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Christof Prick (ge-)leitet Philharmonie Südwestfalen in die Sommerpause
Betzdorf erlebt musikalisches Sommermärchen

Die Philharmonie Südwestfalen war zu Gast bei der Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen in der Stadthalle Betzdorf. Es dirigierte Christof Prick.
  • Die Philharmonie Südwestfalen war zu Gast bei der Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen in der Stadthalle Betzdorf. Es dirigierte Christof Prick.
  • Foto: Isabel Lippitz
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

lip Betzdorf. Nach der langen Corona-Pause war die Philharmonie Südwestfalen am Samstag zum ersten Mal wieder bei der Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen zu Gast. Gleichzeitig waren die zwei Konzerte (um 15 und 18 Uhr) der letzte Auftritt der Musiker vor ihrem Sommerurlaub. Intendant Michael Nassauer zeigte sich in seiner Begrüßung dankbar und glücklich, dass das Orchester in fast normaler Besetzung wieder vor Publikum spielen darf und dass sich eine erfreuliche Anzahl von Musikbegeisterten eingefunden hatte, um das Programm mit Mendelssohns Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“, dem Siegfried-Idyll von Richard Wagner und der Sinfonie Nr. 101 von Joseph Haydn zu hören.

lip Betzdorf. Nach der langen Corona-Pause war die Philharmonie Südwestfalen am Samstag zum ersten Mal wieder bei der Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen zu Gast. Gleichzeitig waren die zwei Konzerte (um 15 und 18 Uhr) der letzte Auftritt der Musiker vor ihrem Sommerurlaub. Intendant Michael Nassauer zeigte sich in seiner Begrüßung dankbar und glücklich, dass das Orchester in fast normaler Besetzung wieder vor Publikum spielen darf und dass sich eine erfreuliche Anzahl von Musikbegeisterten eingefunden hatte, um das Programm mit Mendelssohns Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“, dem Siegfried-Idyll von Richard Wagner und der Sinfonie Nr. 101 von Joseph Haydn zu hören. Rechtzeitig renoviert (mit Mitteln des Fördervereins) kamen hier die in der Klassik verwendeten Kurbelpauken zum Einsatz: vorweg ein kurzer Paukenwirbel!

Ein Traum: der "Sommernachtstraum"

Nassauer begrüßte herzlich den Gastdirigenten Christof Prick, von dem er in seiner Zeit als junger Hornist im Bundesjugendorchester viel gelernt hatte. Mit magisch durchsichtigen vier Bläserakkorden beginnt die Ouvertüre zur Bühnenmusik von Shakespeares „Sommernachtstraum“, die der 17-jährige geniale Felix Mendelssohn Bartholdy erdacht hat. Flirrende Streicher begleiten den Elfentanz, prachtvolles Tutto weckt festliche Stimmung, ein grober Rüpeltanz und Eselsrufe ertönen, ein Reigen an schönen Melodien lässt die Handlung der zauberhaften Komödie erahnen. Doch auch ohne Programm erfreut die herrliche Musik, die unter der kundigen Führung von Christof Prick kontrast- und farbenreich gelang.

Wagner begrüßt Baby Siegfried

An Weihnachten 1870 erklang im Treppenhaus des Tribschener Hauses (am Vierwaldstätter See) die später als „Siegfried-Idyll“ bekannte „Symphonische Geburtstagsmusik“. Richard Wagner hatte sie seiner erst kürzlich vom Dirigenten Hans von Bülow geschiedenen, nun ihm angetrauten Gattin als Dank für die Geburt des Sohnes Siegfried komponiert. Dem Platzmangel im Treppenhaus ist die kleine Besetzung zu verdanken.
Die Streicher beginnen sanft, gefühlvoll und ausdrucksstark. Flöte, Oboe, Klarinette und Hörner intonieren nacheinander das Siegfried-Motiv. Es entwickelt sich ein Wechselspiel von jubelnden Passagen und nachdenklich innigen Motiven, Vogelrufen und zarten Wohlklängen. Dass das 20-minütige Werk ein Publikumsliebling ist, zeigte sich am dankbaren Applaus.

Allerhand Spaß mit Haydn

Joseph Haydn schrieb die Sinfonie Nr. 101 während der zweiten Londoner Reise 1794. Seine vier letzten Sinfonien tragen daher den Namen „Londoner Sinfonien“. Der erste Satz mit seinem düster-dramatischen Adagio-Beginn und dem übermütig losstürmenden 6/8-Thema (die Pauken hatten gewichtige Einsätze) wurde vom Orchester kontrastreich und präzise vorgestellt. Den durchgängig klopfenden Pizzikato-Achteln der tiefen Streicher und der Fagotte im zweiten Satz, zu dem die 1. Violinen eine elegante Melodie spielen, verdankt die Sinfonie den Beinamen „Die Uhr“. Ein witziges Kabinettstückchen!
Der dritte Satz, ein temperamentvoller Dreier, wartet mit allerhand Späßen auf: widerspenstige Synkopen, „falsche“ Flötentöne und verfrühte Horneinsätze. Prick ließ seine Musiker auch im letzten Satz alle dynamischen Gegensätze und rhythmischen Finessen spannungsreich ausmusizieren. Die Zuhörer dankten mit langem Klatschen für das schöne Konzert.

Autor:

Redaktion Kultur

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