Antisemitismus-Beauftragter setzte Zeitzeichen
5400 Euro: Kirchenkreis-Stiftung hat 15 Projekte bedacht

Die Vertreter der von der Kirchenstiftung bedachten Gruppen und Projekte stellten sich mit Dieter Sonnentag und Dieter Burgard (beide Mitte) beim Stiftungsfest zusammen.
  • Die Vertreter der von der Kirchenstiftung bedachten Gruppen und Projekte stellten sich mit Dieter Sonnentag und Dieter Burgard (beide Mitte) beim Stiftungsfest zusammen.
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rai Betzdorf. Über Geld der Stiftung des Ev. Kirchenkreis Altenkirchen können sich die Mitarbeiter von 15 Projekte freuen. Beim neunten Stiftungsfest, das am Dienstagabend im Gemeindehaus an der St.-Barbara-Straße in Betzdorf begangen wurde, wurden nicht nur die Projekte präsentiert, sondern es wurde auch„ein klares Zeichen gegen Hass und Hetze“ gesetzt.

So lautete das Thema, zu dem Dieter Burgard, Beauftragter der Ministerpräsidentin für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen in Rheinland-Pfalz, sprach. Ihn begrüßte Dieter Sonnentag, Vorsitzender des Stiftungsrates, ebenso wie Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser, Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer, Pfarrer und Presbyter. Sonnentag hatte darauf hingewiesen, dass es dem Stiftungsrat wichtig ist, zu aktuellen Themen „Zeitzeichen zu setzen“. Er erwähnte den derzeit aufkommenden Antisemitismus und freute sich, dass Burgard referierte.

„Auch hier in der Region gibt es Rechtsradikale“, betonte der Landesbeauftragte. In seinem Vortrag beleuchtete er das Thema Antisemitismus aus verschiedenen Blickwinkeln. Ein besonderes Feld sei der Rechtsrock. Er erwähnte auch den vermeintlichen Überfall auf eine türkische Familie in Betzdorf, der nie ganz geklärt worden sei.

Rheinland-Pfalz habe eine alte und traditionsreiche jüdische Geschichte. Mehr als 400 jüdische Friedhöfe, Dutzende ehemalige und fünf lebendige Gemeinden würden das Judentum bezeugen. Etwa 3000 Juden gebe es heute in Kultusgemeinden.

Burgard ging auch auf die Situation vor Ort ein: In den 1930er-Jahren lebten demnach mehr als 40 Personen jüdischen Glaubens in Betzdorf. Während der Shoa seien allerdings keine Juden mehr hier gewesen. Dennoch: 21, die in andere Orte gezogen waren, seien ermordert worden.

Bei seiner Arbeit erlebe er täglich, wie real das Thema Antisemitismus auch heutzutage sei, so der Landesbeauftragte. In Zeiten des Relativierens und Verdrängens gewinne es zunehmend an Bedeutung. Auf der anderen Seite habe aber auch die Sensibilität zugenommen: Täglich gebe es Anfragen, z.B. von Schulen und jüdischen Gemeinden. Das passt, denn für Burgard sind Präventions-, Informations- und Bildungsarbeit wichtig, um Antisemitismus zu bekämpfen. Sonnentag indes appellierte: „Jeder muss seinen Beitrag leisten.“

5400 Euro: Das ist der Betrag, den die Stiftung bei ihrem Fest ausschüttete. Bei der Präsentation zeigte sich die Vielfalt unter den Gruppen und Projekten. Allein drei aus der Kirchengemeinde Daaden wurden gefördert. Pfarrer Steffen Sorgatz stellte eine Segelfreizeit für Teenager vor. Für die ev. Kita Daaden berichtete Inge Luckenbach-Bangerakis von der Aktion „rundum gesund in der Kita“ – zur Lärmreduzierung wurde schwerentflammbare Gardinen angeschafft, damit alle deutlich leiser miteinander umgehen können. Pfarrerin Kirsten Galla und Gemeindereferentin Barbara Pottmann berichteten über „Abenteuer auf dem Bauernhof“ im Rahmen der Kinderbibeltage.

Um Kinder und Glaube ging es beim Lego-Tag der ev. Kirchengemeinde Freusburg. Die Betzdorfer Pfarrerin Anja Karthäuser stellte für den Fachausschuss Erwachsenenbildung im Kirchenkreis das Projekt „was bleibt“ vor, das sich mit den Themen Tod und Leben beschäftigt und u.a. eine Wanderausstellung zeigen wird.

Unterstützt wurden außerdem – unter anderem – der Wettbewerb „Unsere schöne bunte Welt“ sowie die Eltern-Kind-Gruppe Betzdorf (beide Diakonisches Werk Altenkirchen).

Auch das Projekt „Sternenkinder“ des Jugendreferats des Kirchenkreises wurde bedacht. Hier wurde die Homepage vorgestellt, die nun online ist. Schließlich stellte noch die Männerarbeit im Kirchenkreis den Mehrgenerationentag bei der Feuerwehr vor.

Musikalisch umrahmt wurde das Stiftungsfest von Miriam Steup (Querflöte) und Organistin Natascha Nazarenus, die die „Suite antique“ von John Rutter darboten.

Autor:

rai (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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