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SPD überflügelt CDU im Wahlkreis
Der große Abend des Michael Wäschenbach

Daumen nach oben: Michael Wäschenbach hat allen Grund zur Freude. Der Wallmenrother hat zum zweiten Mal in Folge das Direktmandat im Wahlkreis 1 geholt.
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thor Betzdorf/Kirchen. Was für ein Abend, was für ein Sieg! Michael Wäschenbach (CDU) hat nach 2016 erneut das Direktmandat im Wahlkreis 1 und damit sein Ticket für den rheinland-pfälzischen Landtag geholt – unter zweifellos sehr schwierigen Rahmenbedingungen für einen Christdemokraten und gegen etliche Trends. Lange Zeit lieferte sich der Wallmenrother ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD): „Ich habe noch nie so oft auf den F5-Knopf gedrückt“, chattete der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Hundhausen irgendwann zwischendurch. Wäschenbach übernahm aber dann ungefähr auf halber Strecke die Führung und verteidigte sie bis zur Ziellinie.
Wäschenbach hält, Bätzing-Lichtenthäler verliertEs dauerte bis 21.

thor Betzdorf/Kirchen. Was für ein Abend, was für ein Sieg! Michael Wäschenbach (CDU) hat nach 2016 erneut das Direktmandat im Wahlkreis 1 und damit sein Ticket für den rheinland-pfälzischen Landtag geholt – unter zweifellos sehr schwierigen Rahmenbedingungen für einen Christdemokraten und gegen etliche Trends. Lange Zeit lieferte sich der Wallmenrother ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD): „Ich habe noch nie so oft auf den F5-Knopf gedrückt“, chattete der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Hundhausen irgendwann zwischendurch. Wäschenbach übernahm aber dann ungefähr auf halber Strecke die Führung und verteidigte sie bis zur Ziellinie.

Wäschenbach hält, Bätzing-Lichtenthäler verliert

Es dauerte bis 21.05 Uhr, als (endlich) der letzte große Stimmbezirk in der Stadt Betzdorf ausgezählt war. Und erst zu dieser Uhrzeit wollte Wäschenbach dann auch an seinen Erfolg glauben, obwohl der Vorsprung schon länger durchaus komfortabel war. Auf ihn entfielen am Ende 41,5 Prozent der Erststimmen, die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin mit Wohnsitz in Forst kam auf 37,4 Prozent. Während der Wallmenrother sein Ergebnis von 2016 nahezu halten konnte, verlor Bätzing-Lichtenthäler 1,3 Punkte. Die 46-Jährige konnte sich nur in der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf durchsetzen, in den Verbandsgemeinden Kirchen und Rennerod sowie der Alt-VG Betzdorf sammelte Wäschenbach die meisten Kreuzchen. So stellt sich am Ende doch die Frage, ob es in Zeiten wie diesen unbedingt ein Vorteil ist, bei der Verkündung von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise immer im Rampenlicht zu stehen. Für den Wahlkreis 1 und damit auch für den Oberkreis Altenkirchen ist das in jedem Fall eine gute Nachricht, ist er doch auch in den nächsten fünf Jahren mit zwei Abgeordneten in Mainz vertreten. Nach den deutlichen Verlusten der CDU in Rheinland-Pfalz war Wäschenbach aufgrund seines schlechten Listenplatzes (19) wohl zwingend darauf angewiesen, den Wahlkreis direkt zu holen.

CDU triumphiert im Wahlkreis 2

Auch im Wahlkreis 2 triumphierte die CDU im Duell zweier Newcomer: Dr. Matthias Reuber (Birken-Honigsessen) siegte letztlich sehr deutlich mit 38 Prozent der Erststimmen. Gegenkandidat Matthias Gibhardt (SPD), Stadtbürgermeister aus Altenkirchen, kam auf 33,2 Prozent. Traditionell wählt der Unterkreis „schwarz“, die Hochburgen in Wissen und im Gebhardshainer Land bleiben für die SPD uneinnehmbar.

Wäschenbach überholt seine Partei

Selten gab es eine Wahl, wo sich so wenige politische Beobachter im Vorfeld mit Prognosen festlegen wollten. Zu ungewiss war, wie sich die Pandemie mit ihren Begleiterscheinungen auf das Wahlverhalten der Menschen auswirken würde. Für Wäschenbach kam dann die Masken-Affäre zur absoluten Unzeit. Und dennoch: Der CDU-Mann, der einst als B-Kandidat für Dr. Josef Rosenbauer in den Landtag nachgerückt war, hat ein deutlich besseres Ergebnis als seine Partei eingefahren. Ein Unterschied von knapp 8 Prozent allein im Wahlkreis spricht Bände. Vom Ergebnis der CDU im Land trennen den 66-Jährigen ganze Welten.

Ganz alleine zum Erfolg

Die SPD kann sich damit trösten, den Wahlkreis 1 bei den Zweitstimmen gewonnen zu haben. Die Genossen erreichten 35,5 Prozent, die CDU kam auf 33,6 Prozent. Damit haben sich hier die Machtverhältnisse im Vergleich zur 2016er-Wahl umgedreht. Und das gilt sogar für den gesamten Kreis Altenkirchen. Auch hier hat die Union, die gerne von sich als „die Kreispartei“ spricht, ihre Vormachtstellung eingebüßt, wenn auch knapp. 34,7 (SPD) zu 33,4 Prozent (CDU) kann man natürlich auch als Augenhöhe bezeichnen.

Kleinere Parteien schneiden schlechter ab

Der Blick auf die kleineren Parteien: Die schnitten im Wahlkreis 1 durch die Bank schlechter ab als auf Landesebene. Für die AfD stimmten 8,6 Prozent der Wähler zwischen Rennerod und Friesenhagen (minus 5,5 Prozent). Ohne Flüchtlingskrise ist die „Alternative“ auch in heimischen Gefilden wieder auf ein Normalmaß gestutzt worden. Die Grünen konnten sich nach ihrem Absturz vor fünf Jahren wieder erholen und kamen im Wahlkreis auf 6,5 (plus 2,7 Prozent) Prozent, die FDP auf 5,4 Prozent (minus 0,7 Prozent). Unter dem Balken von 5 Prozent blieben die Linken und die Freien Wähler.

Schlechtriemen vor Neuhof

Einen Achtungserfolg heimste für die Liberalen Steffen Schlechtriemen ein. Der Niederfischbacher holte bei den Erststimmen 8,2 Prozent und lag damit noch vor der ehemaligen Landtagsabgeordneten Anna Neuhof. Die Bündnisgrüne aus Kirchen verbuchte 7,9 Prozent. Julian Fleckinger (Die Linke) erzielte glatte 5 Prozent.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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