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Mehr Transparenz und eine Mauer geplant
„Die Partei“ will jetzt auch im AK-Land Fuß fassen

Treten an, um die Parteienlandschaft im Kreis Altenkirchen etwas aufzumischen: Ute Stinner, Christian Link, Dustin Haubrich und Ann-Kathrin Link (v. l.).
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  • Treten an, um die Parteienlandschaft im Kreis Altenkirchen etwas aufzumischen: Ute Stinner, Christian Link, Dustin Haubrich und Ann-Kathrin Link (v. l.).
  • Foto: Die Partei
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

thor Betzdorf/Kirchen/Daaden. Die erste Überraschung ist da, als im Video-Chat die Bilder aufploppen: Christian Link und Sven Pietsch sind ganz offensichtlich alles andere als sturzbetrunken. Bei Dustin Haubrich steht das nicht genau fest, er ist lediglich per Ton zugeschaltet. „Wer hat denn gesagt, dass ich nüchtern bin?“, hört man es vielsagend aus Daaden. Denn das Trio hätte schließlich allen Grund, über Tische und Bänke zu tanzen. Es ist schließlich ein Feiertag: Mit Überläufer Marco Bülow (früher SPD) wird „Die Partei“ zum ersten Mal einen Bundestagsabgeordneten stellen. Ein Triumph auch für Parteigründer und Satire-Star Martin Sonneborn. 
Doch bis Berlin oder gar Brüssel denken Link, Pietsch und Haubrich noch nicht.

thor Betzdorf/Kirchen/Daaden. Die erste Überraschung ist da, als im Video-Chat die Bilder aufploppen: Christian Link und Sven Pietsch sind ganz offensichtlich alles andere als sturzbetrunken. Bei Dustin Haubrich steht das nicht genau fest, er ist lediglich per Ton zugeschaltet. „Wer hat denn gesagt, dass ich nüchtern bin?“, hört man es vielsagend aus Daaden. Denn das Trio hätte schließlich allen Grund, über Tische und Bänke zu tanzen. Es ist schließlich ein Feiertag: Mit Überläufer Marco Bülow (früher SPD) wird „Die Partei“ zum ersten Mal einen Bundestagsabgeordneten stellen. Ein Triumph auch für Parteigründer und Satire-Star Martin Sonneborn. 
Doch bis Berlin oder gar Brüssel denken Link, Pietsch und Haubrich noch nicht. Sie treten an, einen eigenen Kreisverband von „Die Partei“ zu gründen. Eigentlich hätte das schon am 8. November geschehen soll, dann kamen die neuerlichen Corona-Einschränkungen. Der Elan der Neu-Politiker um den designierten Vorsitzenden Christian Link (Herdorf) hat darunter allerdings nicht gelitten.
Dabei stellt sich die Frage: Braucht der Kreis Altenkirchen überhaupt noch eine Partei, vor allem „Die Partei“, ist das politische Spektrum von den Linken bis zur AfD doch eigentlich komplett abgedeckt. Die Antwort des Kircheners Pietsch ist eindeutig: „Weil wir eine sehr gute Partei sind. Und weil man die anderen nicht wählen kann.“ Er persönlich fühle sich auf politischer Ebene zu wenig informiert und wisse oft nicht, wann, was und wieso entschieden worden sei. Gutes Beispiel in Kirchen sei die Klotzbach. Es könne doch nicht sein, dass man erst nach zwei Jahren bemerke, dass die Gullys zu klein seien, so Pietsch.

„Wir brauchen eine Partei, der man vertrauen kann“

„Wir brauchen eine Partei, der man vertrauen kann“, sagt Link. Er war früher mal bei den Piraten, hatte dort aber nicht das Gefühl, etwas bewegen zu können. Das soll sich jetzt ändern. Mitstreiter Haubrich verspricht eine Präsenz „rund um die Uhr“. Und: „Wir werden nicht nur vor der Wahl für die Menschen da sein.“ Für die einfachen Menschen. Genau, pflichtet Link mit Blick auf Herdorf bei. Man werde es nicht so machen wie Stadtbürgermeister Uwe Erner, „der alte Schleimbeutel“, und vor der Wahl um die Gunst der Senioren am „Stegelchen“ werben, nein, man werde den älteren Herrschaften direkt beim Ausfüllen der Stimmzettel helfen.
Dabei kennt „Die Partei“ wenig Berührungsängste: So hat man nach Angaben von Link in Herdorf auch schon Kontakt zu den Grünen aufgenommen, um sich an der jährlichen Müllsammelaktion zu beteiligen. Sogar bei einer Video-Diskussion der CDU habe man reingeschaut. Überhaupt sei grundsätzlich eine Kooperation mit allen anderen Parteien möglich – nur nicht mit der AfD. „Das ist keine Partei, das ist ein Zustand.“ Das ist sich das Trio einig. So könne auch jeder in der „Partei“ mitmachen. „Nur keine Nazis.“
Nun ist Parteigründer Sonneborn ein Befürworter einer neuen Mauer zwischen Ost und West, kann sich „Die Partei“ so etwas auch vor Ort vorstellen, etwa zwischen Herdorf und Daaden? Link überlegt kurz und schüttelt dann den Kopf: „Nein, eher zwischen Herdorf und Dermbach.“ Dass man als junger Herdorfer mehr Transparenz in der Politik fordert, mag hingegen wenig überraschen – es ist eines der ganz großen Themen der „Partei“. Mit ihr soll es jedenfalls keine Geheimniskrämerei und keine Mauschelei geben – und daher auch keine nicht-öffentlichen Sitzungen. Haubrich kündigt schon mal an, sich ein Vorbild an Sonneborn zu nehmen, der ständig auch die Abstimmungsergebnisse aus dem Europaparlament genau aufschlüsselt. „Wir werden ebenfalls alle Ergebnisse nach außen bringen.“
(Sitzungs-)Geld ist jedenfalls nichts die Antriebsfeder für die Nachwuchspolitiker. Sagen sie. Und auch da orientiert man sich am großen Parteigründer: Politiker sollten genauso viel verdienen wie Hartz-IV-Empfänger. Gleichwohl sei man offen für jede Form von Spenden, man müsse schließlich Eigenkapital in Form von Plakaten, Kugelschreibern und Stickern aufbauen.

Bekanntheitsgrad im AK-Land steigern

Ziel ist nun erstmals einen Kreisverband zu etablieren, um damit den Bekanntheitsgrad im gesamten AK-Land zu steigern. Irgendwann, so die Vision, soll es auch eigene Ortsverbände geben. Dabei ist man zunächst einmal auf die nächste größere Wahl fixiert. „Wir wollen in den Landtag“, stellt Link klar. Dafür hat man auch schon Unterschriften gesammelt, wobei der Herdorfer eingestehen muss, dass vor allem Ältere meist nicht wussten, mit wem sie es da zu tun hatten. Letztlich zählt für die „Partei“ aber kein Alter: „Eine Stimme für uns ist eine Stimme für uns“, bringt es Link auf den Punkt.
Wer sich der Truppe anschließen und nicht gänzlich spaßbefreit ist, kann gerne mitmachen. Anfragen an c.link@parteimail.de per E-Mail. Weitere Infos unter www.facebook.com/parteikvak/ oder bei Instagram: parteiak.

Treten an, um die Parteienlandschaft im Kreis Altenkirchen etwas aufzumischen: Ute Stinner, Christian Link, Dustin Haubrich und Ann-Kathrin Link (v. l.).
Mitgründer Sven-Christian Pietsch.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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