SZ

Der aktuelle Stand der Bauarbeiten
Alte Schulturnhalle in Betzdorf als Sorgenkind

Ortstermin auf einer Dauerbaustelle: Die Sanierung der Turnhalle an der Schützenstraße war viel aufwändiger als geplant. Daher ziehen sich auch die Arbeiten spürbar in die Länge.
  • Ortstermin auf einer Dauerbaustelle: Die Sanierung der Turnhalle an der Schützenstraße war viel aufwändiger als geplant. Daher ziehen sich auch die Arbeiten spürbar in die Länge.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

damo Betzdorf. Elektriker statt Schulkinder, Estricharbeiten statt Leichtathletik: Noch immer geben in der alten Schulturnhalle an der Schützenstraße die Handwerker den Takt an. Und bis sich das ändert, wird noch viel Zeit ins Land gehen: Davon berichteten der Betzdorfer Beigeordnete Joachim Brenner und Bauamtsmitarbeiter Armin Brast jetzt beim Baustellentermin mit der SZ.

Turnhalle

damo Betzdorf. Elektriker statt Schulkinder, Estricharbeiten statt Leichtathletik: Noch immer geben in der alten Schulturnhalle an der Schützenstraße die Handwerker den Takt an. Und bis sich das ändert, wird noch viel Zeit ins Land gehen: Davon berichteten der Betzdorfer Beigeordnete Joachim Brenner und Bauamtsmitarbeiter Armin Brast jetzt beim Baustellentermin mit der SZ.

Turnhalle Betzdorf als Sorgenkind

Erst im kommenden Frühling sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die beiden Gesprächspartner der SZ sind sich einig: „Das ist unser Sorgenkind“, sagt Brenner, und Brast nickt. Denn bei der Generalsanierung folgte eine böse Überraschung auf die andere, hat praktisch in jeder Ecke eine finstere Altlast gelauert. „Hätten wir von Anfang an geahnt, was alles auf uns zukommt, hätten wir neu gebaut. Da bin ich ziemlich sicher“, sagt Joachim Brenner.

Aber dazu ist es nicht gekommen: Die massiven Gebäudeschäden sind alle nach und nach ans Tageslicht gekommen. „Und dann sieht die Sache eben anders aus“, sagt Armin Brast. In seiner Freizeit ist er begeisterter Pilot, und so wählt er einen Vergleich aus dem Luftsport: „Das ist wie beim ,Point of no return’. Wenn Du in der Luft einen technischen Defekt hast, musst Du abwägen: Lohnt es sich, zum letzten Flugplatz zurückkehren – oder hältst Du besser Kurs bis zum nächsten?“ Im Falle der Turnhalle war die Entscheidung knapp, aber: Die Planer haben Kurs gehalten. Nur eben mit etlichen Anpassungen.
Ursprünglich war geplant, das Fundament der alten Halle – gebaut wurde sie 1927, nach dem Zweiten Weltkrieg mussten Teile erneuert werden – trockenzulegen. Zudem sollte das Gebäude ein neues Dach bekommen, und auch die Haustechnik sollte modernisiert werden. Im Umkehrschluss bedeutet das: Weite Teile des alten Gebäudes sollten ursprünglich erhalten werden.

Asbesthaltiger Putz als erste böse Überraschung

Aber dazu ist es nicht gekommen: Die erste böse Überraschung war ein asbesthaltiger Putz im Halleninneren. Die Folge: Handwerker im Schutzanzug und mit Atemmaske, Schleusen, teure Entsorgung. „Das hat uns die ersten zwei Monate gekostet“, rechnet Brenner vor. Als der alte Putz runter war, kam der nächste Tiefschlag für die Planer: In den Stahlbetondecken fehlte ein entscheidendes Element – die Bewährung.

„Da war bis auf braune Rostspuren nichts mehr von übrig“, berichtet Brast. „Der Gutachter hat uns gesagt, dass er so etwas noch nie gesehen hat“, ergänzt Brenner. Also mussten die Böden und Decken im Halleninneren raus. Das hat weitere fünf Monate gekostet. Dass sich anschließend herausgestellt hat, dass die Bodenplatte im Lehm lag und ebenfalls neu gegossen wurde, fällt da schon kaum noch ins Gewicht.

Bauarbeiten in Betzdorf schreiten gut voran

Mittlerweile schreitet der Bau aber gut voran. De facto sind nur die vier Außenwände erhalten worden – und selbst die nur in Teilen. Wo immer es möglich war, ist die alte Ziegelwand aufgebrochen und mit gedämmten Steinen neu gemauert worden. Letztlich sind nur Stützen aus Ziegelstein geblieben.

So hat die Baustelle mittlerweile 2,8 Millionen Euro gekostet. Dass das unter dem Strich trotzdem günstiger ist als ein Neubau, ist einem Bundesförderprogramm zu verdanken: 90 der Prozent der Kosten für die energetische Sanierung werden bezuschusst – allerdings nicht im Neubau, sondern nur bei Sanierungen. „Das deckt in unserem Fall das Dach, die Fenster, die LED-Beleuchtung und die Fassadendämmung ab“, erklärt Brast. Unterm Strich bleiben für die Verbandsgemeinde rund 1,6 Mill. Euro Eigenanteil.

Der wird wohl auch so bleiben – denn jetzt sind keine weiteren bösen Überraschungen zu erwarten. Und auch die Bauzeitenplanung sollte jetzt hinhauen, wobei einige letzte Unwägbarkeiten geblieben sind: Noch sind nicht alle Ausschreibungen in trockenen Tüchern. Trotzdem sind Brenner und Brast optimistisch, dass die Schulturnhalle im April fertig sein wird. „Dann steht hier praktisch ein Neubau“, sagt Brenner. Bis auf ein paar Ziegelsteingerippe ist das nicht übertrieben.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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