Deutliche Warnung vor „rechter Gefahr“
300 Teilnehmer bei „Altenkirchen zusammen“-Demo

Das Bündnis, das sich neu im Kreis Altenkirchen formiert hat, hatte am Sonntag zur Demo aufgerufen, um Flagge zu zeigen gegen Verschwörungsgläubige, rechte Demagogen, Reichsbürger und Co. Dem Ansinnen wurde in Worten und auf Plakaten Nachdruck verliehen.
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  • Das Bündnis, das sich neu im Kreis Altenkirchen formiert hat, hatte am Sonntag zur Demo aufgerufen, um Flagge zu zeigen gegen Verschwörungsgläubige, rechte Demagogen, Reichsbürger und Co. Dem Ansinnen wurde in Worten und auf Plakaten Nachdruck verliehen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nb Betzdorf. Sonst zeigen sie Flagge für den Klimaschutz, am Sonntag forderte die junge Generation mit Plakat- und Stimmeinsatz: Meinungs- und Demonstrationsfreiheit: ja, aber: „Geht nicht mit Nazis spazieren!“
Die Aktivisten von „WW Goes Green“, die auf dem Altenkirchener Schlossplatz ans Mikro traten, waren dabei nur ein Teil eines breiten Bündnisses, das sich innerhalb kürzester Zeit im AK-Land formiert hat (die SZ berichtete am Freitag). Und von breitem Bündnis kann man bei „Altenkirchen zusammen“ in der Tat sprechen: zahlreiche Politiker, Sozialverbände, Privatpersonen und eben auch Gruppierungen wie „WW Goes Green“ sind dabei – und das nicht nur auf dem Papier. Rund 300 Menschen waren nach Angaben der Veranstalter am hellen Sonntagnachmittag dem Aufruf zur Demonstration in der Kreisstadt gefolgt – und damit wesentlich mehr als bei den letzten unangemeldeten Abend-Demos in Altenkirchen oder den angemeldeten Demonstrationen wie in Kirchen.

Solidarität trotz Pandemie

„Da zeigt sich einfach die Zivilgesellschaft“, so ein merklich beeindruckter und berührter Axel Karger. Der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes hatte die Veranstaltung angemeldet und fungierte auch als Hauptredner.
Wie schon im Gespräch mit der SZ unterstrich er dabei: „Unterschiedliche Meinungen sind legitim“ – dies mache einen Rechtsstaat aus. Auch nehme man berechtigte Sorgen Ernst, aber in diversen Chatgruppen und bei so mancher  Demonstration werde versucht, die bürgerliche Mitte ins rechte Lager zu ziehen. Es gebe eindeutig eine „rote Linie“ und zwar zu Verschwörungsgläubigen, Rechten, Reichsbürgern und Co.
Die Pandemie, so Karger, verlange „unvorstellbar viel“ von jedem Einzelnen, aber trotzdem gebe es Solidarität. Er hob die „echten Leistungsträger der Pandemie“ hervor: Jene, die beispielsweise in Krankenhäusern arbeiten, in Kitas, Schulen oder Behinderteneinrichtungen, bei der Polizei oder Gesundheits- und Ordnungsämtern. Zudem erteilte der DGB-Kreisvorsitzende in seiner Rede zunehmender Wissenschaftsfeindlichkeit eine Absage: „Immer öfter wird Wissenschaft als Meinung verunglimpft.“ Dies sei äußerst gefährlich. Unter den Zuhörern bei der Demo-Premiere des Bündnisses waren alle Generationen vertreten. Viele nahmen das „Altenkirchen-zusammen“-Plakat entgegen oder hatten selbst Schilder dabei, die für Vielfalt warben, für das Impfen, für „Solidarität statt Ignoranz“ oder aufforderten: „Mitdenken statt Querdenken.“

Schweigeminute für die Toten der Corona-Pandemie

Das Bündnis, das sich neu im Kreis Altenkirchen formiert hat, hatte am Sonntag zur Demo aufgerufen, um Flagge zu zeigen gegen Verschwörungsgläubige, rechte Demagogen, Reichsbürger und Co. Dem Ansinnen wurde in Worten und auf Plakaten Nachdruck verliehen. Das Bündnis, das sich neu im Kreis Altenkirchen formiert hat, hatte am Sonntag zur Demo aufgerufen, um Flagge zu zeigen gegen Verschwörungsgläubige, rechte Demagogen, Reichsbürger und Co. Dem Ansinnen wurde in Worten und auf Plakaten Nachdruck verliehen. Teil der Veranstaltung war auch eine Schweigeminute für die Toten der Corona-Pandemie – und wer dies noch nicht online getan hatte, konnte den „Altenkirchener Appell“ vor Ort unterzeichnen.
Als Stimme der Jugendlichen zeigte sich die Abordnung von „WW Goes Green“. Jugendliche hätten auf vieles verzichten, vieles hintanstellen müssen und würden seit zwei Jahren Rücksicht auf Ältere, Risikopatienten und Ungeimpfte nehmen – aber: Es gehe um Solidarität. Wie schon Karger sprachen sie sich für die Meinungsfreiheit und die Freiheit zu demonstrieren aus. Gleichzeitig warnten sie vor der „rechten Gefahr“ – und die sei auch im Westerwald nicht erst seit der Pandemie bekannt.
Nicht nur mit der Rede, wofür es viel Applaus gab, sondern auch per Plakat machten sie klar: „Wer mit Nazis marschiert, hat nichts kapiert.“

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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