„50 Jahre Frieden verpflichten”

Der Weltkriegs-Toten und Opfer der Gewaltherrschaft auch in Betzdorf gedacht

Betzdorf. Stilles Gedenken gestern Morgen nach der Kranzniederlegung: Wie am Ehrenmal in der Rainanlage in Betzdorf wurde am gestrigen Volkstrauertag in vielen Orten des Landkreises Altenkirchen der Toten gedacht, die Fahnen wehten auf Halbmast.

Bei strömenden Regen legten bei der Gedenkstunde im „Rainchen” Bürgermeister Michael Lieber, Stadtbeigeordneter Werner Neuhaus, VdK-Vorsitzender Eberhard Haubrich und Michael Becher - Beauftragter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge – die Kränze des Landes, der Stadt, des VdK Betzdorf sowie des Volksbundes an dem Ehrenmal nieder. Die Stadt Betzdorf und der Volksbund hatten zu dem stillen Gedenken am Ehrenmal aufgerufen.

„Wir haben uns am Ehrenmal versammelt, um all derer zu gedenken, die durch Krieg und Gewaltherrschaft ihr Leben verloren haben”, sagte Becher in seiner kurzen Gedenkrede. „Wir gedenken der Toten auch aus der Verantwortung für die Zukunft heraus”, sagte er. „Denn indem wir die Erinnerung an die schrecklichen Folgen der Kriege wachhalten, tragen wir zur Gestaltung einer friedlichen Zukunft bei.”

Der Beauftragte des Volksbundes erinnerte zum Gedenken an die Soldaten der beiden Weltkriege, „die auf den Schlachtfeldern des Krieges oder in der Gefangenschaft ihr Leben verloren” haben. Gedacht wurde unter anderem auch der Flüchtlinge und Vertriebenen, die auf dem erzwungenen Weg aus der Heimat verstarben. Bei der Gedenkfeier wurde auch der Frauen, Kinder und Männer aus der Zivilbevölkerung gedacht, die im Bombenhagel umkamen.

Gedacht wurde auch der Frauen und Männer, die im Widerstand gegen die Hitlerdiktatur ihr Leben verloren. Becher erwähnte daneben auch die „vielen Menschen, die verfolgt und getötet wurden, weil sie anderer Überzeugung waren, einer anderen Rasse angehörten oder wegen ihrer Behinderung als lebensunwert eingestuft wurden”. Seit mehr als 50 Jahren in Deutschland ohne Krieg leben zu dürfen, dafür sei man dankbar, sagte Becher.

„Das verpflichtet uns über alle Grenzen hinweg für Verständigung und Versöhnung zwischen den Menschen einzutreten”, so der Beauftragte des Volksbundes: „So mag aus der Besinnung zum Volkstrauertag Hoffnung erwachsen, Hoffnung auf eine Welt ohne Krieg und Gewaltherrschaft.” Wie die SZ bereits berichtete, gab es in diesem Jahr zum ersten Mal eine „Zweiteilung” anlässlich der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag.

Die eigentliche Gedenkfeier fand diesmal in der Dualen Oberschule statt. Schüler der zehnten Klasse hatten dafür die Ausstellung „Gewalt - Krieg - (Un-) Frieden” erarbeitet. Bürgermeister Lieber sagte, dass diese neue Form auch fortgeführt werden soll. „Wir werden aber auch weiterhin hier den Toten der Weltkriege und aller weiteren Kriege gedenken”, versicherte Lieber. rai

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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