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Borkenkäfer und die Folgen
Der Wald schwindet - aber noch ist viel da

Der Baumbestand schwindet - und doch ist trotz Borkenkäferbefalls noch jede Menge Wald vorhanden.
  • Der Baumbestand schwindet - und doch ist trotz Borkenkäferbefalls noch jede Menge Wald vorhanden.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

sz/thor Betzdorf. Es ist inzwischen völlig egal, wohin man blickt. Ob oberhalb von Freusburg oder Brachbach, am Sportplatz in Offhausen oder am Roten Hahn in Niederschelderhütte. Überall klaffen gewaltige Lücken in den heimischen Wäldern. Dabei wirkt die neuste Zahl aus dem Statistischen Landesamt fast noch beruhigend. Demnach entfällt rechnerisch auf jeden Rheinland-Pfälzer eine Waldfläche von 1973 Quadratmeter.
Fichten besonders stark von Baumfällungen betroffenNach Angaben der Statistiker betrug der Umfang dieser in Teilen stark durch die vergangenen drei Trockenjahre beeinflussten Vegetationsfläche 8060 Quadratkilometer. Dies entspricht 41 Prozent der Landesfläche. Damit ist Rheinland-Pfalz anteilig das waldreichste Bundesland.

sz/thor Betzdorf. Es ist inzwischen völlig egal, wohin man blickt. Ob oberhalb von Freusburg oder Brachbach, am Sportplatz in Offhausen oder am Roten Hahn in Niederschelderhütte. Überall klaffen gewaltige Lücken in den heimischen Wäldern. Dabei wirkt die neuste Zahl aus dem Statistischen Landesamt fast noch beruhigend. Demnach entfällt rechnerisch auf jeden Rheinland-Pfälzer eine Waldfläche von 1973 Quadratmeter.

Fichten besonders stark von Baumfällungen betroffen

Nach Angaben der Statistiker betrug der Umfang dieser in Teilen stark durch die vergangenen drei Trockenjahre beeinflussten Vegetationsfläche 8060 Quadratkilometer. Dies entspricht 41 Prozent der Landesfläche. Damit ist Rheinland-Pfalz anteilig das waldreichste Bundesland. Im Kreis Altenkirchen lag der Anteil Ende 2018 bei über 50 Prozent, die Verbandsgemeinde Kirchen kommt gar auf 70 Prozent.
Rund zwei Drittel der Forstfläche im Land entfällt auf Mischwälder. Der Anteil des Laubwaldes liegt bei 21 Prozent. Rund 13 Prozent umfassen die Nadelwälder. Nach Aussagen des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums wurden seit 2018 auf rund 15.000 Hektar die Bäume notgeerntet, weil sie z. B. durch den Borkenkäfer geschädigt waren. Das seien knapp 2 Prozent der Waldfläche.
Fichten und sonstiges Nadelholz sind besonders stark betroffen: 2019 wurden 3,6 Millionen Erntefestmeter an Schadholzeinschlag bei den betreffenden Baumarten erfasst (2018: 959.000 Erntefestmeter). 84 Prozent davon wurden 2019 aufgrund von Insektenbefall eingeschlagen.
Frank Schneider vom Forstamt Altenkirchen geht davon aus, dass bislang rund eine Million Festmeter angefallen sind – nicht eingerechnet die Mengen aus den Privatwäldern der Hatzfeldt’schen und Hövel’schen Verwaltungen (auf Schloss Schönstein geht man z. B. von bislang 80 000 Festmetern aus). Grob geschätzt seien das rund 2500 Hektar allein im Staatsforst und auf den Flächen der Haubergsgenossenschaften. Den Verlust von Waldflächen genau zu beziffern, sei schwer, da ja parallel auch Aufforstungen stattfinden würden, so Schneider.

Es wird auch weiter Holz gefällt

„Auch dieses Jahr ist mit hohen Einschlägen zu rechnen, da noch nicht alle Bestände abgeerntet bzw. weitere abgestorben sind“, heißt es vonseiten des Statistischen Landesamts. In der Tat werden auch im AK-Land die Motorsägen und Harvester weiter ausreichend Arbeit haben, aber nicht dauerhaft. „Wir kommen langsam an einen Punkt, wo es in die roten Zahlen geht“, sagt Schneider. Das heißt: Irgendwann müsse man Bestände auch einfach sich selbst überlassen und nur noch auf die Verkehrssicherungspflicht achten.
Noch ein anderer Blick auf die Statistik: Die Gesamtfläche von Rheinland-Pfalz beträgt rund 19 858 Quadratkilometer. Den größten Anteil nimmt die Fläche für Vegetation (84 Prozent) ein. Diese setzt sich im Wesentlichen aus Flächen für die Landwirtschaft (49 Prozent), Wald (48 Prozent) und Gehölz (2,7 Prozent) zusammen.
Zu den vom Menschen baulich beeinflussten Flächen zählen die Flächen für Siedlung (1698 km2) und jene für Verkehr (1203 km2), für die in Summe knapp 15 Prozent der Landesfläche genutzt werden. Der Fläche für Siedlung liegen mehrere Nutzungsarten zugrunde. Der größte Anteil entfällt mit knapp 41 Prozent auf den Wohnbau, gefolgt von Flächen für Sport, Freizeit und Erholung (21 Prozent). Gut 17 Prozent der Fläche dient industriellen und gewerblichen Zwecken. Die Flächen für Verkehr umfassen überwiegend Straßen (43 Prozent) und Wege (49 Prozent).

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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