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Ehemals Wolf-Garten
Die Hüter der Hallen wollen verpachten

Das 2000 Quadratmeter umfassende Großraumbüro in Verwaltungsgebäude wird umgebaut werden. Wie viele Hände werden nach den bronzenen Platten der Tür bei Wolf-Garten wohl schon gegriffen haben?
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  • Das 2000 Quadratmeter umfassende Großraumbüro in Verwaltungsgebäude wird umgebaut werden. Wie viele Hände werden nach den bronzenen Platten der Tür bei Wolf-Garten wohl schon gegriffen haben?
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goeb Betzdorf. Die Zahlen, die heute Nachmittag auf den Tisch kommen, sind ehrfurchteinflößend. Rund 15 000 Quadratmeter Hallenfläche können die beiden Geschäftsführer von der Malix UG & Co. KG Gerwerbetriebenden, die etwas Passendes suchen, anbieten, auch kurzfristig, wie Maximilian und Marvin Lixfeld ergänzen.

Achteinhalb Meter Höhe haben die Gebäude, das ist genug, um einen Kran aufzustellen, wenn man denn will. „Denkbar ist aber auch, dass Teile für einen ganz anderen Zweck genutzt werden, etwa für den Freizeitsport. „Wir sind da offen. Denkverbote gibt es bei uns nicht.“ Selbst reservierte Flächen für Gesundheitsberufe schließen die beiden jungen Geschäftsführer nicht aus.

goeb Betzdorf. Die Zahlen, die heute Nachmittag auf den Tisch kommen, sind ehrfurchteinflößend. Rund 15 000 Quadratmeter Hallenfläche können die beiden Geschäftsführer von der Malix UG & Co. KG Gerwerbetriebenden, die etwas Passendes suchen, anbieten, auch kurzfristig, wie Maximilian und Marvin Lixfeld ergänzen.

Achteinhalb Meter Höhe haben die Gebäude, das ist genug, um einen Kran aufzustellen, wenn man denn will. „Denkbar ist aber auch, dass Teile für einen ganz anderen Zweck genutzt werden, etwa für den Freizeitsport. „Wir sind da offen. Denkverbote gibt es bei uns nicht.“ Selbst reservierte Flächen für Gesundheitsberufe schließen die beiden jungen Geschäftsführer nicht aus.

Maximilian und Marvin Lixfeld sind mit ihrem Vater Dirk Lixfeld zum Besprechungstermin an der Betzdorfer Industriestraße im Stadtteil Bruche erschienen. Außerdem dabei: Wirtschaftsförderer Michael Becher vom Rathaus Betzdorf und Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer.

Hier haben jahrzehntelang Hunderte Betzdorfer „geschafft“, denn dies war einst das Stamm-Werk des Gartengeräte-Herstellers Wolf. Geldsetzer schmunzelt. „Für mich war das damals ein perfekter Ferienjob. Da drüben auf der freien Fläche habe ich früher die Rasenmäher getestet.“

Marktbefragungen haben ergeben, dass die meisten Deutschen das Logo, den gelben Wolfskopf auf rotem Grund, kennen. Es gibt sie immer noch die Rasenmäher von Wolf-Garten, aber längst ist der eigentliche Hersteller ein anderer.

Nach vielen Rettungsbemühungen ging das Familienunternehmen Wolf vor über zehn Jahren in die Insolvenz. Den insgesamt 30 000 Quadratmeter umfassenden Hallenkomplex (auf 80 243 Quadratmeter Grundstücksfläche) übernahm die Anwaltskanzlei Ortmüller, Meißenburg & Rödder als Verwalterin.

Zehn Jahre war Rechtsanwalt Dr. Markus Rödder erster Ansprechpartner für die Gläubiger und die Interessenten. Der Zeitraum war deshalb so lange, weil schon früh, zwei Jahre nachdem der Schlüssel rumgedreht worden war, der Automobilzulieferer Montaplast aus dem Oberbergischen auf die Liegenschaft aufmerksam geworden war und damit ein profunder Großmieter einzog, der pünktlich seine Miete bezahlte.

Allerdings gab es immer wieder Ärger mit den Anwohnern wegen der vielen Lastwagen, die das Werk zum Be- und Entladen ansteuerten. Ein langer Rechtsstreit mit der Stadt war die Folge, mit dem Ergebnis, dass Montaplast diese Aktivitäten wieder ins Bergische zurückverlagerte.

Ganz aus Betzdorf verschwunden sind sie indes nicht, wie zu erfahren ist. Die Lixfelds berichten, dass Montaplast dauerhaft etwa die Hälfte des Hallenkomplexes mietet. „Das bleibt aber ein reines Lager“, ergänzt Dirk Lixfeld, der auf der anderen Straßenseite ein Unternehmen hat.

Fast ein Jahr betreibe Montaplast schon sein Lager. Der Zustand, wie er jetzt ist, ist der Ist- und Soll-Zustand. Keine Logistik mehr. Es bleibt bei vier bis fünf Lkw“, sagt Dirk Lixfeld und ergänzt: „Pro Woche.“

Die Malix UG will die andere Hälfte des Komplexes parzelliert verpachten. „Vielleicht als offene Anlage“, wie Marvin Lixfeld beschreibt. „Das bestimmt letztlich alles der Markt.“

Interessierten werde eine Menge geboten, berichten sie weiter. „Montaplast war in den Jahren nicht untätig“, so Dirk Lixfeld, der das gedeihliche Miteinander mit Montaplast ausdrücklich lobt. Nicht nur sei die Substanz gepflegt worden. „Die haben kräftig investiert.“

Dazu zählten neue Sanitär- und Besprechungsräume, eine neue Sprinkler- und Brandmeldeanlage sowie Glasfaser und Gasanschluss. Sechs separate Heizungen und regelmäßig über den Komplex verteilte Elektrostationen mit der Möglichkeit zum getrennten Abrechnen gibt es.

„Es existieren drei Zuwegungen, und wir machen gerade die vierte klar, mit einem Tor, damit es verschiedene Möglichkeiten gibt, die Hallen zu betreten“, so Lixfeld senior. Hinzu komme: Die Immobilie verfügt über einen Gleisanschluss zur Sieg-Strecke. Vorstellbar sei wegen der üppigen Außenflächen auch ein Neubau für spezielle Zwecke, etwa eine Lackiererei.

„Ich war zwei Stunden im Amt als Bürgermeister“, erinnert sich Geldsetzer. „Da bekam ich einen Anruf von Wirtschaftsförderer Becher. „Es ging bereits um die Wolf-Hallen.“

Im September vergangenen Jahres boten die Lixfelds beim notariellen Ersteigerungstermin in Wissen mit auf die Immobilie. Mehrere Bieter waren gekommen. Den Zuschlag erhielten letztlich die Betzdorfer. Die Gläubigerversammlung in der Schweiz stimmte zu.

Nächste Woche Donnerstag stößt Wirtschaftsförderer Becher zu einem Termin mit einem Interessenten hinzu. „Viele schieben Entscheidungen vor sich her“, ergänzt Maximilian Lixfeld. Der Grund ist natürlich die Corona-Pandemie. Gleichwohl tut sich etwas in letzter Zeit in Sachen neuer Gewerbepark. Wer ein Stück vom Kuchen abhaben möchte oder sich erst einmal einen Eindruck verschaffen will, kann mit den Geschäftsführern Kontakt aufnehmen. Am besten per E-Mail unter der Adresse info@malix-ug.de

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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