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Ministerin Julia Klöckner zu Gast im Videochat
„Bauern-Bashing ist unerträglich“

Die CDU Betzdorf hatte eingeladen, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte sich im Videochat zugeschaltet. Diskutiert wurde ein breites Portfolio an Themen.
  • Die CDU Betzdorf hatte eingeladen, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte sich im Videochat zugeschaltet. Diskutiert wurde ein breites Portfolio an Themen.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nb Betzdorf. Nachdem in der vergangenen Woche Jens Spahn virtuell zu Gast war, hatte die hiesige CDU am Donnerstagabend mit Julia Klöckner die Gesprächspartnerin aus dem Bundeskabinett in der Leitung. Auf Einladung der Landtags-Direktkandidaten Michael Wäschenbach und Dr. Matthias Reuber hatte sich die Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung aus Berlin „aufgeschaltet“ und unter den rund 40 Zuhörern fanden sich erwartungsgemäß zahlreiche Landwirte, die Vorsitzenden der Kreisbauernverbände sowie Waldbauern.
Ein fest umrissenes Thema gab es für die Online-Veranstaltung nicht, aber natürlich bot sich nach kurzem Einstieg mehr als genug aktueller Gesprächs- und Diskussionsstoff.

Ministerin Julia Klöckner gegen "Bauern-Bashing"
Landwirtschaft: Matthias Müller, Kreisvorsitzender des Bauernverbandes Westerwald nutzte die Schalte für ein „Co-Referat“, mit dem er die Ministe

nb Betzdorf. Nachdem in der vergangenen Woche Jens Spahn virtuell zu Gast war, hatte die hiesige CDU am Donnerstagabend mit Julia Klöckner die Gesprächspartnerin aus dem Bundeskabinett in der Leitung. Auf Einladung der Landtags-Direktkandidaten Michael Wäschenbach und Dr. Matthias Reuber hatte sich die Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung aus Berlin „aufgeschaltet“ und unter den rund 40 Zuhörern fanden sich erwartungsgemäß zahlreiche Landwirte, die Vorsitzenden der Kreisbauernverbände sowie Waldbauern.
Ein fest umrissenes Thema gab es für die Online-Veranstaltung nicht, aber natürlich bot sich nach kurzem Einstieg mehr als genug aktueller Gesprächs- und Diskussionsstoff.

Ministerin Julia Klöckner gegen "Bauern-Bashing"

Landwirtschaft: Matthias Müller, Kreisvorsitzender des Bauernverbandes Westerwald nutzte die Schalte für ein „Co-Referat“, mit dem er die Ministerin nach eigenen Angaben etwas „Kitzeln“ wollte. Müller streifte u. a. finanzielle Belastungen, die Wichtigkeit der Landwirtschaft als „systemrelevant“, ausufernden Satzungs- und Verordnungswahn, der gerade auch junge Kollegen abschrecke und kam schließlich noch zu einer möglichen Mehrwertsteuererhöhung, die aber nicht den Landwirten mehr einbringen werde, sondern wieder nur den großen Lebensmittelhändlern zupass käme.
Das „Kitzeln“ hatte auf jeden Fall Erfolg. „Bauern-Bashing ist unerträglich“, sagte die gebürtige Bad Kreuznacherin, machte aber gleichzeitig deutlich, dass sie von zu viel Lamentieren aus der Landwirtschaft auch eher wenig hält. Es gebe umfangreiche Förderprogramme, z. B. für neue Maschinen, für Umwelt- und Naturschutz gebe es Gelder, aber es gelte eben auch, nach vorne zu schauen, sich des Fortschritts nicht zu verweigern: „Es wird schneller, auch in der Landwirtschaft.“
Auch dass die von ihr vorgeschlagene Steuererhöhung auf Fleischprodukte nichts bringe, wollte sie so nicht stehen lassen. Der Verbraucher bezahle nicht immer das, was er in Sonntagsumfragen behaupte, andererseits könne der Staat keine Preise machen, beschrieb sie das Dilemma. Hier setze die Steuer im Sinne des Tierwohls an.
Auch die Themen Pflanzenschutzmittel und FFH-Flächen sowie Photovoltaik auf Ackerflächen kamen zur Sprache. Die Ministerin antwortete hier auf die entsprechenden Beiträge von Josef Schwan, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Altenkirchen, und Michael Wäschenbach. Klöckner nahm zwar nicht direkt den Namen Svenja Schulze in den Mund, aber es wurde auch so deutlich, was Klöckner von den Vorschlägen der SPD-Ministerin zu Herbiziden und Pflanzenschutzmitteln in FFH-Gebieten hält: keinerlei Einsatz von Pflanzenschutz – das gehe nicht.
Regulierung sieht sie wiederum bei Photovoltaik geboten: „Ackerfläche können wir nicht vermehren, aber wir sollten sie auch nicht noch verkleinern.“

Forderung nach CO2-Prämie für Waldbauern

Waldbau: Auch während der Schalte dürfte noch so mancher Harvester oder Holztransporter im AK-Land unterwegs gewesen sein. So kam denn auch der Kahlschlag in Siegerland und Westerwald aufs Tapet. Friedrich Freiherr von Hövel, Kreisvorsitzender des Waldbauernverbandes, lobte Nachhaltigkeitsprämie und Co., machte aber deutlich: „Was uns fehlt, ist die langfristige Perspektive.“
Julia Klöckner hatte schon zu Beginn ihres Vortrages die Millionenhilfen für den Wald angeführt. Ihre Vorstellung sei zudem: „Dass wir für unsere Waldbauern eine CO2 -Prämie brauchen.“ Just am Donnerstag war das Förderprogramm „Klimafreundliches Bauen mit Holz“ gestartet. Hier, so die CDU-Landesvorsitzende, würden nicht etwa Rodungen, sondern Beratungen in Sachen Holzbauweise unterstützt.

Mindesthaltbarkeitsdatum kein Ablaufdatum

Lebensmittelverschwendung: Gut möglich, dass Michael Wäschenbach heute einen Blick in den heimischen Kühlschrank wirft und dann das Handy zückt. Er hatte zuletzt das Thema Lebensmittelverschwendung angesprochen – diese sei „enorm“.
Das meiste so Klöckner, wandere nicht etwa aus Geschäften in den Müll, sondern aus Privathaushalten. Insbesondere Obst und Gemüse und Milchprodukte. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sei kein Ablaufdatum, unterstrich Klöckner, die auch bei diesem Thema auf technische Innovationen setzt. So auf Software, die z. B. Bäckereifilialen hilft, zu berechnen, wann wie viel bereit liegen muss. Oder eben die bereits existierende „Beste-Reste-App“, die Rezepte für Restegerichte anzeigt – und die Michael Wäschenbach mal testen will.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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