Herdorf und der Dreifach-Prinz (mit Bildergalerie)
Bunter Rosenmontagsumzug

Impressionen vom Rosenmontagsumzug in Herdorf.
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dach Herdorf. Der 2020er-Zug wird als derjenige in die Herdorfer Geschichte eingehen, bei dem der Prinz gleich dreimal erschienen ist. Peter IV. warf – na klar – vom größten Gefährt der hiesigen Karnevalsgesellschaft zentnerweise Kamelle unter die versammelten Narren. Seine Handwerkertruppe hatte ihn zudem gleich als Figur in einer Badewanne dabei. Er grüßte aber auch aus dem Reich der Toten: Als überdimensionalen Schädel samt beleuchteten Augenhöhlen und Riesenzigarre zogen die Dermbacher Karnevalsfreunde „Don Petro IV.“ durchs Hellerstädtchen.

Für die Frauen, Männer und Kinder aus der „Oberstadt“ war sowieso gestern nicht Rosenmontag, sondern der „Dia de los Muertos“, der Tag der Toten, wie ihn die Mexikaner groß feiern. Die – wie immer – exzellente Ausgestaltung dieses Themas seitens der Dermbacher sollte am Ende sogar für den Preis des kreativsten Zugbeitrags reichen.

Das „Einverleiben“ von Prinz Peter IV. kam dabei nicht von ungefähr, schließlich hatte die KG dies ihrerseits bereits getan: Der Mann in der weißen Strumpfhose und mit der Fasanenfeder an der Kappe ist ein waschechter Dermijer.

Wobei das mit den Mehrfachprinzen ja so eine Sache ist, die Herkersdorfer sind in dieser Session ja neue Wege gegangen. Und Jens I. sowie Dennis I. waren selbstverständlich mit dem HCC nach Herdorf gekommen, zumal es für sie ein richtiges Heimspiel war.

Das ist es für die Domspatzen immer, bereits seit vielen Jahrzehnten. Sie bereichern nicht nur den Sitzungskarneval mit ihren legendären Maxi-Auftritten, sondern auch jedes Mal den Umzug. Diesmal hatten sie sich des Themas Klimawandel angenommen, speziell des Fichtensterbens. Da waren Wandersleut’ zu sehen, ein Förster und auch die arglistigen Insekten, die in aller Munde sind: Borkenkäfer. „Rettet die Erde!“, lautete einer der vielen Slogans, den die Spatzen vor sich hertrugen – allerdings nicht ohne das Kleingedruckte („Sie ist der einzige Planet, auf dem es Erzquell gibt“). Oder der Spruch am rollenden Tresen: „Theke, das Beste, was man aus Fichtenholz machen kann.“ Und selbst Naturgedichte von Maria Homscheid wurden da umgetextet.

Ebenfalls klimawandeltechnisch war die SG unterwegs, zumindest hatten die Fußballer ganz offensichtlich Sorge vor einer Überschwemmung und waren in Anglerhosen geschlüpft. Gänzlich abheben könnten im Falle des Falles die Schmetterlinge von „Zwei mal vier, das sind wir“. Per Flügelschlag retten könnten sich auch die Paradiesvögel des TSC Kirchen.

Ebenso bunt zogen die „Chickens“ auf Schneider- und Hauptstraße. Als wandelnde Farbpaletten boten sie ebenso einen Augenschmaus wie die Hunnen, die alles andere als furchteinflößend wirkten. Sie kamen als Regenbögen daher und sorgten damit für so manch strahlendes Lächeln.
Ungleich süßer fiel der Zugbeitrag der kfd Herdorf aus. „Candy“ lautete das Motto – oder Schluch, wie der Herdorfer sagen würde. Da war als Kopfschmuck hier ein Eishörchen zu erspähen, dort eine Popcorn-Tüte. Und es waren sogar ganze Tassenkuchen (Cupcakes) zum Zug gekommen.

Gleich siebenmal war Mireille Mathieu zu sehen, beim Zugbeitrag einer KG-Gruppe. Vorweg hatten die Lokalmatadore eine Bahn geschickt, die mit Euros angefeuert wurde: „Ohne Kohle fährt kein Zug“, lautete hier die karnevalsrealistische Devise.

Premiere feierte derweil die Karnevals-AG der Hermann-Gmeiner-Schule Daaden. Hier war KG-Prinz Peter IV. ja im Vorfeld auf Stippvisite gewesen. Die Mädchen und Jungen revanchierten sich mit einem Zugbeitrag, hatten Kostüme geschneidert, die jeweils Schulfächer darstellten – „Schule goes Karneval“ eben.

Ebenfalls von „hinter dem Hübbel“ waren die Hahnengel ins Hellertal gekommen. Und sie hatten nicht nur flauschige Kostüme „über“, sondern auch entsprechende Sprüche mitgebracht: „Ja, wir sehen schaf aus“ oder „Wir haben den Wolf unter Kontrolle“.

Eine von mehreren rollenden Theken war in Grünebach zurechtgezimmert worden, im „Hard Rock Kaff“. Die Kutten samt Aufnäher ließen es erahnen, hier waren die „Heller’s Angel’s“ in Herdorf eingefallen, inklusive Verweis auf die große Mofatour, die im Frühsommer stattfinden soll.

Auf Tour gehen könnte die DJK Herdorf bereits jetzt: Ob mit Nena, Udo Lindenberg oder mit (dem eigentlich totgeglaubten) Freddie Mercury. Alle hörten auf das Kommando von Prinz Dirk I., der von einem überdimensionalen Kassettenrekorder aus dirigierte. Auf dem hoheitlichen Wagen fanden sogar Heino, Elvis und Michael Jackson Platz.

Musik war sowieso wieder Trumpf, und zwar mit den Blaskapellen, die ebenso dazugehören wie die befreundeten Karnevalsvereine. Sie alle werden wieder mit dabei sein, am 15. Februar 2021. Denn dann ist wieder Rosenmontag.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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