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Amüsanter Kalle Pohl in Doppelrolle in der Stadthalle Betzdorf
Tür auf, Tür zu bei rasantem Lustspiel „Floh im Ohr“

Victor (Kalle Pohl, l.) hat seinem Arzt Dr. Finache (Stefan Gebelhoff) offenbart, dass er Probleme mit der Manneskraft hat. Gleichwohl hat er einen leidenschaftlichen Brief von einer „Unbekannten“ erhalten. Das Lustspiel „Floh im Ohr“ von Georges Feydeau sorgte für viel Freude in der Betzdorfer Stadthalle.
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  • Victor (Kalle Pohl, l.) hat seinem Arzt Dr. Finache (Stefan Gebelhoff) offenbart, dass er Probleme mit der Manneskraft hat. Gleichwohl hat er einen leidenschaftlichen Brief von einer „Unbekannten“ erhalten. Das Lustspiel „Floh im Ohr“ von Georges Feydeau sorgte für viel Freude in der Betzdorfer Stadthalle.
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aww - Komiker Kalle Pohl amüsierte das Publikum in der Stadthalle Betzdorf aufs Köstlichste: mit einer Doppelrolle in der Komödie „Floh im Ohr“ von Georges Feydeau.

aww Betzdorf. Was kommt als Nächstes? Das fragt sich der belustigte Zuschauer mehr als einmal mit Tränen in den Augen. Das Lustspiel „Floh im Ohr“ des Franzosen Georges Feydeau (1862–1921), uraufgeführt 1907 in Paris und am Dienstag in einer modernisierten deutschen Fassung auf die Bühne der Stadthalle Betzdorf gebracht, schöpft aus dem Vollen, scheint alles nur Erdenkliche aufbieten zu wollen, um sich als wirkungsvolle, mitreißende und ohne Unterlass Freude bringende Komödie zu produzieren: witzige Pointen noch und noch, gepfeffert mit dem einen oder anderen Kalauer;

aww - Komiker Kalle Pohl amüsierte das Publikum in der Stadthalle Betzdorf aufs Köstlichste: mit einer Doppelrolle in der Komödie „Floh im Ohr“ von Georges Feydeau.

aww Betzdorf. Was kommt als Nächstes? Das fragt sich der belustigte Zuschauer mehr als einmal mit Tränen in den Augen. Das Lustspiel „Floh im Ohr“ des Franzosen Georges Feydeau (1862–1921), uraufgeführt 1907 in Paris und am Dienstag in einer modernisierten deutschen Fassung auf die Bühne der Stadthalle Betzdorf gebracht, schöpft aus dem Vollen, scheint alles nur Erdenkliche aufbieten zu wollen, um sich als wirkungsvolle, mitreißende und ohne Unterlass Freude bringende Komödie zu produzieren: witzige Pointen noch und noch, gepfeffert mit dem einen oder anderen Kalauer; ein permanentes Kommen und Gehen und schwindlig machendes Tür-auf-Tür-zu inklusive eines drehbaren Zweifachbettes; mannigfaltige Verwechslungen auch dank einer mit Komiker Kalle Pohl fabelhaft besetzten Doppelrolle; schrille, mitunter freakige Charaktere mit Sprachfehler, Alkoholproblem, übersteigerter Libido oder maßloser Eifersucht; ein bisschen Gesang; nicht zuletzt Sex, Schlüpfriges, sprachliche Zweideutigkeiten und den gedachten oder tatsächlichen Griff in den Schritt, ohne die Grenze zum Vulgären zu überschreiten.

Betzdorfer lassen sich amüsieren - und wie!

Rund 350 Zuschauerinnen und Zuschauer sind gekommen, um sich auf Einladung der VHS-Theatergemeinde Betzdorf einen Abend lang köstlich amüsieren zu lassen. Und wie das funktioniert! Längst nicht jede Theaterkomödie hat einen so hohen Bespaßungsfaktor wie diese Produktion der Landesbühne Rheinland-Pfalz im Schlosstheater Neuwied unter der Regie von Jan Bodinus, die das Publikum in der Stadthalle gar nicht mehr aus dem Lachen herauslässt. Dass dabei nicht immer alles ganz logisch zugeht – geschenkt. Schließlich ist den Machern mit dem drehbaren Bett, das die Akteure nach Belieben verschwinden lassen und wieder hervorzaubern kann, ein ziemlich pfiffiger dramaturgischer Kniff gelungen.

Kalle Pohl: urkomisch, exakt und präsent

Die Handlung des rasant-turbulenten Dreiakters um (vermeintliches) Fremdgehen und alle damit einhergehenden Komplikationen ist von Anfang an recht flott erzählt, nimmt aber richtig Fahrt auf, als sich die Personen nach und nach im Stundenhotel „Zum galanten Pussykätzchen“ über den Weg laufen – ungewollt, versteht sich. Kalle Pohl in einer Doppelrolle als der Untreue verdächtiger, jedoch (vorläufig) impotenter Ehemann und als stets betrunkener Hotel-Portier – die sich freilich gleichen wie Zwillinge – ist urkomisch, darstellerisch exakt und präsent, ohne übertrieben aus dem Ensemble hervorzustechen. Er hat seinen Louis de Funès verinnerlicht, setzt dessen Stilmittel dosiert, ohne Übertreibung ein. Nebenbei hat der als „Starkomiker“ angekündigte Pohl ein ganz starkes Aufgebot an Kolleginnen und Kollegen an seiner Seite. Besonders witzig: Sören Ergang als verliebter Schmalspur-Elvis mit Sprachstörung, Dimitri Tellis als schnauzbärtiges Klischee eines wutschnaubenden spanischen Heißblüters und Fabienne Hesse als dessen Ehefrau, eine hysterische Persönlichkeit mit herrlichem Grimassenspiel. Auf je eigene Weise ebenfalls sehenswert: Stefan Gebelhoff als triebgesteuerter Arzt und Schürzenjäger, Beatrice Kaps-Zurmahr in der Rolle der anzüglich-feurigen, rothaarigen Hotelwirtin, Eva Mia Geese als sexy Hausmädchen und „Domina“ und Petra Kalkutschke als gar nicht so unattraktives Mauerblümchen, dem der Doktor hemmungslos nachsteigt. Sie alle dürfen zum guten Schluss verdienten, anhaltenden, herzlichen Applaus entgegennehmen.

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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