Brennholz wird in Betzdorf knapp

Struktur des Waldes führt zu Rationierungen im Forstrevier Betzdorf

damo Betzdorf. Der Nachhaltigkeits-Gedanke spielt eine große Rolle im Forst, und auch beim Thema »Brennholz« wird die – bisweilen arg strapazierte – Vokabel gern genutzt. Macht ja auch Sinn: Öl wächst nicht nach, Holz schon. Nun aber macht gerade der Gedanke der Nachhaltigkeit den Brennholz-Interessenten einen Strich durch die Rechnung: Im Forstrevier Betzdorf wird das Brennholz knapp.

»Ich kratze wie ein Wilder in allen Ecken des Reviers das Brennholz zusammen«, erklärt Förster Frank Schneider, »aber es wird eng.« Soll heißen: Schon in diesem Jahr werden Vergabegrenzen eingeführt; pro Interessent gibt es nur noch acht Raummeter. Und im kommenden Jahr dürfte das Angebot noch schlechter werden, befürchtet Schneider. »Ich werde rationieren müssen: entweder nach dem Eingang der Anmeldung oder nach Höchstmengen.«

Schneider bedauert diese Entwicklung, schließlich gibt es nach seiner Auffassung viele gute Gründe, Brennholz als Energieträger zu nutzen. Es ist ein nachwachsender Rohstoff; es entstehen nur minimale Transportwege; es gibt keine umweltbelastende Weiterverarbeitung – und nicht zuletzt schätzen laut Schneider viele Brennholz-Interessenten die Arbeit an der frischen Luft. »Ich kenne viele Menschen, die den Hauberg als Hobby betreiben.«

Die Nachfrage am Brennholz wächst: »Das spüre ich sehr deutlich, denn der Kundenstamm wird immer größer. Außerdem werden immer mehr Holzöfen verkauft.« Das Problem ist aber nicht vorrangig die steigende Nachfrage, sondern das sinkende Angebot. Und das erklärt der Förster mit der Struktur des Waldes. So wurde laut Schneider in den 30er Jahren im Forstrevier Betzdorf vermehrt mit Buchen aufgeforstet. Da Buchen langsam wachsen, reguliert sich ein solcher Bestand erst einmal selbst. Wenn sich dann aber abzeichnet, welche Bäume wertvolles Holz liefern werden, muss der Förster regulierend eingreifen: Schwache Bäume werden gefällt, damit die starken noch mehr Platz bekommen. Das Holz, das bei solchen Durchforstungen anfällt, ist von schlechter Qualität – und eignet sich damit nicht für die Möbelindustrie. Dafür aber um so besser für den Brennofen, denn Laubholz weist eine sehr hohe Dichte auf: Es wächst langsam, aber komprimiert. Somit speichert es auf kleiner Fläche viel Sonnenenergie, erläutert Schneider.

Das Problem in Schneiders Revier: Die nötigen Durchforstungen in den Laubholzbeständen sind bald abgeschlossen; wenn in ein paar Jahren wieder Holz entnommen wird, ist es für das Verfeuern schon zu wertvoll.

Damit bleibt dem Förster nur das Rationieren. Oder ein Umschwenken auf Nadelholz – was freilich mit Überzeugungsarbeit verbunden sein dürfte. Schneider weiß nämlich aus Erfahrung, dass Ofenbesitzer Laubholz bevorzugen. »Fichten wachsen sehr schnell, das Holz ist leichter und enthält damit weniger Energie.« Zwar bieten ein Kilo Fichte und ein Kilo Buche den gleichen Brennwert – bloß fällt der Fichtenholzstapel eben eine Nummer größer aus. »Fichte eignet sich aber sehr wohl als Brennholz. Im Alpenraum zum Beispiel hat es nie anderes Brennholz gegeben.«

Wer weiter seinen Kamin befeuern will, sollte also einen der drei Tipps befolgen: Rechtzeitig auf Frank Schneiders Terminbekanntgabe reagieren; sich mit Nadelholz anfreunden oder auf ein anderes Forstrevier ausweichen. »Es ist nämlich zum Glück so, dass in einigen anderen Forstrevieren in der Region noch genügend Brennholz anfallen wird.« Und damit wird auch dem Nachhaltigkeits-Gedanken wieder Rechnung getragen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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