Verdrecktes Umfeld, verwaiste Baustelle
Der vergessene Bahnhof

Zumindest die Bahnfahrer sind bemüht, Ordnung zu halten. Aber was will der Kunde machen, wenn die Abfallkörbe bis oben hin voll sind?  Fotos: goeb
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  • Zumindest die Bahnfahrer sind bemüht, Ordnung zu halten. Aber was will der Kunde machen, wenn die Abfallkörbe bis oben hin voll sind? Fotos: goeb
  • hochgeladen von Dr. Andreas Goebel (Redakteur)

goeb Betzdorf. Man könnte meinen, dass der frühere ganze Stolz der Eisenbahnerstadt Betzdorf, der Bahnhof, in einen tiefen Schlaf gefallen ist. Doch ein Schlaf wie im Märchen ist das wahrlich nicht.

Reisende beklagen sich über vieles, nicht nur über verspätete oder ganz ausgefallene Züge, über die sich die Hinweis-Monitore entweder ganz ausschweigen oder nur die allernötigste, dazu noch unbrauchbare Information – „Betriebsstörung“ – weitergeben.

Ausgerechnet während der monatelangen Bauarbeiten auf der einzigen Fußgängerbrücke über die Gleise (die Konrad-Adenauer-Brücke am Betzdorfer Busbahnhof ist bis Herbst voll gesperrt) versagen die Aufzüge am Bahnhof zu den Bahnsteigen regelmäßig ihren Dienst, oft über viele Tage und sogar Wochen.

Das führt dazu, dass Behinderte, gebrechliche Alte oder Mütter mit Kinderwagen die Gelackmeierten sind. Für sie rückt dann auch der Stadtteil jenseits der Gleise in die Ferne, auch an das Erreichen der Züge ist nicht zu denken, es sei denn, sie wenden sich an Fremde, die ihnen beim Tragen helfen oder sie auf den Treppen stützen.

Offenbar ist das der Deutschen Bahn AG selbst bewusst, sie kann oder will daran aber nichts ändern. Regelmäßig gehen bei dem Unternehmen Beschwerden ein und scheinen zu verpuffen.

Als der Verfasser dieser Zeilen am Donnerstag Fotos von überquellenden Abfalleimern und heillos verdreckten Bahnsteigen machte, schüttete dem Reporter ein Bahnbeamter sein Herz aus. Der war eigentlich nicht zuständig, weil von einem anderen Tochterunternehmen.

Die Abfalleimer, Aufgabe des DB Service, seien nicht geleert worden. „Ich bin hier nur am Müll auflesen“, erklärte der Mann, der mit seinem Trupp am seit Jahren nicht fortgeführten und schon in die Schlagzeilen geratenen Gleis(rumpf) 107 zu tun hatte. „Ist eigentlich gar nicht meine Aufgabe. Aber der Service kriegt es wohl nicht hin.“

Der „Lückenschluss“ von Gleis 107 – letzter Stand – harrt immer noch der Baugenehmigung. Vor 2021 tut sich da wohl nichts. Das vom Eisenbahnbundesamt geforderte Planfeststellungsverfahren muss nachgebessert werden und vereitelt nach wie vor den Bau der Unterführung zum Parkdeck.

Zumindest die Bahnfahrer sind bemüht, Ordnung zu halten. Aber was will der Kunde machen, wenn die Abfallkörbe bis oben hin voll sind?  Fotos: goeb
Scheinbar unendliche Geschichte: Der Weiterbau von Gleis 107.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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