Nach Synode: Ergebnis der Anhörung vorgestellt
Bistum nimmt leichte Korrekturen vor

Ob die neue Großpfarrei, die das Dekanat Kirchen ersetzen wird, unter dem „Mantel“ von St. Ignatius Betzdorf (Foto) oder doch weiterhin von Kirchen stehen wird, entscheidet sich erst im Herbst.
  • Ob die neue Großpfarrei, die das Dekanat Kirchen ersetzen wird, unter dem „Mantel“ von St. Ignatius Betzdorf (Foto) oder doch weiterhin von Kirchen stehen wird, entscheidet sich erst im Herbst.
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  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

sz Kirchen/Trier. 12 Prozent „sehr positiv“, 20 Prozent „positiv“, 14 Prozent „eher negativ“, 23 Prozent „sehr negativ“ und 31 Prozent „neutral“: So bewerten die befragten Pfarrgemeinde-, Pfarreien-, Verwaltungs-, Kirchengemeinde- und Dekanatsräte sowie Pfarrer und Dechanten die Pläne zur Umsetzung der Bistumssynode. Dieses Ergebnis aus der Anhörung hat Dr. Martin Messingschlager vom pragma-Institut Reutlingen den diözesanen Räten und Vertretungen der Berufsgruppen im Bistum Trier vorgestellt. Mit 1794 Stellungnahmen und einer rund 95-prozentigen Beteiligung der Räte spreche man „statistisch gesehen von einer Vollerhebung“, sagte Messingschlager laut einer Mitteilung des Bistums. Das erhöhe die Aussagekraft.

Die Trends, die er im Juni vorgestellt habe, hätten sich „nachhaltig bestätigt“. Eine massive Ablehnung liege bei etwa 20 Prozent der Befragten vor. In der Gruppe der Pfarrer und Verwaltungsräte sei die Quote höher als etwa bei Pfarr- und Kirchengemeinderäten. Kritisch benannt würden unter anderem mögliche weite Wege in der Seelsorge oder der drohende Verlust von Identität. Fragen zur Arbeitsweise der Gremien oder dem Zusammenspiel der verschiedenen Organe wurden ebenso formuliert wie an manchen Stellen Unzufriedenheit mit dem Raumzuschnitt oder der geplanten Vermögensverwaltung. Auch die Angst der Überforderung von Ehrenamtlichen oder eine Distanz zwischen Leitungsteam und Pfarrei zeigte sich in den Stellungnahmen. Ein sehr offensichtlich und oft genannter Kritikpunkt war das geplante Einkammersystem für den Rat der Pfarrei, heißt es in dem Schreiben aus Trier.

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg zeigte sich sehr erfreut über die hohe Beteiligung an der Anhörung. Bischof und Bistumsleitung nähmen die Ergebnisse sehr ernst. Nun müsse man Punkte identifizieren, bei denen aufgrund der Rückmeldungen eine Veränderung sinnvoll erscheine. Hier nannte Plettenberg vor allem das Rätesystem. Zudem gebe es zahlreiche Themen, bei denen verstärkt Kommunikation notwendig sei: etwa was die Aufgaben und Anforderungen an die Ehrenamtlichen im Rat der Pfarrei, im Leitungsteam, den Verwaltungsteams oder in den „Orten von Kirche“ angehe. Plettenberg kündigte an, dass die dazu nötigen Wahl- und Geschäftsordnungen zeitnah fertiggestellt werden. Andere Festlegungen wolle die Bistumsleitung nicht aufgeben, etwa die Freiheitsgrade bei den „Orten von Kirche“. Hier gelte es, die Kritik auszuhalten.

Aufgrund der Stellungnahme des Katholikenrats und den Rückmeldungen aus der Anhörung schlage die Bistumsleitung ein verändertes Rätesystem vor, erläuterte der Generalvikar. Zwar soll es weiterhin einen Rat der Pfarrei geben, jedoch mit zwei eigenständigen Kammern. Pastoral- und Vermögenskammer könnten so themenspezifischer arbeiten; gleichzeitig gebe es jedoch gemeinsame Aufgaben für den Rat, wie die Schwerpunktsetzung für das seelsorgliche und kirchliche Handeln in der Pfarrei, Haushaltsplanung und übergeordnete Vermögensverwaltung oder die Wahl der ehrenamtlichen Mitglieder im Leitungsteam. Der Vorsitz in der Pastoralkammer sei bei einem Laien, der Vorsitz der Vermögenskammer beim Pfarrer im Leitungsteam angesiedelt. Den Ratsvorsitz soll der/die Vorsitzende der Pastoralkammer führen.

Die Vertretungen der diözesanen Gremien zeigten sich laut Pressetext am Ende der Beratungen zufrieden. Manfred Thesing (Katholikenrat) sagte, es sei „eine Menge in Bewegung gekommen“. Er sei froh, dass die Bistumsleitung den Vorschlag zum Rätesystem verändert habe. Weil durch das System der zwei Kammern ein spezifischeres Arbeiten möglich sei, sei er zuversichtlich, dass sich viele Ehrenamtliche für diese Aufgaben gewinnen ließen.

Rita Schneider-Zuche (Pastoralrat) nannte die im Zuge der Anhörung erfolgte Auseinandersetzung mit dem Konzept der „Orte von Kirche“ sehr ermutigend. Durch die formale Anhörung sei es zu einer inhaltlichen Diskussion gekommen, die zwischen Chance und Furcht pendele: der Freude an neuen pastoralen Konzepten vor Ort und der Furcht vor zu wenig oder zu viel Regulierung.

Bischof Dr. Stephan Ackermann würdigte alle, die an der Erarbeitung des „Ersten Gesetzes zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode“ beteiligt sind sowie alle, die sich an der Anhörung beteiligt hatten: „Das war eine Riesen-Arbeit!“ Er sei weiterhin davon überzeugt: „Wir liegen richtig mit Umsetzung der Synode ... Wir ringen weiter um die fruchtbarsten Lösungen, die Akzeptanz finden und nach vorne weisen.“

Die Voten und Beratungspunkte, die die Gremien der Bistumsleitung mitgegeben haben, werden bis Anfang September in das Gesetz eingearbeitet. Danach wird es den Landesregierungen Rheinland-Pfalz und Saarland vorgelegt, sodass Bischof Ackermann es Mitte Oktober in Kraft setzen kann.

Zum 1. Oktober sollen die Leitungsteams der ersten 15 Pfarreien feststehen – dazu zählt auch das ehemalige Dekanat Kirchen. Es folgt eine kurze Anhörungsphase zu den Dekreten für diese Pfarreien, die zum 1. Januar errichtet werden sollen. Deren Erlass ist für November vorgesehen.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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