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Herztag in der Betzdorfer Stadthalle und im November in Siegen
Bei Bluthochdruck am Lebensstil „drehen“

Medizintechnik zum Anfassen: Im Foyer wurde beim Herztag unter anderem über die Stent- Implantation informiert. Rund 50 Interessierte nutzten das Präsenz-Angebot.
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  • Medizintechnik zum Anfassen: Im Foyer wurde beim Herztag unter anderem über die Stent- Implantation informiert. Rund 50 Interessierte nutzten das Präsenz-Angebot.
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rai Betzdorf/Siegen. „Meines Wissens nach ist es die erste Veranstaltung dieser Art, die bundesweit wieder in Präsenz stattfindet“, sagte Günter Nöll, Regionalbeauftragter der Deutschen Herzstiftung. Die Stiftung hatte gemeinsam mit der Marien-Gesellschaft Siegen zum Betzdorfer Herztag eingeladen, bei dem es um den Bluthochdruck ging (die SZ berichtete).
Den Herztag 2020 pandemiebedingt komplett digital zu machen, das sei schon ein Erfolg gewesen, konstatierte Dr. Christian Stoffers am Samstag in der Stadthalle. Aber der Leiter des Referats Kommunikation bei der Marien-Gesellschaft befand auch: „Die unmittelbare Nähe fehlte doch zu sehr.“
Es gibt nicht den
einen Faktor,
der Bluthochdruck auslöst.
Prof. Dr.

rai Betzdorf/Siegen. „Meines Wissens nach ist es die erste Veranstaltung dieser Art, die bundesweit wieder in Präsenz stattfindet“, sagte Günter Nöll, Regionalbeauftragter der Deutschen Herzstiftung. Die Stiftung hatte gemeinsam mit der Marien-Gesellschaft Siegen zum Betzdorfer Herztag eingeladen, bei dem es um den Bluthochdruck ging (die SZ berichtete).
Den Herztag 2020 pandemiebedingt komplett digital zu machen, das sei schon ein Erfolg gewesen, konstatierte Dr. Christian Stoffers am Samstag in der Stadthalle. Aber der Leiter des Referats Kommunikation bei der Marien-Gesellschaft befand auch: „Die unmittelbare Nähe fehlte doch zu sehr.“

Es gibt nicht den
einen Faktor,
der Bluthochdruck auslöst.
Prof. Dr. Michael Buerke
Chefarzt Kardiologie

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit

Das Präsenz-Angebot nutzten am Samstag etwa 50 Besucher. Sie hörten Vorträge und stellten Fragen.
Den Arzt-Patienten-Charakter des Herztages stellte der Betzdorfer Kardiologe Fabian Quirmbach heraus. Der Bluthochdruck sei das Hauptrisiko vieler kardiovaskulärer Erkrankungen, hob er die Bedeutung des Themas hervor.
Angesichts von rund 20 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, die an Bluthochdruck leiden, befand Stadtbeigeordneter Burkhard Neuser, dass es tatsächlich eine Volkskrankheit sei. Es sei gut, darauf aufmerksam zu machen. Nöll stellte die Herzstiftung vor, die auch Forschung unterstütze, z. B. in der Frage: Welche Auswirkungen hat Corona auf eine Herzerkrankung.

Hypertonie ernst nehmen und behandeln

Was ist Bluthochdruck? Das erläuterte Prof. Dr. Michael Buerke, Chefarzt der Kardiologie im St.-Marien-Krankenhaus Siegen: „Es gibt nicht den einen Faktor, der Bluthochdruck auslöst.“ Salz, Stress, seelische Belastung und Übergewicht: Das u. a. wirke sich auf den Körper aus. Als Folgen eines Bluthochdruckes nannte er beispielhaft Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Schädigung der Augen und Nieren. „Es ist wichtig, Bluthochdruck ernst zu nehmen und zu behandeln.“ Im Prinzip merke man nichts von einem Bluthochdruck.
„Jeder sollte seinen Bluthochdruck kennen und regelmäßig untersuchen“: Quirmbach sprach über Diagnose und Therapie. Begleiterscheinungen müssten auch abgeklopft werden, z. B. Erkrankungen des Augenhintergrundes. Die medikamentöse Behandlung sei wichtig, ebenso die Änderung des Lebensstils. Die Behandlung sei eine lebenslange Therapie, die nicht eigenmächtig abgesetzt werden dürfe.
Bei ihrem Vortrag über Prävention stellte die Ärztin Priyanka Böttger auch den Wechsel des Lebensstils mit einer Umstellung der Ernährung und sportlichen Aktivitäten vor.

„Sie werden die Medikamente behalten“

Vielfältig sind die Erfahrungen bei der medikamentösen Therapie. Aber: Gibt es auch ein elektrisches Implantat, einen Schrittmacher, um die Medikamente abzulösen? „Wenn sieben Medikamente eingenommen werden müssen, ist das ein Indiz, dass es so etwas nicht gibt“, sagte der Herzchirurg Oberarzt Volker Bärsch.
Es gebe jedoch ein alternatives Verfahren zur Blutdrucksenkung, um die Therapie zu ergänzen. Der Körper verfüge an der Halsschlagader über eine eigene „Messeinrichtung“ für den Blutdruck und könne so selbst steuern. Das macht man sich mit einem dort eingesetzten Schrittmacher zunutzen, um dem Nerv Sympathikus – bzw. Parasympathikus – einen Impuls zu geben, um etwas am Blutdruck zu verändern – aber: „Sie werden die Medikamente in der Menge eines kleinen Frühstücks behalten.“
Im Foyer waren Info-Stände aufgebaut, z. B. von der Herzstiftung. Und die Kardiologie im St.-Marien-Krankenhaus stellte die Technik vor, mit der ein Stent implantiert wird. Der Herztag mit Vorträgen findet auch in Siegen statt – am Samstag, 6. November, um 9.30 Uhr in der Siegerlandhalle.

Medizintechnik zum Anfassen: Im Foyer wurde beim Herztag unter anderem über die Stent- Implantation informiert. Rund 50 Interessierte nutzten das Präsenz-Angebot.
Prof. Dr. Michael Buerke, Chefarzt der Kardiologie im St.-Marien-Krankenhaus Siegen, eröffnete das Vortragsprogramm.
Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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