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Jubilarehrung der IG Metall
Das „Bollwerk“ stark gemacht

Zwischen 25 und 70 Jahren sind die IG-Metall-Mitglieder organisiert, die gestern in der Betzdorfer Stadthalle geehrt worden. Reden und ein kleines Rahmenprogramm schufen dafür den passenden Rahmen.
  • Zwischen 25 und 70 Jahren sind die IG-Metall-Mitglieder organisiert, die gestern in der Betzdorfer Stadthalle geehrt worden. Reden und ein kleines Rahmenprogramm schufen dafür den passenden Rahmen.
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nb Betzdorf. Ihre „Bringschuld“ gegenüber langjährigen Mitgliedern hat die IG Metall Betzdorf am Donnerstagabend ein gutes Stück weit abgetragen. Als solche wollte nämlich Festredner Manfred Schallmeyer die Feierstunde in der Stadthalle verstanden wissen – und keinesfalls als lästige Pflicht. „Ihr habt häufig viel mehr getan, als eure Pflicht“, dankte Schallmeyer den Jubilaren.

Mit einer beeindruckenden Zahl hatte zuvor der 1. Bevollmächtigte Uwe Wallbrecher aufgewartet. Auf mehrere tausend Jahre gewerkschaftlicher Organsiation kommen die Jubilare der IG Metall Betzdorf gemeinsam. Dass es dafür die angemessene Anerkennung gibt, dafür sorgt die Gewerkschaft mit ihrer alljährlichen Feierstunde.

Begrüßt hatte dazu gestern Bruno Köhler, 2.

nb Betzdorf. Ihre „Bringschuld“ gegenüber langjährigen Mitgliedern hat die IG Metall Betzdorf am Donnerstagabend ein gutes Stück weit abgetragen. Als solche wollte nämlich Festredner Manfred Schallmeyer die Feierstunde in der Stadthalle verstanden wissen – und keinesfalls als lästige Pflicht. „Ihr habt häufig viel mehr getan, als eure Pflicht“, dankte Schallmeyer den Jubilaren.

Mit einer beeindruckenden Zahl hatte zuvor der 1. Bevollmächtigte Uwe Wallbrecher aufgewartet. Auf mehrere tausend Jahre gewerkschaftlicher Organsiation kommen die Jubilare der IG Metall Betzdorf gemeinsam. Dass es dafür die angemessene Anerkennung gibt, dafür sorgt die Gewerkschaft mit ihrer alljährlichen Feierstunde.

Begrüßt hatte dazu gestern Bruno Köhler, 2. Bevollmächtigter, und der Betzdorfer Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer.

Uwe Wallbrecher schlug dann in seinem Grußwort ernste Töne an. Wenig überraschend, schließlich ist es kein Geheimnis, dass sich das Konjunkturklima gerade abkühlt. Auch in unserer Region zeigten sich dafür bereits „deutliche Zeichen“, mahnte Wallbrecher und nannte Kurzarbeit, das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge oder gar Personalabbau. Die Region, auch das wurde klar, ist dabei natürlich Teil der europaweiten, ja globalen Entwicklungen. Sanktionen, der Brexit („ein Kasperletheater“) und Skandale – Stichwort: Abgas-Skandal – würden sich niederschlagen.

Wallbrecher zeigte sich aber auch gewohnt kämpferisch. „Die Menschen würden wieder solidarischer handeln“, so der Gewerkschaftsfunktionär mit Blick auf die derzeitige Situation. „Wir dürfen uns nicht spalten lassen.“ Und an die Jubilare gerichtet: „Ihr wisst, ohne IG Metall wird es nicht besser.“

Auch der Spaltung von junger und älterer Generation will der 1. Bevollmächtigte keinen Raum geben. Dass die oft kritisierte Jugend sich durchaus interessiert zeige, sich engagiere, das zeigte ein Film, der beim Projekt „Demokratie gestalten“ der Gewerkschaft mit Schülern der IGS Betzdorf-Kirchen entstand (die SZ berichtete).

Ihre Talente live zeigten in der Stadthalle auch zwei weitere junge Menschen: Fußball-Artist Patrick Bäurer und Nachwuchssängerin Yagmur Ayvaz mit einem beeindruckenden Auftritt.

Als Gastredner war Manfred Schallmeyer, ehemaliges geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, an die Stadt an Sieg und Heller gekommen. Und er dürfte dort mit seiner so humorvollen wie auch eindringlichen Festrede einige „Fans“ hinzugewonnen haben.

Zwar schaffte er es nicht ganz, die zunächst erwähnte zeitliche Höchstgrenze von 20 Minuten einzuhalten, aber eine andere Regel packte er: „Man sollte ein Festrede an dem Tag beenden, an dem man sie begonnen hat.“ Und überhaupt, langweilig wurde es keinesfalls, wie auch der mehrfache Zwischenapplaus und zustimmende Rufe aus dem Publikum deutlich zeigten.

Klare Kante, auch das gefiel den Zuhörern an Schallmeyers Worten. Er ging streng ins Gericht mit der aktuellen Politik und jener der vergangenen Jahre. Und er sagte deutlich, was er von Bewegungen und Einflüssen vom rechten Rand hält.

„Sozial ist, was Arbeit schafft“ – dass er von diesem Ausspruch wenig hält, ließ der Redner in deftiger Wortwahl wissen. Die Gewerkschaft halte dagegen, sie wolle einen Mindestlohn, sichere Arbeitsplätze, Bildung, eine sichere Rente, solide Tarifverträge: „Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle genug haben.“ Die Gewerkschaft sei eine „Koalition der anständigen Leute“ und „ein Bollwerk gegen soziale Ungerechtigkeiten.

Kein gutes Haar ließ Schallmeyer an Populisten. Und auch nicht an der AfD. Die, so der Festredner, sei wie Braunkohle: „Sie vergiftet das Klima.“

Abschließend gratulierte Manfred Schallmeyer den Frauen und Männern, denen der Abend gewidmet war: den Jubilaren, dem lebendigen „Archiv der Gewerkschaft“. Die Jubilare hätten die Gewerkschaft vor Ort hochgehalten: „Ihr habt die IG Metall stark gemacht.“

Geehrt wurden alle, die seit 25, 40, 50, 60, 65 oder bereits 70 Jahren Mitglied sind. Urkunden, Anstecknadeln und Geschenke wurden überreicht.

Einige Jubilare nannte Wallbrecher namentlich, beispielhaft für alle Mit-Jubilare.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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