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Hanne Volk (92) aus Betzdorf stellt in Freudenberg aus
„Auf den Pfaden der Erinnerung“ im 4Fachwerk-Museum

Eigenwillig, Geschichten erzählend und Eindrücke einfangend: So zeigen sich die Aquarelle von Hanne Volk, wie hier die künstlerisch freie Darstellung einer allseits bekannten Burganlage über der Sieg …
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  • Eigenwillig, Geschichten erzählend und Eindrücke einfangend: So zeigen sich die Aquarelle von Hanne Volk, wie hier die künstlerisch freie Darstellung einer allseits bekannten Burganlage über der Sieg …
  • Foto: 4-Fachwerk-Museum
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gum Betzdorf/Freudenberg. Sie hat ein bewegtes Leben, die 92jährige Künstlerin Hanne Volk, Mutter von drei Söhnen, geboren in Köln-Deutz und heute in Betzdorf zu Hause. Wie produktiv das künstlerische Leben der Seniorin ist, das zeigt sich bei einem Besuch in ihrem Wohnhaus in der St. Barbara-Straße in Betzdorf, in dem sich ihre Passion widerspiegelt.
Die Vielzahl der Gemälde, die nicht nur die Wände schmücken, sondern aus Platzgründen auch im Keller gelagert sind, zeigt, dass sie immer gestalterisch tätig war und die Liebe zur Kunst ihr ganzes Leben beherrscht. Da verwundert es nicht, dass das 4Fachwerk-Museum in Freudenberg der hochbetagten Hanne Volk ab diesem Freitag eine Ausstellung unter dem Titel „Auf den Pfaden der Erinnerung“ widmet.

gum Betzdorf/Freudenberg. Sie hat ein bewegtes Leben, die 92jährige Künstlerin Hanne Volk, Mutter von drei Söhnen, geboren in Köln-Deutz und heute in Betzdorf zu Hause. Wie produktiv das künstlerische Leben der Seniorin ist, das zeigt sich bei einem Besuch in ihrem Wohnhaus in der St. Barbara-Straße in Betzdorf, in dem sich ihre Passion widerspiegelt.
Die Vielzahl der Gemälde, die nicht nur die Wände schmücken, sondern aus Platzgründen auch im Keller gelagert sind, zeigt, dass sie immer gestalterisch tätig war und die Liebe zur Kunst ihr ganzes Leben beherrscht. Da verwundert es nicht, dass das 4Fachwerk-Museum in Freudenberg der hochbetagten Hanne Volk ab diesem Freitag eine Ausstellung unter dem Titel „Auf den Pfaden der Erinnerung“ widmet. „Das war ein Herzenswunsch meiner Mutter“, erzählt Volks Sohn Martin, der sich liebevoll um die alte Dame kümmert.

Bei Erwin Rickert gelernt

Hanne Volks Vater malte ebenfalls, starb allerdings schon im Alter von 38 Jahren. Er hat der Tochter wohl die Liebe zum Malen und auch zum Reisen vererbt. Die Künstlerin selbst begann 1987 unter Anleitung des Betzdorfer Kunstlehrers Erwin Rickert, mit dem sie die Liebe zur Natur teilt, verschiedenste Darstellungen auf die Leinwand zu bannen. Nicht nur poetische Bilder mit Motiven wie Landschaften, Blumen-Aquarellen oder Ansichten von Greetsiel an der Nordsee, in dem sie mit ihrem Ehemann viele Urlaube verbrachte –, sondern auch verschiedenste Collagen und Arbeiten zum Thema Hauberg und Eisenerz hat sie geschaffen.

Malen im Wald bei Marienstatt

Sind die Aquarelle versponnen, mit verfließenden Farben Schönheit erfassend, so wirkt die Herdorfer Hütte, gemalt in dunklen Tönen und ergänzt durch eine fotorealistische Abbildung der Arbeiter, fast ein wenig bedrückend und doch außerordentlich faszinierend. Mit dem Kunstkreis der Montagsmalerinnen, einem Zusammenschluss kreativer Künstlerinnen, dem sie angehörte, hätten sie Hütten besucht, seien ins Bergwerk eingefahren oder malten im Wald nahe dem Kloster Marienstatt.

