Fotovoltaik und Batteriespeicher
2400 Liter Benzin gespart

Informierten beim Pressegespräch „Sonne tanken“ des Kreises: Thomas Mehrer (Leiter Energiegeschäft bei der rhenag), der Klimaschutzmanager des AK-Kreises, Stefan Glässner, Staatssekretär Dr. Thomas Griese, Landrat Michael Lieber, Abteilungsleiter „Bau und Umwelt“, Thomas Leue, sowie Nicolette Matysiak, beim Kreis für Gebäudemanagement zuständig (v. l.).  Fotos: goeb
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  • Informierten beim Pressegespräch „Sonne tanken“ des Kreises: Thomas Mehrer (Leiter Energiegeschäft bei der rhenag), der Klimaschutzmanager des AK-Kreises, Stefan Glässner, Staatssekretär Dr. Thomas Griese, Landrat Michael Lieber, Abteilungsleiter „Bau und Umwelt“, Thomas Leue, sowie Nicolette Matysiak, beim Kreis für Gebäudemanagement zuständig (v. l.). Fotos: goeb
  • hochgeladen von Dr. Andreas Goebel (Redakteur)

goeb Altenkirchen. Das Wort von der Vorbildfunktion machte am Dienstag mehrfach die Runde beim Besuch von Staatssekretär Dr. Thomas Griese in der Kreisverwaltung Altenkirchen. Stichwort E-Mobilität und Klimawandel. „Sie müssen im ländlichen Raum, was die E-Mobilität betrifft, viel Überzeugungsarbeit leisten. Da muss man Vorbild sein“, so Michael Lieber. Er setzt sich mitunter auch mal selbst ans Steuer des E-Golf oder des Kia mit Elektromotor und fährt damit bei Terminen vor. „Das Interesse ist jedesmal groß“, bemerkte er. Peter Müller von der Energieagentur Rheinland-Pfalz sah die Landbevölkerung sogar im Vorteil. „Da haben viele eine Garage, die sich für Fotovoltaik auf dem Dach eignet. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber den Städtern.“

Vielleicht speisen in Zukunft ja mehr Bürger selbst produzierten Strom im Eigenbedarf in ihre Elektro-Autos, wie es der Kreis jetzt tut. Im Rahmen eines Pilotprojekts ist mit dem Garagenneubau an der Musikschule ein Baustein gesetzt worden, der zur Zeit passt. „Denn die Auswirkungen der Klimakrise spüren wir“, so Griese vom Umweltministerium in Mainz. Trockenheit und die unglaubliche Vermehrung der Borkenkäfer stellten eine akute Bedrohung dar.

Die neue Fotovoltaikanlage auf der Garage ist gekoppelt mit einem Batteriespeicher. Der gibt nachts den Strom ab an die beiden E-Autos, denn tagsüber sind der E-Golf und der Kia auf den Straßen unterwegs. Wenn die Dienstreisen zu Ende sind und die Autos in der Garage stehen, dann wird an der Lithiumbatterie „getankt“.

Rein rechnerisch, verdeutlichte die Kreisverwaltung, seien so jährlich rund 40 000 Kilometer schadstoff- und emissionsfrei per Solarbetrieb möglich. Real würden schon heute im Jahr 2400 Liter Benzin eingespart. 24 hochmoderne, schwarze Module wandeln Sonnenlicht in Strom um. Gebraucht wird nur das halbe Dach. Es ist geschiefert, und die Hälfte soll freibleiben, damit man den Schiefer sehen kann. Das war eine Auflage des Denkmalschutzes – trotz Neubau in der mit betagten Gebäuden gesegneten Umgebung. Stefan Glässner, der Klimaschutzmanager des Kreises, bezifferte die Kohlendioxid-Ersparnis mit 4 Tonnen im Jahr. Errechnet worden sei auch der Durchschnittsverbrauch der Autos pro 100 Kilometer. 14 Kilowattstunden entsprächen etwa 1,4 Liter Benzin. Laut Glässner komme man auf 3,5 Euro, die man für den Antrieb auf 100 Kilometer rechne, beim Benziner seien es etwa 10 Euro. Produziert man den Strom auch noch selbst kommt man auf 1,5 Euro.

Das Pilotprojekt „Sonne tanken“ gefiel auch Griese. „Der Einstieg in die kommunale Sektorenkopplung mit Sonnenstrom kann sich sehen lassen“, lobte er. Überhaupt habe der Kreis früh angefangen mit seinem integrierten Klimaschutzkonzept, mit dem er 2013 begonnen habe. „Im Vergleich zu den Nachbarkreisen sind Sie führend“, sagte er an Liebers Adresse.

Kreiseigene Dächer produzieren schon reichlich Strom. Allein in diesem Jahr, ergänzte der Landrat, kommen mit dem Schulzentrum Altenkirchen und der IGS Kirchen drei neue Dächer hinzu. „Zum Jahresende werden es deutlich über 630 kW sein“, ergänzte Michael Lieber. Weil man mit Fotovoltaik gute Erfahrungen gemacht habe, beziehe man PV bei Sanierungsvorhaben von Anfang an mit ein, sagte Glässner. Der Staatssekretär kündigte in diesem Zusammenhang an, dass das Land Rheinland-Pfalz dieses Jahr noch ein Förderprogramm zur Anschaffung von Batteriespeichern auflege.

„Wenn wir beim Klimaschutz erfolgreich sein wollen“, betonte er, „müssen wir die Mobilitäts-, Strom- und Wärmewende zusammendenken. Das Ministerium habe ferner vor, den von der Post eingesetzten E-Scooter umbauen zu lassen, sodass man ihn im Forst einsetzen kann. Griese: „In einem Pilotfahrzeug habe ich selbst schon dringesessen. Das funktioniert einwandfrei.“

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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