Jubiläum des FC Laasphe
Festablauf im Freien

Im offenen Festzelt und draußen am Vereinsheim hörten die Gäste den Begrüßungs- und Dankesreden zum offiziellen Teil zu. Der FC Laasphe feierte ein rundum gelungenes Fest zum 100-jährigen Bestehen. Fotos: Holger Weber
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  • Im offenen Festzelt und draußen am Vereinsheim hörten die Gäste den Begrüßungs- und Dankesreden zum offiziellen Teil zu. Der FC Laasphe feierte ein rundum gelungenes Fest zum 100-jährigen Bestehen. Fotos: Holger Weber
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howe Bad Laasphe. Der offizielle, feierliche Teil zum „100-Jährigen“ des FC Laasphe begann schon am Sonntagmorgen mit einem Gottesdienst. Und da staunten die Gäste im Zelt auf dem Gelände des Sportplatzes im Wabachpark nicht schlecht, als Pfarrer Steffen Post nach dem besinnlichen Eingangslied die Trillerpfeife zur Hand nahm und den Gottesdienst mit einem lautstarken Ton anpfiff. Die anschließende Predigt drehte sich natürlich ums „runde Leder“ – nicht so sehr um Punkte, aber um die Gemeinschaft in einem Verein. Da gehörte es beim Gottesdienst sogar dazu, dass Steffen Post hinter jede Zeile des Gebets von der Gemeinde den Leitsatz der Liverpool-Hymne „You’ll never walk alone“ aufsagen ließ.

Der anschließende offizielle Teil stärkte die Gemeinschaft. Nicht nur die des FC Laasphe selbst, sondern die unter den benachbarten Vereinen. Die hatten allesamt Abordnungen ins Zelt geschickt, sodass der VfB Banfe, der SV Feudingen, der FV Niederlaasphe oder der FSV Puderbach mitfeierten. Über 50 Mitglieder waren es an jenem Versammlungsabend am 9. Juli 1919, als der Sportverein Wittgenstein Laasphe 1919 aus der Taufe gehoben wurde. FC-Vorsitzender Marcel Zyber erinnerte in seiner Rede nicht nur an die Geschichte des Fußballs, sondern daran, was den Sport eigentlich ausmacht. Für Männer sei das eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen man mal weinen könne oder bei denen man andere Männer ohne jeglichen Kommentar in den Arm nehmen dürfe. Und dass Fußballer nicht die Hellsten seien, das sei nicht nur wegen des komplexen Spiels widerlegt.

Der Fußball stehe für Miteinander, für Toleranz und gegen Rassismus. Was den FC Laasphe geprägt hat, das war der Aufstieg 1996 von der Fußball-A-Kreisliga in die Bezirksliga. 2014 erfolgte die Fusion mit dem FV Niederlaasphe und der Aufstieg von der B-Liga in die A-Liga. Aktuell, und das wurde am Sonntag ausgiebig gewürdigt, stieg die 2. Mannschaft von der D- in die C-Liga auf. In 2009 modernisierte der FC Laasphe seine Sportanlage, baute das schöne Vereinsheim. „Wir sollten unserem Verein immer Leben, Mut und Kraft einhauchen“, forderte Marcel Zyber alle Mitglieder und Freunde auf.

Dabei machte er deutlich, wie schwierig dieses Vorhaben heutzutage ist: „Handy, Internet und Spielkonsolen treten gegen uns an.“ Nicht einfach sei es auch, Leute zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann, selbst Bambini-Trainer beim FC Laasphe, dankte allen Ehrenamtlichen. „Was wären wir ohne Fußball?“, fragte er und lieferte die Antwort: „Keine Gemeinschaft, keine Traurigkeit, keine Freude.“ Waltraud Schäfer nannte als stellvertretende Landrätin „die Menschen im Hintergrund, die einen Verein am Leben halten“. Das seien die an der Zapfanlage, die Platzwarte, Jugendbetreuer, Hausmeister, Zeugwarte, Schiedsrichter, Trainer, Spieler oder diejenigen, die Trikots und Leibchen zum Waschen mit nach Hause nähmen. Verein komme von „sich vereinen“. Die Leute kämen zusammen und bildeten eine Einheit. Das könne allerdings in dem 340 Mitglieder starken FC Laasphe nur gelingen, wenn alle mitziehen würden.

Marco Michel, Kreisvorsitzender Siegen-Wittgenstein im Fußball- und Leichtathletikverband, zählte natürlich auch zu den Gratulanten im Festzelt. 100 Jahre FC Laasphe, das heiße auch 100 Jahre Dienst an Jugend und Sport sowie 100 Jahre Kameradschaft, „aber auch Sorgen und Mühen“. Die ehrenamtlichen Mitglieder opferten einen großen Teil ihrer Freizeit. Allerdings könne der Fußball nur die Sportart Nummer eins sein, wenn es gelinge, Kinder zu begeistern.

Mit der Jugendspielgemeinschaft gehe der FC Laasphe in dieser Hinsicht ja vorbildlich voran. Marco Michel überreichte Marcel Zyber für den FC Laasphe die Ehrenplakette des Deutschen Fußballbundes. Benni Markus nahm für die Zweite Mannschaft und deren verdienten Aufstieg die Meisterurkunde in Empfang. „Mögen dem Verein immer genügend helfende Hände zur Verfügung stehen, damit er seinen Aufgaben gerecht werden kann“, schloss Marco Michel seine Rede. Philipp Höse freute sich als Vorsitzender des Partnervereins FV Niederlaasphe, dass er mit dem FC Laasphe nun in die fünfte Saison als Spielgemeinschaft gehe. „Zwei Aufstiege, zwei Abstiege und vieles mehr.“ Die Arbeit im Fußballverein werde aber sicher nicht einfacher.

FC-Jugendleiterin Gabi Barth, die während des offiziellen Teils als Moderatorin durch das Programm führte, bezeichnete es als „eine Ehre, dass unser SG-Partner hinter der Theke steht“. In der Tat hatten sich die Niederlaaspher die roten FC-Laasphe-Shirts angezogen und die Bewirtung übernommen. Als einer der Vereinsvertreter forderte André Becker, Vorsitzender des VfB Banfe, alle Sportler auf, außerhalb des Fußballplatzes keine Konkurrenten zu sein. 100 Jahre, das sollte jeden stolz machen. Die Derby-Atmosphäre kenne ja jeder. „Aber wichtig ist, dass das Duell auf die 90 Minuten beschränkt ist.“

Autor:

Holger Weber aus Wittgenstein

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