"Ein bisschen Bewegung ins Leben"

Wenn Hanne Volk beim Besuch der Siegener Zeitung auch ein wenig daran zweifelt, ob die Idee zur Ausstellung wirklich die richtige ist, so funkeln doch ihre Augen, wenn sie in Vorfreude davon erzählt: „Ich denke mir, es muss noch mal ein bisschen Bewegung ins Leben kommen, eigentlich freue ich mich doch darauf.“

Hanne Volk und ihr Sohn Martin. Die beiden gehen das Abenteuer Ausstellung gemeinsam an.
  • Hanne Volk und ihr Sohn Martin. Die beiden gehen das Abenteuer Ausstellung gemeinsam an.
  • Foto: Gaby Wertebach
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Faszination Fachwerkhäuser

Es zeigt sich, dass der Titel der Ausstellung der Gemälde von Hanne Volk „Auf den Pfaden der Erinnerung“ treffend gewählt ist. Fachwerk habe ihr schon immer gut gefallen. In den Ferien sei sie als Kind von Köln mit dem Zug nach Betzdorf zu den Großeltern gefahren, das sei ein Highlight gewesen, erzählt sie. Die Fachwerkhäuser an der Strecke, die hätten für sie etwas Heimeliges gehabt.
Die mit Lehm und Stroh gefüllten Gefache gäben dem Hausinneren so eine angenehme Atmosphäre. Auch die Landschaft, die Natur und vor allem der Wald hätten sie fasziniert. An die Köhler kann sie sich noch gut erinnern: „Auf der einen Seite hatte ich Angst vor den schwarzen Männern, auf der anderen Seite hatten die mit Geheimnis und mit Märchen zu tun.“

In Herdorf von der Hütte geprägt

Als ihr Elternhaus von Bomben getroffen wurde, kam sie ganz nach Betzdorf: „Wir hatten ja keine Bleibe mehr. Hier waren die Großeltern, die hatten noch ein Bett für ihre Enkeltochter.“ Als auch das Haus der Großeltern in Betzdorf den Bomben zum Opfer fiel, zog die Familie nach Herdorf. Der Großvater war Handwerker, bekam von den Hütten Aufträge, die Motoren wieder zum Laufen zu bringen. Die Zeit habe sie sehr geprägt, da sei sie eigentlich erstmals mit dem Handwerk und der Industrie in Berührung gekommen.

Die Erinnerung ist lebendig

Nach dem Krieg begann sie eine Schneiderlehre: „Das war ein absoluter Lottogewinn.“ Und dann: „Ich vergesse vieles, müsste Punkt für Punkt alles aufschreiben, was leider nicht mehr möglich ist“, erzählt sie und zeigt ihre arthritische Hand, mit der auch das Malen nicht mehr recht gelingen will. Da ist es schön, dass die Erinnerung so lebendig ist, nicht nur an Marienstatt und den Waldweg um die Nister, sondern auch an die vielen Reisen ins Ausland, die sie inspirierten, beeindruckende Gemälde zu schaffen.
Heute erfreut sie sich an ihrem schönen Garten mit der bunten Blütenpracht, der gebe ihr Kraft und halte sie gesund. 
Hanne Volk: „Auf den Pfaden der Erinnerung“.
Vernissage am Freitag, 13. August, 19 Uhr.
Bis 26. September, 4Fachwerk-Museum,
Mittelstraße 4-6, Freudenberg, Mittwoch/Samstag/Sonntag 14 bis 17 Uhr.

Eigenwillig, Geschichten erzählend und Eindrücke einfangend: So zeigen sich die Aquarelle von Hanne Volk, wie hier die künstlerisch freie Darstellung einer allseits bekannten Burganlage über der Sieg …
Hanne Volk und ihr Sohn Martin. Die beiden gehen das Abenteuer Ausstellung gemeinsam an.
Autor:

Gaby Wertebach (Freie Mitarbeiterin) aus Betzdorf

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