SZ

Hausärztliche Versorgung in Kirchen
Ärzte werden mit Gold aufgewogen

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) finanzieren sich nicht leicht, verdeutlichte Henning Weil. Die Verbandsgemeinde sucht nach Mitteln und Wegen, die medizinische Versorgung auf ihrem Gebiet langfristig sicherzustellen.
  • Medizinische Versorgungszentren (MVZ) finanzieren sich nicht leicht, verdeutlichte Henning Weil. Die Verbandsgemeinde sucht nach Mitteln und Wegen, die medizinische Versorgung auf ihrem Gebiet langfristig sicherzustellen.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

goeb Betzdorf. Einmal mehr gerungen wurde im Verbandsgemeinderat Betzdorf-Gebhardshain um die Frage der ärztlichen Versorgung der Region. Was die Stadt Betzdorf vorexerziert hat, dürfte auch für die Region von Belang sein, denn – wie drückte es der Mediziner Henning Weil aus: Man kann sich Ärzte nicht backen. Die SPD hatte einen entsprechenden Antrag formuliert, wie man Ärzte in die Region bekommen und sie dort halten könne. Was Bernd Becker für die Sozialdemokraten formulierte, wurde vielfach kommentiert, geändert, und teilweise widersprachen ihm die Redner auch. So war es später an 1. Beigeordnetem Joachim Brenner, den gemeinsamen Nenner aller Positionen festzustellen und darüber abstimmen zu lassen. Das gelang.

goeb Betzdorf. Einmal mehr gerungen wurde im Verbandsgemeinderat Betzdorf-Gebhardshain um die Frage der ärztlichen Versorgung der Region. Was die Stadt Betzdorf vorexerziert hat, dürfte auch für die Region von Belang sein, denn – wie drückte es der Mediziner Henning Weil aus: Man kann sich Ärzte nicht backen. Die SPD hatte einen entsprechenden Antrag formuliert, wie man Ärzte in die Region bekommen und sie dort halten könne. Was Bernd Becker für die Sozialdemokraten formulierte, wurde vielfach kommentiert, geändert, und teilweise widersprachen ihm die Redner auch. So war es später an 1. Beigeordnetem Joachim Brenner, den gemeinsamen Nenner aller Positionen festzustellen und darüber abstimmen zu lassen. Das gelang.

Diskussion um MVZ in kommunaler Hand

Weil reklamierte, dass das Thema bei allen politischen Parteien obenan stehe. Die von der SPD vorgebrachte Idee vom MVZ in kommunaler Hand sah er kritisch. MVZs könnten keine schwarzen Zahlen schreiben, „allenfalls eine schwarze Null“. Und das auch nur dann, „wenn sich ein Onkel Doktor findet, der auch die Abrechnung macht“. Stelle man einen Geschäftsführer dafür ein, würde es richtig teuer.
Laut Weil könne man dem Kirchener Krankenhaus sowie der Diakonie für die hiesigen MVZs dankbar sein, denn die hielten sich nur, weil sie mit den großen Häusern mischfinanziert seien. Das eigentliche Problem bestehe darin, dass es nicht genügend Ärzte gebe. Weil regte an, heimische Medizinstudenten einzuladen und nach ihren Bedürfnissen zu fragen.
Vielleicht kämen manche zurück, wenn sie hier bessere Bedingungen vorfänden. Gäbe es nicht auch die Assistenzärzte des Kirchener Krankenhauses, die sich manchmal bereit fänden, sich hier niederzulassen, es sähe noch düsterer aus.

Ärztliche Versorgung als lebenswichtig für Kirchen

FWG, CDU und FDP warben dafür, eine Infoveranstaltung anzubieten, wo ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Stellung bezieht. Jannik Blähser (FDP) konnte sich für Finanzierungshilfen erwärmen, appellierte aber, von MVZs in kommunaler Hand die Finger zu lassen.
Michael Wäschenbach (MdL) sagte, er sei dankbar für „die ergebnisoffene Umformulierung des Antrags“. Er sei der in Betzdorf gegründeten Bürgerinitiative verbunden für ihren Kampf. Gleichwohl: Eine Patentlösung gebe es nicht. Es sei auch nicht Aufgabe der Kommune, die ärztliche Versorgung sicherzustellen. „Das ist originäre Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung. Wir sind ja auch nicht für Lehrer, Polizei und Richter zuständig.“ Würde die VG umfassend die ärztliche Versorgung unter ihre Fittiche nehmen, der Bürger müsste doppelt zahlen, nämlich über die Krankenkassenbeiträge als auch über Steuern (Grundsteuer B).
„Wir wollen, glaube ich, alle dasselbe, glättete Joachim Brenner die Wogen. Der umformulierte SPD-Antrag hatte am Ende folgende Stoßrichtung. Die Verbandsgemeinde erkennt die ärztliche Versorgung als lebenswichtige Infrastruktur an und übernimmt Verantwortung für deren Aufrechterhaltung. Das Rathaus soll außerdem eine Infoveranstaltung zu diesem Thema für die Bürger organisieren und dazu einen Vertreter der KV einladen.
Auch an Personen, die ein MVZ betreiben (etwa genossenschaftlich), ist gedacht. Schließlich soll die VG eine Strategie aufstellen, um die Ärzteversorgung sicherzustellen. Teil dieser Strategie ist eine Förderrichtlinie. Sollte es zu Praxisschließungen kommen, dann soll die Verbandsgemeinde auch in Einzelfällen prüfen, mit welchen Mitteln Mediziner zu einer Niederlassung auf dem Gebiet der VG bereit wären.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen