Auf der Suche nach Blindgängern

Bombensondierungen auf drei Baugebieten in Wilnsdorf

Hier am Hofacker in Wilgersdorf soll ein Baugebiet entstehen: Erstmal untersucht aber der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Feld nach Blindgängern aus dem zweiten Weltkrieg.

Hier am Hofacker in Wilgersdorf soll ein Baugebiet entstehen: Erstmal untersucht aber der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Feld nach Blindgängern aus dem zweiten Weltkrieg.

Wilnsdorf. Aufgrund dreier Bauvorhaben bat die Gemeinde Wilnsdorf den Kampfmittelbeseitigungsdienst in Arnsberg darum, die betroffenen Flächen auf den Verdacht von Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdreich zu prüfen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat Zugang zu Luftbildern der Alliierten, die nach den Bombardements diese dokumentierten, erläutert Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg.

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Profis beim Kampfmittelbeseitigungsdienst könnten genau erkennen, ob diese Luftbilder Einschlagskrater von Bomben zeigten. Bei den drei Flächen „Am Birkenhof“, die Feldflur oberhalb der Straßen „Am Hofacker“ und „Hohler Weg“ in Wilgersdorf sowie der Hof Höhwäldchen in Wilnsdorf bestehe ein hinreichender Verdacht, dass sich im Erdreich Blindgänger versteckten. Daher sondiert der Kampfmittelbeseitigungsdienst diese Flächen seit Donnerstag.

Information mit Wurfsendungen

Angefangen haben die Blindgängerspezialisten am Birkenhof. Eigentlich sollten sie bereits am Freitag das Feld hinter der Straße „Am Hofacker“ untersuchen, doch der Zeitplan verschiebe sich etwas nach hinten, gibt der erste Beigeordnete und Dezernent für Ordnung in Wilnsdorf, Johannes Schneider, bekannt. Die Bombensucher „nehmen die Verdachtspunkte mit Metalldetektoren unter die Lupe“, erklärt Söbbeler.

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Dabei werde an mehreren kleineren Stellen das Erdreich geöffnet, ohne jedoch tief zu graben. Die Ergebnisse würden Anfang bis Mitte nächster Woche vorliegen. „Wenn sich der Verdacht erhärtet, werden fünf bis sieben Meter tiefe Bohrungen gemacht“, sagt Söbbeler. Wenn die Metalldetektoren in den Bohrungen ausschlagen sollten, öffnet der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Erdreich weiter „und guckt, was zutage kommt.“

Falls es sich dabei tatsächlich um einen Blindgänger handeln sollte, müsse dieser „zeitnah“ entschärft werden, sagt Söbbeler. Die Gemeinde Wilnsdorf muss dann die Anwohner im Radius von 300 Meter zum Bombenfundort in Sicherheit bringen. „Wir werden die Anwohner dann mit Wurfsendungen einen Tag vorher informieren und eine Stunde vor der Entschärfung von Haus zu Haus gehen, um sicherzustellen, dass niemand mehr zuhause ist“, sagt Schneider.

Die Erfahrung zum Beispiel von der letzten Bombenentschärfung im November 2020 sei, sagt Schneider, dass die meisten Anwohner für die Entschärfung bei Verwandten und Bekannten unterkämen. Daher ist als Evakuierungsstelle zunächst nur das Bürgerhaus in Wilgersdorf vorgesehen. „Wenn aber doch mehr kommen sollten, können wir auch in der Turnhalle daneben und in der Festhalle in Wilnsdorf Menschen unterbringen“, sagt Schneider.

Erfahrung in Evakuierungen

Für gehbehinderte Menschen würden im Fall eines Bombenfundes Fahrdienste eingerichtet. Auch bettlägerige Menschen müssten in diesem Fall ihr Haus verlassen. Für sie würde die Gemeinde Wilnsdorf Krankenfahrten organisieren. Schneider: „Wir haben Erfahrung darin und wissen genau, was wir bei einer Bombenentschärfung tun müssen.“

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