungen“, teilt der Kreis auf Anfrage mit. Insbesondere der altersgerechte Wohnungsneubau, aber auch der altersgerechte Umbau im Bestand, seien von allen Kommunen als wichtige wohnungspolitische Maßnahmen für die Zukunft eingestuft, da ein Großteil der nachgefragten Neubauwohnungen auf ältere Haushalte ab 60 Jahren entfallen werde. Der Anteil dieser Nachfragegruppe steige deutlich. Die Aussage der IG Bau könne somit bestätigt werden. Insgesamt werde die Nachfrage in den einzelnen Teilräumen aber differenziert eingestuft: Für den Teilraum Ost (Hilchenbach, Erndtebrück, Bad Berleburg, Bad Laasphe) und den Teilraum Süd (Burbach, Neunkirchen) errechnet sich absolut weniger Neubaunachfrage als im Teilraum Zentrum (Freudenberg, Kreuztal, Netphen und Wilnsdorf) und in Siegen. Das erkläre sich auch aus der erwarteten Bevölkerungsentwicklung.
In Bad Laasphe entstehen zum neuen Altenheim demnächst auch mehrere Senioren-Wohnungen.
Das Soldatenheim in Erndtebrück soll weichen für einen Neubau mit 34 seniorengerechten Wohnungen.
Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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