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Zum vierten Mal "Faszination am Fluss"
Scharfe Zungen, zarte Körper

Shari Litt aus Köln, kabarettistische Newcomerin, frönte bei ihrem Auftritt der weit verbreiteten weiblichen Neigung zur Selbstzerfleischung.
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  • Shari Litt aus Köln, kabarettistische Newcomerin, frönte bei ihrem Auftritt der weit verbreiteten weiblichen Neigung zur Selbstzerfleischung.
  • Foto: Simone Jurisch
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

sib Betzdorf. Wenn ein Abend leicht verzögert startet, weil weitere Sitzgelegenheiten für die vielen Gäste herbeigeholt werden müssen, ist das ein gutes Zeichen. Anlass zur Freude allemal für Ideengeber und Künstler Mario el Toro alias Mario Görög, die Stadt Betzdorf, die Verbandsgemeinde und „Betzdorf digital“, denn sie richteten am Samstagabend gemeinsam die vierte Auflage von „Faszination am Fluss“ unter dem Busbahnhof direkt an der Sieg aus. Rund 200 Gäste hatten den Weg zum Festival mit Musik, Kabarett und Artistik gefunden.
Pfiffig und ernsthaft: Jakob HeymannDen Auftakt an diesem Abend der scharfen Zungen und zarten Körper machte Jakob Heymann aus Bremen, seines Zeichens mehrfach ausgezeichneter Liedermacher und Unterhaltungskünstler.

sib Betzdorf. Wenn ein Abend leicht verzögert startet, weil weitere Sitzgelegenheiten für die vielen Gäste herbeigeholt werden müssen, ist das ein gutes Zeichen. Anlass zur Freude allemal für Ideengeber und Künstler Mario el Toro alias Mario Görög, die Stadt Betzdorf, die Verbandsgemeinde und „Betzdorf digital“, denn sie richteten am Samstagabend gemeinsam die vierte Auflage von „Faszination am Fluss“ unter dem Busbahnhof direkt an der Sieg aus. Rund 200 Gäste hatten den Weg zum Festival mit Musik, Kabarett und Artistik gefunden.

Pfiffig und ernsthaft: Jakob Heymann

Den Auftakt an diesem Abend der scharfen Zungen und zarten Körper machte Jakob Heymann aus Bremen, seines Zeichens mehrfach ausgezeichneter Liedermacher und Unterhaltungskünstler. Er punktete vor allem mit seiner hervorragend ausgebildeten Gesangsstimme, pfiffigen Arrangements mit allerhand technischen Finessen und einem gewissen geistigen Tiefgang. Kalauer zum Grölen und Schlüpfrigkeiten sind seine Sache nicht, lieber bewegt er sich im Fahrwasser von Gesellschaftskritik und satirischen Überspitzungen. Allzu viel zu lachen gab es dabei eher nicht.

Olga und Julia überzeugten in der Luft

Eine wahre Explosion der Ästhetik, Anmut und formvollendeten Körperbeherrschung lieferten an dem Abend die beiden Luftakrobatinnen Olga und Julia. An Ringen, Tüchern und Strapaten präsentierten sie im Lichtschacht über dem Fluss ihre Showeinlagen, mal einzeln, mal getrennt, umrahmt von sphärischer Musik, die perfekt dazu passte. Eigens fürs Festival wurden die Wände der Brücke mit Lichtinstallationen bestückt, digitale Wassertropfen, geometrische Muster im fließenden Wechsel gaben dem Festival und der sonst eher karg und kühl wirkenden Location eine ganz besondere optische Note.  Staatlich geprüfter Artist ist Adam Hartwig alias Sir Adam. Was sachlich erst mal eher zopfig klingt, entpuppt sich auf der Bühne regelmäßig als wieselflinkes, mit knackigen Popsongs ummaltes Jonglage-Event mit diversen Diabolos, Keulen und sonstigem dafür geeigneten Instrumentarium. Witzig und quirlig begeisterte der aus Polen stammende Artist Klein und Groß.

Shari Litt bot starken Tobak

Als Newcomerin in Sachen Stand-up-Comedy lieferte Shari Litt aus Köln überraschend wie erfreulich starken Tobak. Gekonnt spielte sie, gekleidet in ein züchtiges grünes Midi-Kleid mit Fuchskopf-Bildern, mit der weit verbreiteten weiblichen Neigung zur Selbstzerfleischung und allerhand Geschlechter-Klischees in Paar-Beziehungen und untermalte das Ganze dann und wann mit den Klängen ihrer Ukulele. Zur forschen Füchsin gesellte sich dann noch ein „alter Hase“ des komödiantischen Faches: Szenen aus seinem Bühnen-Programm „Obelpackung“ servierte Andreas Obering alias Obel, bekannt aus dem Trio (!) Till und Obel sowie als Darsteller des Fußball-Kommentators Herbert Zimmermann in dem Kinoerfolg „Das Wunder von Bern“.Es gab einen witzigen Abriss aus dem Familienalltag, garniert mit Stimmen-Imitationen – Franz Beckenbauer und Giovanni Trapattoni gaben sich die Ehre – und einer Top Ten seiner Lieblings-Handwerker-Sprüche. Zum Brüllen komisch mit Einblicken in die mundartliche Diaspora endete die vierte Auflage von „Faszination am Fluss“ mit dieser „Obelpackung“.

Autor:

Simone Jurisch (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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