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Gabenzaun-Team zieht Fazit
„Betzdorf hat viel Herz“

Das Gabenzaun-Team tritt heute zum letzten Mal in Aktion (v. l.): Daniel Giermann, Sarah Giermann-Striegl, Rebekka Scheidt und Jürgen Schmidt.
  • Das Gabenzaun-Team tritt heute zum letzten Mal in Aktion (v. l.): Daniel Giermann, Sarah Giermann-Striegl, Rebekka Scheidt und Jürgen Schmidt.
  • Foto: dach
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Betzdorf. Weit über 2000 Tüten mit Lebensmitteln hat das Team vom Betzdorfer Gabenzaun in den vergangenen zwei Monaten verteilt. Am Freitag ist damit Schluss. Dann gibt’s zum letzten Mal Nudeln, Reis und Äpfel an der Kreuzkirche.

„War ’ne coole Zeit“, sagt Ideengeberin Sarah Giermann-Striegl im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Daniel Giermann sowie Rebekka Scheidt und Jürgen Schmidt hat sie dafür gesorgt, dass sich diejenigen, die es am nötigsten haben, mit dem Wichtigsten versorgen konnten.

Hintergrund war – na klar – die Corona-Krise, weshalb auch die Betzdorfer Tafel vorübergehend geschlossen hat. Das Gabenzaun-Team ist eingesprungen.

Zunächst hatte es die Lebensmittel tatsächlich in Tüten einfach an den Zaun vor der ev. Kirche gehängt.

dach Betzdorf. Weit über 2000 Tüten mit Lebensmitteln hat das Team vom Betzdorfer Gabenzaun in den vergangenen zwei Monaten verteilt. Am Freitag ist damit Schluss. Dann gibt’s zum letzten Mal Nudeln, Reis und Äpfel an der Kreuzkirche.

„War ’ne coole Zeit“, sagt Ideengeberin Sarah Giermann-Striegl im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Daniel Giermann sowie Rebekka Scheidt und Jürgen Schmidt hat sie dafür gesorgt, dass sich diejenigen, die es am nötigsten haben, mit dem Wichtigsten versorgen konnten.

Hintergrund war – na klar – die Corona-Krise, weshalb auch die Betzdorfer Tafel vorübergehend geschlossen hat. Das Gabenzaun-Team ist eingesprungen.

Zunächst hatte es die Lebensmittel tatsächlich in Tüten einfach an den Zaun vor der ev. Kirche gehängt. Doch das Abnehmen funktionierte nur bedingt. Es kam durchaus vor, dass der Zaun komplett abgeräumt wurde. Dann blieb nichts mehr für diejenigen, die danach zum Zaun kamen. Die Idee war aber eigentlich, dass nur jeder das mitnimmt, was er benötigt.

Also änderten Giermann-Striegl und ihre Mitstreiter nach eineinhalb Wochen das Procedere: Von da an gaben sie gepackte Tüten zweimal am Tag persönlich am Zaun aus – eine pro Familie. Das waren rund 60 Tüten am Tag, der Spitzenwert lag bei 75. Zuletzt fuhr man das Angebot auf zweimal pro Woche zurück.

Die Lebensmittel stammten aus Privatspenden, die an der Haustür der Giermanns abgelegt wurden, später auch von einem örtlichen Supermarkt. „Die Solidarität war wirklich mega“, freut sich Sarah Giermann-Striegl. Auch die Tafel öffnete ihre Lager.

Im Hintergrund wuselten neben dem Stammteam auch weitere Helfer, die Lebensmittel abgeholt oder etwa 90 Masken genäht haben, die am Zaun verteilt wurden.

Neben der Versorgung mit Lebensmitteln hatte der Gabenzaun auch eine andere Funktion. „Wir haben viele Geschichten gehört und waren vor allem anfangs der einzige soziale Kontakt für einige“, so die Initiatorin, die ihre Kunden liebevoll „Zaunis“ nennt.

Es seien „viele kleine Sachen“, erzählt Jürgen Schmidt, die ihm von der Zaunzeit im Gedächtnis bleiben werden, etwa Hund „Sunny“, den einer der „Zaunis“ stets dabei hatte. Und auch der putzige Vierbeiner kam nicht zu kurz: Tierfutter war auch im Angebot. „Es gab nichts, was wir nicht hatten.“

Zuletzt hat das Team aber beschlossen, das Projekt Gabenzaun nach acht Wochen wieder ad acta zu legen. „Das wäre über kurz oder lang organisatorisch nicht mehr zu leisten gewesen“, sagt Daniel Giermann. So wurden etwa die Lebensmittel größtenteils im Wohnzimmer der Giermanns gelagert.

Da passt es, dass die Tafel – unter eingeschränkten Bedingen – ab 10. Juni wieder ihre Türen öffnet. Zum Abschluss am Freitag bekommen die „Zaunis“ aber nochmal ihre Tüten – und auch kleine Geschenke.

Und was hat das Gabenzaun-Team während der Aktion selbst bekommen? „Auf jeden Fall jede Menge Dankbarkeit“, findet Daniel Giermann. Jürgen Schmidt freut sich, dass ihm nun vorher völlig Fremde winken, wenn er mit seinem Auto durch die Sieg-Heller-Stadt fährt. Seine Bilanz lautet: „Wir haben geholfen. Punkt.“ Und auch Sarah Giermann-Striegl hat eine Erkenntnis gewonnen: „Betzdorf hat viel Herz.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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