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Stoff-Junkie Lina Lärche beim Kleinkunstverein Eule
Ein Hauch von Karneval im Haus Hellertal

Lieder, Kleider und Faxen – Lina Lärche macht alles selbst und brachte damit einen Hauch von Karneval ins Haus Hellertal. Das Publikum war zum Mitmachen und Verkleiden eingeladen.
  • Lieder, Kleider und Faxen – Lina Lärche macht alles selbst und brachte damit einen Hauch von Karneval ins Haus Hellertal. Das Publikum war zum Mitmachen und Verkleiden eingeladen.
  • Foto: Simone Jurisch
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

sib Alsdorf. Lina Lärche ist bekennender Stoff-Junkie. Unwillig, sich therapieren zu lassen, weil es eh nix bringen würde. Schon in der Kita tauschte sie mit einem Kumpel Klamotten und Aufmachung und versetzte damit die Abhol-Eltern in Alarmmodus. Also machte sie schließlich aus der Not eine Tugend: Lina Lärches aktuelles Programm „Ich find´s jetzt schon toll!“ dreht sich rund um Kleider, Lieder und Faxen – alles selbst gemacht.
Orangefarbener Schlüpfer mit AufdruckDie One-Woman-Show, präsentiert im Haus Hellertal am Samstagabend auf Einladung des Kleinkunstvereins Die Eule Betzdorf, spülte einen Hauch von Karneval in den gut besuchten Saal.

sib Alsdorf. Lina Lärche ist bekennender Stoff-Junkie. Unwillig, sich therapieren zu lassen, weil es eh nix bringen würde. Schon in der Kita tauschte sie mit einem Kumpel Klamotten und Aufmachung und versetzte damit die Abhol-Eltern in Alarmmodus. Also machte sie schließlich aus der Not eine Tugend: Lina Lärches aktuelles Programm „Ich find´s jetzt schon toll!“ dreht sich rund um Kleider, Lieder und Faxen – alles selbst gemacht.

Orangefarbener Schlüpfer mit Aufdruck

Die One-Woman-Show, präsentiert im Haus Hellertal am Samstagabend auf Einladung des Kleinkunstvereins Die Eule Betzdorf, spülte einen Hauch von Karneval in den gut besuchten Saal. Quietschebunte Kostüme im häufigen Wechsel bekam der geneigte Kleinkunst-Konsument bei ihr offeriert, es durfte auch mal das sehr, sehr kleine Schwarze sein, schon fast ein Ganzkörper-Thrombose-Strumpf, darunter ließ die athletisch-schlanke Berlinerin einen orangefarbenen Schlüpfer mit „F…-Burka“-Aufdruck aufblitzen. Ansonsten blieb die Darbietung weitestgehend frei von Politik, nicht aber von Esprit und einem sehr feinen Gefühl für mehr oder weniger fragwürdige Zeitgeist-Phänomene und die eigenen Unzulänglichkeiten. Wie Lina Lärche sich ihrem Publikum annäherte, hatte wirklich etwas sehr Anziehendes, sie ließ den Techniker den Begrüßungs-Song stoppen und begab sich zwecks Vorstellungs-Runde erst mal mitten ins Publikum.

Lina Lärche greift in Styling-Trickkiste

Auch später war Mitmachen angesagt: Nach Linas Video-Modenschau kreiste ein großer Karton mit diversen Stoffteilen und Accessoires im Publikum, jeder durfte zugreifen und sich ausstaffieren, und die Künstlerin höchstpersönlich verlieh nach vollbrachter Tat die ersten drei Plätze für eine Cherokee, eine Duschkabine und ein Herrenduo ohne Motto.Es mangelte weder an Kurzweiligkeit noch Einfallsreichtum, denn vor Lina Lärche ist nichts sicher, was sich auch nur annähernd zum Kostüm oder zur Robe umfunktionieren lässt. Lampenschirm, Hirschkäfergeweih, Tischhusse – ihr Griff in die Styling-Trickkiste ist von Schmerzfreiheit, Ironie, Neugier und einem ausgezeichneten Händchen fürs Machbare geprägt.
Zahlreiche Songs garnieren das Programm. Darin nimmt die Expertin für modische Totalausfälle und Styling-Nullnummern beispielsweise Männer in Trekkingsandalen oder die eigene Stoff-Abhängigkeit aufs Korn, durchaus auch mal fragwürdige Verhältnisse zum Ernährungsverhalten diverser Mitmenschen oder die eigenen polyamourösen Anwandlungen.

Mut zur eigenen Körperlichkeit

Barocke Prachtroben in Champagner-rosé, LED-beleuchtete Reifröcke, Anzüge, die an einen Harlekin erinnern – bei Lina Lärche kommt man aus dem Staunen und Freuen kaum heraus, und das gilt sicherlich nicht nur für Fashionistas und Fasching-Freaks. So peppig und witzig, locker und leicht inszeniert darf Kleidung gern daher kommen und inspiriert so ganz en passant auch noch den Betrachter, sich zur eigenen Körperlichkeit zu bekennen und diese entsprechend lustvoll mit einem spannenden Outfit zu unterstreichen.

Autor:

Simone Jurisch (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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