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Eltern monieren mangelnde Sorgfalt
Bus fährt Kita-Kinder in die falsche Richtung

Beate Matern und Manuela Hain monieren, dass der Bus in Grünebach immer mal wieder ohne Kita-Kinder ankommt.
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  • Beate Matern und Manuela Hain monieren, dass der Bus in Grünebach immer mal wieder ohne Kita-Kinder ankommt.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

dach Grünebach. Es klingt nach einem schlechten Scherz, kommt allerdings, glaubt man Beate Matern und Manuela Hain, durchaus schon mal vor: Der Bus, in dem eigentlich ihre kleinen Töchter sitzen sollten, kommt an der Haltestelle in Grünebach an, und die Kinder sind nicht drin. Nun ist es keineswegs so, dass es sich um abenteuerlustige Teenager handelt, die lieber durch die weite Welt streifen als nach Hause zu kommen. Charlotte und Annika sind vier und fünf Jahre alt.
Der Fahrerzuckt nur mit den Achseln
Damit nicht genug. Beate Matern berichtet, dass an einem nicht mehr genauer zu bestimmenden Morgen im vergangenen Jahr die kleine Charlotte in Grünebach in den Bus eingestiegen sei.

dach Grünebach. Es klingt nach einem schlechten Scherz, kommt allerdings, glaubt man Beate Matern und Manuela Hain, durchaus schon mal vor: Der Bus, in dem eigentlich ihre kleinen Töchter sitzen sollten, kommt an der Haltestelle in Grünebach an, und die Kinder sind nicht drin. Nun ist es keineswegs so, dass es sich um abenteuerlustige Teenager handelt, die lieber durch die weite Welt streifen als nach Hause zu kommen. Charlotte und Annika sind vier und fünf Jahre alt.

Der Fahrerzuckt nur mit den Achseln

Damit nicht genug. Beate Matern berichtet, dass an einem nicht mehr genauer zu bestimmenden Morgen im vergangenen Jahr die kleine Charlotte in Grünebach in den Bus eingestiegen sei. Doch statt in Alsdorf den Stich hoch zur katholischen Kirche zu nehmen und das Mädchen dort an der Kita „Hand in Hand“ rauszulassen, habe der Fahrer seine Tour ohne Stopp weiter in Richtung Betzdorf fortgesetzt. Erst in der Sieg-Heller-Stadt muss er bemerkt haben, dass da noch jemand ist, der da eigentlich nicht hingehört. Er fuhr zurück und setzte die damals drei Jahre alte Charlotte doch noch an der Kirche ab.
Vergangene Woche aber kam es zum bisherigen Höhepunkt der Bus-Posse. Da habe ihr Mann mittags an der Grünebacher Haltestelle auf ihre Annika gewartet, berichtet Manuela Hain. Der Bus kam demnach deutlich zu spät an – und leer. Der Fahrer habe im Vorbeifahren nur mit den Achseln gezuckt und im Bereich der Hellerbrücke gewendet. Eigentlich führt die Linie stets bis nach Sassenroth, von wo aus es wieder retour geht.

Gut, habe ihr Mann gedacht, so Manuela Hain: Kinder vergessen, zurück zur Kita. Und so muss es auch gewesen sein. Nur: Der Fahrer hat dann offenbar die beiden Grünebacher Kinder, neben Annika noch einen Jungen, eingeladen und ist mit ihnen nach Betzdorf gefahren. Im Barbaratunnel muss er dann die Kinder gefragt haben, wo sie eigentlich hinwollten. Und die aufgeweckte Annika, so erzählte sie es später ihren Eltern, sagte: „Na, nach Grünebach!“ Der Fahrer fuhr zurück und lieferte die Kinder letztlich dort ab.

"Hier werden Kinder befördert, das ist nicht lustig"

Über den glücklichen Ausgang können sich die Eltern aber nur bedingt freuen. „Wenn der Fahrer die Kinder jetzt am Busbahnhof rausgelassen hätte, was dann?“, fragt Manuela Hain. Beate Matern sieht ein grundlegendes Problem: „Was ist mit der Aufsichtspflicht?“ Den Busfahrer wollen die beiden keineswegs ans Zeug flicken. Allerdings fordern sie, dass die Fahrer besser eingewiesen werden. Manuela Hain: „Hier werden Kinder befördert, das ist nicht lustig.“

Das Grundproblem in den Augen der Eltern: Die Busverbindung ist eine reguläre „Linie“, also kein reiner Kita-Bus, wie in früheren Jahren. Seinerzeit seien die Fahrer dann auch in dem Bewusstsein vorgefahren, kleine Kinder an Bord zu nehmen. Nun sei es sogar so, dass jedermann im Bus mitfahren könne, unter Umständen die Kinder sogar ansprechen. Die Eltern beschleicht dabei „ein ungutes Gefühl“.
Die SZ hat die Kreisverwaltung um eine Stellungnahme gebeten. Denn die Linie gehört zum Portfolio der Westerwaldbus GmbH, eine „Tochtergesellschaft“ des Landkreises. Darin heißt es zunächst: „Die Kreisverwaltung und die Westerwaldbus des Kreises Altenkirchen GmbH bedauern die geschilderten Probleme.“

Beschwerde über Bustransfer von Grünebach zur Kita Alsdorf

Seit dem 6. September liege eine Beschwerde zum Bustransfer von Grünebach zur Kita Alsdorf vor. In der Regel würden Kreisverwaltung und Westerwaldbus bei derlei Problemen sehr zeitnah durch die betroffenen Kindertagesstätten oder Schulen benachrichtigt: „Das war in diesem Fall nicht so.“ Darüber sei „die Beschwerdeführerin“ zwei Tage später informiert worden. Leider habe weder sie noch die entsprechende Kita auf Nachfrage konkrete Daten zu den etwaigen Problemfällen nennen können, was die weitere Aufklärung etwas erschwert habe.

Die Westerwaldbus GmbH könne allerdings technisch nachvollziehen, wann wo welcher Bus eine Haltestelle angefahren hat oder auch nicht. Eine Überprüfung in diesem System ergab, dass die Haltestelle „Alsdorf Kindergarten/Kirche“ am 6. September nicht angefahren wurde, eine weitere, dass diese Tour nicht durch die Westerwaldbus selbst, sondern durch den Unterauftragnehmer Martin Becker erfolgte. Der Subunternehmer sei telefonisch angewiesen worden, sein eingesetztes Fahrpersonal nochmals zu schulen. Abschließend heißt es: „Darüber hinaus wird auch die Westerwaldbus ihre Fahrer hierzu nochmal sensibilisieren.“

Beate Matern und Manuela Hain monieren, dass der Bus in Grünebach immer mal wieder ohne Kita-Kinder ankommt.
Beate Matern und Manuela Hain monieren, dass der Bus in Grünebach immer mal wieder ohne Kita-Kinder ankommt.
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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