Aus Schule und Lehre in die Arbeitslosigkeit

Viele Betriebe haben Azubis nicht übernommen/Arbeitslosenquote jetzt bei 8,5 Prozent

sz Betzdorf. Zunächst einmal die schlechte Nachricht des Arbeitsamts Neuwied: Im Juli haben sich deutlich mehr Männer und Frauen arbeitslos gemeldet als in den Vormonaten. Von den 2600 neu gemeldeten Personen verloren 1250 ihren Arbeitsplatz, 500 meldeten sich nach Ende ihrer schulischen oder betrieblichen Ausbildung und 850 ließen sich nach einer Phase der Nichterwerbstätigkeit erneut registrieren. Und jetzt das Positive: Gleichzeitig beendeten im Vormonat 2284 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit – die höchste Zahl in einem Juli seit der Wiedervereinigung. Doch damit hat der erfreuliche Teil der Nachricht auch schon sein Ende gefunden. Denn wer rechnen kann, stellt schnell fest, dass die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk Neuwied um 316 Betroffene gestiegen ist, und zwar auf 13374. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 8,5 Prozent nach 8,3 Prozent im Juni und 7,6 Prozent vor einem Jahr.

Ausschlaggebend für diese Entwicklung, so das Arbeitsamt, ist das Ende der schulischen und betrieblichen Ausbildung. »Der unzureichende Personalbedarf der Unternehmen als Folge der schwachen Wirtschaftsentwicklung führt offenbar dazu, dass immer mehr Betriebe ihren frisch ausgebildeten Nachwuchs nicht übernehmen«, kommentiert Karl-Ernst Starfeld, Direktor des Arbeitsamtes Neuwied. »500 Arbeitslosmeldungen junger Menschen nach schulischer und betrieblicher Ausbildung sind hierfür ein eindeutiger Beleg und trauriger Rekord. Wir setzen alles daran, den meist gut ausgebildeten jungen Frauen und Männern schnellstmöglich zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen«, so Starfeld. »Dies kann aber nur gelingen, wenn alle heimischen Betriebe ihre freien Stellen und absehbaren Vakanzen dem Arbeitsamt zeitnah mitteilen.«

Die schwache Personalnachfrage der Betriebe und Verwaltungen ging angesichts der Urlaubszeit noch weiter zurück. Den Vermittlern wurden im Juli nur 412 Stellen gemeldet, 93 weniger als im Juni und 23,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Mehr Langzeitarbeitslose

Die anhaltende wirtschaftliche Schwäche betrifft aber nicht nur jüngere Menschen. Ende Juli waren 3900 Personen langzeitarbeitslos gemeldet, 150 mehr als im Juni und rund 600 mehr als vor einem Jahr. Im Kreis Altenkirchen liegt ihr Anteil mittlerweile bei 28,8 Prozent. Von den 1555 Langzeitarbeitslosen sind darüber hinaus 595 älter als 55 Jahre. Die Zahl der Kurzarbeiter im Bezirk ist hingegen gegenüber Juni um 474 auf 812 gesunken (davon 150 im AK-Kreis). Insgesamt wird noch in 62 Betrieben verkürzt gearbeitet. Die meisten Betroffenen arbeiten bei Herstellern von Metallerzeugnissen, im Maschinenbau und bei Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren.

Im AK-Kreis: 8,1 Prozent

Der Kreis Altenkirchen weist nun eine aktuelle Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent auf, ein Plus von 0,2 Punkten. Derzeit stehen 5393 Menschen zwischen Flammersfeld und Mudersbach nicht in Lohn und Brot, 152 mehr als im Juni und sogar 637 mehr als vor zwölf Monaten. Im Juli 2002 lag die Quote noch bei 7,2 Prozent.

Auch im Bereich der Geschäftsstelle Betzdorf wurde ein Plus von 0,2 Punkten verzeichnet: die Arbeitslosenquote kletterte auf 7,4 Prozent. Dahinter »verstecken« sich 2629 Erwerbslose im Oberkreis, 81 mehr als im Juni und 294 mehr als im Vorjahresmonat. 8,1 Prozent lautet der statistische Juli-Wert bei der Dienststelle Wissen, was ebenfalls einem Plus von 0,2 Prozent entspricht. Die Zahl der Jobsuchenden stieg im Vergleich zum Juni um 30 auf 1108. In der Kreisstadt Altenkirchen waren Ende Juli 1656 Arbeitslose gemeldet, 41 mehr als vor einem Monat. Das entspricht einer Quote von 9,6 Prozent (plus 0,3).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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