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Stadthalle Betzdorf
Aus für 83 Kugelleuchten

Das Archivfoto vom März 2019 – eine Veranstaltung zum Thema Ärztenotstand – dokumentiert recht eindrücklich die unterschiedliche Beleuchtungsart in der Stadthalle. Der linke Teil, der (abtrennbare) Barbarasaal, besitzt noch die ursprüngliche Beleuchtung aus den Achtzigern. Sie erinnert an umgedrehte Leuchtpilze.  Foto: goeb
  • Das Archivfoto vom März 2019 – eine Veranstaltung zum Thema Ärztenotstand – dokumentiert recht eindrücklich die unterschiedliche Beleuchtungsart in der Stadthalle. Der linke Teil, der (abtrennbare) Barbarasaal, besitzt noch die ursprüngliche Beleuchtung aus den Achtzigern. Sie erinnert an umgedrehte Leuchtpilze. Foto: goeb
  • hochgeladen von Dr. Andreas Goebel (Redakteur)

goeb Betzdorf. Die Betzdorfer Stadthalle, die „gute Stube“, wie ein Ratsmitglied am Mittwoch in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Stadt festhielt, ist den Bürgern viel wert. Armin Brast vom Bauamt überraschte deshalb nicht mit der Zahl von 20 000 Euro, die jedes Jahr in die Halle investiert werden. Mindestens. Manchmal ist es auch mehr.

Weil das Geld in der Sieg-Heller-Stadt nicht auf der Straße liegt, klaffen das Wünschenswerte und Machbare auseinander. Schon vor zehn Jahren, bei der großen Sanierung, war die Beleuchtung ein großes Thema gewesen.

„Der Barbarasaal hinkt hinterher“, fasste Brast zusammen.

goeb Betzdorf. Die Betzdorfer Stadthalle, die „gute Stube“, wie ein Ratsmitglied am Mittwoch in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Stadt festhielt, ist den Bürgern viel wert. Armin Brast vom Bauamt überraschte deshalb nicht mit der Zahl von 20 000 Euro, die jedes Jahr in die Halle investiert werden. Mindestens. Manchmal ist es auch mehr.

Weil das Geld in der Sieg-Heller-Stadt nicht auf der Straße liegt, klaffen das Wünschenswerte und Machbare auseinander. Schon vor zehn Jahren, bei der großen Sanierung, war die Beleuchtung ein großes Thema gewesen.

„Der Barbarasaal hinkt hinterher“, fasste Brast zusammen. Zum einen müsste die Wandvertäfelung an den sanierten Teile der Halle angepasst werden, zum anderen hebt sich die 38 Jahre alte Beleuchtung mit der an umgedrehte Leuchtpilze erinnernden Illuminierung vom angrenzenden Teil deutlich ab. 83 Kugelleuchten aus der Zeit, da sich Helmut Kohl noch auf dem Zenit seiner Macht befand, sollen abgebaut und ihren Platz für ein neues, raffiniertes Beleuchtungskonzept räumen.

Manch einer musste allerdings schlucken bei dem Preis, den Betzdorf bezahlen muss und für den am Mittwoch ein Plätzchen im Haushaltsentwurf freigeräumt werden sollte: 38 000 Euro zuzüglich 9000 Euro für die dann fällige neue abgehängte Decke. „Denn wenn wir die Lampen ausbauen, sieht die aus wie ein Schweizer Käse“, schmunzelte Brast. Außerdem müssen in der Decke Dimmer und Trafos Platz finden, sie muss also ganz neu aufgebaut werden.

Mehrfach hatte sich das Bauamt den Saal zusammen mit einer Lichtplanerin angesehen und sich für ein System erwärmt, das Ästhetik und Funktionalität vereint. Die alten Kugelleuchten seien nämlich nicht nur Stromfresser, hieß es, sie versperren die Sicht auf die an sich schöne Dachverglasung. Die soll durch die drei kleineren und eine größere, in rechteckigen Aluprofilen versteckten Linienbeleuchtung viel besser zur Geltung kommen.

Die Technik macht’s möglich. Schwenkbare Spots unterbrechen die Reihen der kleinen LED-Lämpchen und ermöglichen das „In-Szene-Setzen“ etwa von Bildern an der Wand, was bei Ausstellungen effektvoll eingesetzt werden könnte. „Alle Elemente können einzeln zugeschaltet werden und alle Elemente sind dimmbar, auch solo“, beschrieb Brast, der dazu Zeichnungen und Fotografien zeigte.

Läuft die Anlage auf Hochtouren, dürfte es so hell sein wie im Beamerstrahl von Raumschiff Enterprise. „Dabei liegt der Stromverbrauch weiter unter dem von heute“, ergänzte Brast.

Ob es nicht auch eine Nummer kleiner gehe, wollte CDU-Sprecher Werner Hollmann wissen. „Sicher“, antwortete Armin Brast. Es gebe auch eine Variante für 6000 Euro weniger, aber das gebe dann Abzug beim Flair. Im Übrigen: „Bei der Stadthalle haben wir nie gekleckert. Ich erinnere an die Diskussion um die Theke im Foyer, die 49 000 Euro gekostet hat. Erst wurde das kritisiert, nachher waren alle restlos begeistert.“

Das mit dem „nicht gekleckert“ wollte SPD-Sprecher Karl-Heinz Mohr nicht stehen lassen. „Sehr wohl mussten wir kleckern. Ursprünglich wollten wir eine Terrasse und mussten die streichen wegen des teuren Brandschutzes, der uns dazwischenfunkte.“ Mohr zufolge sei der Barbarasaal aber immer schon „stiefmütterlich“ behandelt worden. „38 Jahre haben wir da nichts gemacht. Jetzt ist es an der Zeit.“

Die große Mehrheit sprach sich schließlich für die „Enterprise“-Beleuchtungsausstattung aus. Ein entsprechender Geldbetrag ist nun im Haushalt eingeplant.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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