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Mit Drogen an Gerichtspforte aufgeflogen
46-Jähriger zu drei Monaten auf Bewährung verurteilt

Das Amtsgericht Betzdorf: Hier wollte der 46-jährige Angeklagte hin, hatte aber eine kleine Menge Drogen dabei – und wurde an der Pforte durchsucht (Archivbild).
  • Das Amtsgericht Betzdorf: Hier wollte der 46-jährige Angeklagte hin, hatte aber eine kleine Menge Drogen dabei – und wurde an der Pforte durchsucht (Archivbild).
  • Foto: dach
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

dach Betzdorf.  Am Ende blieb nicht viel übrig. Eigentlich nur 0,3 Gramm. Dennoch: Bastian J. (Name geändert) muss eine kurze Freiheitsstrafe hinnehmen, auch wenn sie zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Der heute 46-Jährige war angeklagt, weil die Koblenzer Staatsanwaltschaft ihn des gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln bezichtigte. Heißt: Bastian J. soll ein Drogendealer gewesen sein, der in Betzdorf sein Unwesen trieb.

Die Anklage umfasste einen Zeitraum von gut zwei Jahren und vier „Deals“ im Gramm-Bereich. Außerdem waren bei einer Durchsuchung 0,3 Gramm Amphetamin sichergestellt worden. Besonders pikant: Das kam heraus, als Bastian J. das Amtsgericht in Betzdorf betreten hatte. Jenem Gebäude, in dem ihm nun der Prozess gemacht wurde.

dach Betzdorf.  Am Ende blieb nicht viel übrig. Eigentlich nur 0,3 Gramm. Dennoch: Bastian J. (Name geändert) muss eine kurze Freiheitsstrafe hinnehmen, auch wenn sie zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Der heute 46-Jährige war angeklagt, weil die Koblenzer Staatsanwaltschaft ihn des gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln bezichtigte. Heißt: Bastian J. soll ein Drogendealer gewesen sein, der in Betzdorf sein Unwesen trieb.

Die Anklage umfasste einen Zeitraum von gut zwei Jahren und vier „Deals“ im Gramm-Bereich. Außerdem waren bei einer Durchsuchung 0,3 Gramm Amphetamin sichergestellt worden. Besonders pikant: Das kam heraus, als Bastian J. das Amtsgericht in Betzdorf betreten hatte. Jenem Gebäude, in dem ihm nun der Prozess gemacht wurde. Dabei fand man an einem Schlüsselanhänger eine Metallhülse, in der er weißes Pulver aufbewahrt hatte.
Diesen Umstand gab der Angeklagte über seinen Verteidiger Daniel Walker unumwunden zu. Von den vier Drogendeals aber wollte er nichts wissen. Walker: „Er hat keine Geschäfte gemacht und auch keine Handelsbestände gehabt.“

Zeuge konnte sich nicht erinnern

Laut Anklage soll der fünffacher Vater einmal 1,94 Gramm Amphetamin in der Tiefgarage der Siegpassage „gecheckt“ haben. Ein anderes Mal ging es demnach um 3 Gramm. Beim dritten Fall konnten die Ermittler keine Menge angeben, beim letzten Vorwurf soll es um sechs Ecstasy-Tabletten gegangen sein.

Nur: Der erste Zeuge konnte so gut wie nichts zur Wahrheitsfindung beitragen. Der 21-Jährige sitzt derzeit im Gefängnis in Wittlich ein, wurde daher von Beamten in Fesseln in den Gerichtssaal geführt. Zum in Rede stehenden Zeitraum könne er kaum etwas sagen: „Ich hatte kurz danach eine Psychose gehabt, kann mich da nicht dran erinnern.“

Ein weiterer Zeuge kam erst gar nicht zur Verhandlung (was ihm ein Ordnungsgeld in Höhe von 300 Euro einbrachte), ein dritter zu spät. Da war es aber bereits gelaufen: Alle Beteiligten verständigten sich darauf, die Vorwürfe des Drogenhandels einzustellen.

Lebenswandel mittlerweile gefestigt

Denn Verteidiger Walker hatte kurz zuvor seine Zweifel deutlich gemacht. Anhand der dünnen Beweislage hier einen gewerbsmäßigen Handel belegen zu wollen „ist schon echt sportlich“. Das Gericht hätte sich lediglich auf die Auswertung der Handy-Nachrichten des Angeklagten stützen können. Und die blieben vage, lauteten etwa: „Hab’ gutes Schnelles“ (als Synonym für Amphetamin) oder „Hab’ sechs Stück“ (es sollen Ecstasy-Tabletten gemeint sein).

Walker betonte in seinem Plädoyer, wie wenig doch 0,3 Gramm seien, außerdem den mittlerweile gefestigten Lebenswandel seines Mandanten. Und ja, er wisse, dass Bastian J. unter Bewährung stehe und mehrfach vorbestraft sei. Er sprach sich trotzdem für eine Geldstrafe aus.

Damit konnte sich die Staatsanwaltschaft und am Ende auch Tim Hartmann nicht anfreunden. Drei Monate, zur Bewährung ausgesetzt, verhängte der Richter. Außerdem muss er 800 Euro an den Verein Brücke Altenkirchen zahlen. Und der Richter gab Bastian J. mit auf den Weg: „Ich hoffe, dass das der letzte Fehler war.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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