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Weltladen Betzdorf
Deshalb reicht das Lieferkettengesetz nicht aus

Hermann Hesse, Andreas Neuser und Karl-Heinz Dork (v.l.) waren mit den Objekten auf dem Wochenmarkt präsent und machten auf die Lücken im Lieferkettengesetz aufmerksam. Es wurde beklagt, dass Unternehmen immense Gewinne machen, während Produzenten am Anfang der Lieferkette um ihre Existenz kämpfen müssen.
  • Hermann Hesse, Andreas Neuser und Karl-Heinz Dork (v.l.) waren mit den Objekten auf dem Wochenmarkt präsent und machten auf die Lücken im Lieferkettengesetz aufmerksam. Es wurde beklagt, dass Unternehmen immense Gewinne machen, während Produzenten am Anfang der Lieferkette um ihre Existenz kämpfen müssen.
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  • hochgeladen von Dominik Jung

rai Betzdorf. Das Lieferkettengesetz in Deutschland geht Hermann Hesse und seinen Mitstreitern vom Weltladen in Betzdorf nicht weit genug: Deshalb werden sie auch am Sonntag beim Frühlingsfest in der Sieg-Heller-Stadt wieder u. a. eine alte Kaffeemühle, ein Paragrafensymbol und eine Lupe aufstellen und mehr Fairness fordern. Bereits am Freitag hatten Vorsitzender Hesse und weitere Helfer des Weltladens sich klar mit ihrer Forderung positioniert: Auf dem Wochenmarkt waren die Installationen aufgestellt – und ein Plakat unterstrich: „Mächtig unfair“.
Das Lieferkettengesetz habe einige Lücken
Über das Lieferkettengesetz soll die Wahrung von Menschenrechten und ökologischen Aspekten nachgewiesen werden.

rai Betzdorf. Das Lieferkettengesetz in Deutschland geht Hermann Hesse und seinen Mitstreitern vom Weltladen in Betzdorf nicht weit genug: Deshalb werden sie auch am Sonntag beim Frühlingsfest in der Sieg-Heller-Stadt wieder u. a. eine alte Kaffeemühle, ein Paragrafensymbol und eine Lupe aufstellen und mehr Fairness fordern. Bereits am Freitag hatten Vorsitzender Hesse und weitere Helfer des Weltladens sich klar mit ihrer Forderung positioniert: Auf dem Wochenmarkt waren die Installationen aufgestellt – und ein Plakat unterstrich: „Mächtig unfair“.

Das Lieferkettengesetz habe einige Lücken

Über das Lieferkettengesetz soll die Wahrung von Menschenrechten und ökologischen Aspekten nachgewiesen werden. Die im deutschen Papier festgesetzte Lieferkette ende jedoch dort, wo das produzierte Produkt erworben wird, erklärte Hesse. Für ihn reicht das bei Weitem nicht aus. Exemplarisch erwähnt er aus Baumwolle hergestellte Bekleidung. Der Rohstoff werde ja auch angebaut und schließlich zu Stoff verarbeitet. Für Hesse und seine Mitstreiter muss auch dieser Teil belegt werden, und nicht erst ab Punkt des fertigen Produktes.

"Das Lieferkettengesetz in Deutschland hat einige Lücken, die ausgebessert werden sollten“, betonte Hesse. Hier hofft man auf das europäische Lieferkettengesetz, das im Herbst aufgegriffen werden soll, so Hesse. Das sei weitreichender als das deutsche Gesetz. So hofft man, dass am Ende des Tages die deutsche Gesetzgebung bei den Lieferketten verbessert wird. Seit jeher setzt sich der Weltladen für die Kleinbauern und deren Familien ein. Während Konzerne hohe Gewinne einfahren würden, könnten die Produzenten in den Erzeugerländern keine Gewinne machen und oftmals noch nicht einmal davon leben. "Zweieinhalb Millionen Kleinbauern leben unter dem Existenzminimum“, gab Hesse zu Protokoll und beklagte auch die hohen Ausschüttungen an die Aktionäre. Auch bei den Gewinnen könne man etwas machen, damit die Erzeuger mehr für ihre Arbeit bekommen würden, ein Auskommen hätten und gut davon leben können.

''Das Dilemma ist die Marktmacht der Konzerne''

Deshalb waren die Objekte aufgebaut, die auch beim Frühlingfest in Betzdorf mit verkaufsoffenem Sonntag zu sehen sein werden. "Wir haben einen satirischen Text verfasst, aber auch Erklärung“, sagte Hesse und deutete auf Lupe, Bananen, Paragrafensymbol auf einem Warnschild und eine alte Kaffeemühle. Die plattgetretene Milchtüte symbolisiere, wie Erzeuger zertreten werden, und die Zitronenpresse, wie sie „bis zum Letzten ausgepresst werden“. Die Aktiven beklagen auch die Dumpingpreise. Oft würden Preise unter den Produktionskosten an die Erzeuger gezahlt. "Das Dilemma bei uns ist die Marktmacht der Konzerne.“ Es gebe z. B. fünf große Kaffeeaufkäufer, sagte Hesse und stellte ernüchtert fest: "Was haben die Kleinbauern da noch für eine Chance, als nur noch die niedrigen Preise zu akzeptieren?“

Am Sonntag, 15. Mai, werden die Objekte in der Nähe des Weltladens an der Bahnhofstraße in Betzdorf aufgebaut.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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