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FWG machte Postenerweiterung nicht mit
BfE nun mit zwei Beigeordneten

Andreas Heidrich (r.) als erster Beigeordneter und Mario Kempf (l.) als zweiter stehen nun Ortsbürgermeister Peter Schwan zur Seite. Es könnte bald noch einen dritten Stellvertreter geben.
  • Andreas Heidrich (r.) als erster Beigeordneter und Mario Kempf (l.) als zweiter stehen nun Ortsbürgermeister Peter Schwan zur Seite. Es könnte bald noch einen dritten Stellvertreter geben.
  • Foto: dach
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Elkenroth. Einen etwas holprigen Start in die neue Wahlperiode legte am Mittwochabend der Ortsgemeinderat von Elkenroth hin. Das muss aber nichts heißen: Vor fünf Jahren war das ähnlich. Und auch damals rauften sich die Fraktionen im Nachgang zusammen, machten dann eine ordentliche Politik für ihr Dorf.

Am Mittwoch spaltete die Frage nach der Anzahl der Beigeordneten das Gremium, und zwar einerseits in das Lager der FWG und in das der BfE (Bürger für Elkenroth) auf der anderen Seite. Die BfE hatten im Vorfeld eine Änderung der Hauptsatzung beantragt: Sie wollten die Möglichkeit schaffen, einen zusätzlichen (also dritten) Beigeordneten zu wählen. Fraktionssprecher Sebastian Panzer begründete dies damit, die Mehrheitsverhältnisse auch auf dieser Ebene abbilden zu können.

dach Elkenroth. Einen etwas holprigen Start in die neue Wahlperiode legte am Mittwochabend der Ortsgemeinderat von Elkenroth hin. Das muss aber nichts heißen: Vor fünf Jahren war das ähnlich. Und auch damals rauften sich die Fraktionen im Nachgang zusammen, machten dann eine ordentliche Politik für ihr Dorf.

Am Mittwoch spaltete die Frage nach der Anzahl der Beigeordneten das Gremium, und zwar einerseits in das Lager der FWG und in das der BfE (Bürger für Elkenroth) auf der anderen Seite. Die BfE hatten im Vorfeld eine Änderung der Hauptsatzung beantragt: Sie wollten die Möglichkeit schaffen, einen zusätzlichen (also dritten) Beigeordneten zu wählen. Fraktionssprecher Sebastian Panzer begründete dies damit, die Mehrheitsverhältnisse auch auf dieser Ebene abbilden zu können. Die BfE halten nun neun Sitze im Gemeinderat, die FWG sieben.

Josef Mockenhaupt erachtete diesen Vorstoß im Namen der FWG als „nicht erforderlich und nicht sinnvoll“. Die Beigeordneten würden den Ortsbürgermeister vertreten, nicht den Gemeinderat. Von einer Widerspiegelung der Mehrheitsverhältnisse sei in der Gemeindeordnung nirgends die Rede. Und Eilentscheidungen treffe der Ortsbürgermeister im Benehmen mit den Beigeordneten, nicht mit deren Zustimmung. Die FWG vermutete vielmehr, dass es sich um eine Retourkutsche der BfE handele (was Panzer laut eigener Aussage betroffen machte). Vor fünf Jahren hätten sich die Freien Wähler schließlich außer Stande gesehen, den Beigeordneten-Kandidaten der BfE mitzutragen.

Bei der Abstimmung ließen die BfE dann ihre Muskeln spielen und führten sehr wohl die Option auf einen dritten Beigeordneten ein. Damit war aber auch das besiegelt, was Mockenhaupt zuvor angekündigt hatte: Die FWG werde dann überhaupt keinen Kandidaten für einen Vertreter des Ortsbürgermeisters ins Rennen schicken, weder für den zweiten noch für den dritten Beigeordneten.

Und so kam es dann auch: Panzer schlug im Namen der BfE Andreas Heidrich für den Posten des ersten Beigeordneten vor, der mit 14 zu zwei Stimmen gewählt wurde. Mario Kempf, ebenfalls auf Panzers Vorschlag hin, kam auf zehn Ja-Stimmen bei sechs Mal Nein.

Einen dritten Beigeordneten kann der Rat frühestens bei seiner nächsten Sitzung bestimmen. Zunächst muss die neue Version der Hauptsatzung veröffentlicht werden, wie Peter Schwan (FWG) erläuterte. Der trat im Übrigen am Mittwochabend seine vierte Amtszeit als Ortsbürgermeister an – und verpflichtete seinerseits die neuen Ratsmitglieder.

Er verstehe den Auftrag seiner Wähler so, dass er nicht nur das Bestehende verwalten solle, sondern auch die Zukunft aktiv gestalten. „Das ist aber keine Aufgabe für einen Einzigen“, so Schwan. Grundbedingung dafür sei der Dialog – und das Akzeptieren von demokratischen Mehrheitsentscheidungen.

Er umriss auch kurz seine Agenda für die kommenden fünf Jahre: Elkenroth habe eine gute Infrastruktur und auch landschaftlich viel zu bieten. Daher gelte es, neue Baugrundstücke zu erschließen. Dem Trend zu Leerständen im Ortskern müsse man entgegenwirken. Zudem schwebe ihm im Dorf eine „Wohnanlage mit Service“ vor. Die Vereine gehörten weiterhin unterstützt, die Transparenz und die Akzeptanz für die Arbeit des Gemeinderats könne noch gesteigert werden.

Und angesichts der Lage von 460 Metern über dem Meeresspiegel ließ sich Schwan – in Bezug auf die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain– zu einem nicht ganz ernst gemeinten Spruch hinreißen: „Wo wir sind, ist oben.“

„Fridays for Elgert“: So schloss Karl-Heinz Brenner seine Ausführungen in der Einwohnerfragestunde der Gemeinderatssitzung. Damit wollte er anregen, öffentlich Druck auf die Gebhardshainer Nachbarn auszuüben, ihr Veto gegen den geplanten Neubau eines Rewe-Markts in Elkenroth zurückzunehmen. Man könne doch mal in Gebhardshain demonstrieren, lautete seine Idee. Das Projekt stagniere jedenfalls seit Jahren. In dem Einkaufsmarkt komme es teils zu chaotischen Zuständen, weil er in seinen jetzigen Dimensionen mit dem Kundenaufkommen überfordert sei.

Ortsbürgermeister Peter Schwan legte dar, dass Gebhardshain nun mal formal Grundzentrum sei, Elkenroth nicht. Um einen Markt in der beabsichtigten Größe (1600 Quadratmeter) zu bauen, bedürfe es der Zustimmung des benachbarten Grundzentrums, und die fehle schlichtweg. Mittlerweile – Rewe sei auch zweieinhalb Jahre „nicht in die Pötte gekommen“ – sei ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren auf den Weg gebracht worden, mit dem der Bau möglich werden soll. Aber: Auch das müsse Gebhardshain am Ende abnicken. Und daran sei das Vorhaben bislang stets gescheitert: „Ist so.“

Elkenroth hat aber noch ein Ass im Ärmel: 2022, so Schwan, soll ein neuer Raumordnungsplan in Kraft treten. Die Idee ist, Elkenroth darin als Grundzentrum definieren zu lassen. Damit wären alle Probleme vom Tisch. Die Entscheidung darüber fälle der Verbandsgemeinderat. Schwan: „Darauf müssen wir die nächsten zwei Jahre hinarbeiten.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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