Die verlorene Ehre der Frau Blum

25-Jährige unterschlägt ec-Karte: Geldstrafe

damo Betzdorf. Die Versuchung war zu groß für Anna T. (Name geändert), eine alleinerziehende Mutter in Geldnöten. Die 25-Jährige aus der VG Kirchen wohnt im Erdgeschoss zur Miete; über ihr lebt eine alte Dame mit Betreuerin. Im gemeinsamen Hausflur entdeckt Anna T. dann eines Morgens einen Brief von der Bank – adressiert an die alte Dame. Anna T. öffnet den Umschlag. Sie findet eine ec-Karte. Geldnot. Drei Kinder. Offene Rechnungen. In der Hand eine fremde ec-Karte. Und im Kopf eine Idee.

Anna T. greift zu Stift und Papier und schreibt sich selbst eine Vollmacht. Natürlich nicht auf ihren Familiennamen. Anna T. nennt sich »Blum« – und verliert ihre Ehre: Sie geht zur Bank, erzählt von einer Krankheit der alten Dame und hebt 600 Euro ab. Den Beleg unterschreibt sie abermals mit »Blum«. Alles scheint geklappt zu haben – hat es aber nicht, denn gestern saß die junge Mutter reumütig auf der Anklagebank des Betzdorfer Amtsgerichts.

Die Bankangestellte schöpft nämlich doch noch Verdacht; die Unterschrift kommt ihr verdächtig vor. Ein Anruf bei der Betreuerin der alten Dame ergibt: Es hat nie eine Vollmacht für eine Frau Blum gegeben. Weil dann auch noch das Fehlen der neuen Kreditkarte auffällt, grenzt sich der Kreis der Verdächtigen schnell ein. Und die Personenbeschreibung, die die Bankangestellte liefert, passt perfekt auf Anna T.

Die gab dann gestern auch alle Vorwürfe – Diebstahl, Verletzung des Briefgeheimnisses, Betrug und zweifache Urkundenfälschung – prompt zu. Auch in einem weiteren Fall zeigte sie sich geständig: Im Foyer der Sparkasse Niederschelden hat sie einen Rucksack einer anderen Kundin gestohlen.

Vor allem aber der Fall mit der ec-Karte zeige ein hohes Maß an krimineller Energie: Die Tat sei geplant und nicht etwa spontan gewesen, wertete Richter Dr. Orlik Frank. »Ohne das Geständnis hätte man auch an eine Freiheitsstrafe denken können«, fügte der Richter hinzu. Staatsanwalt Bernhard Ersfeld wertete sowohl das Geständnis als auch die angespannte finanzielle Lage der Angeklagten als schuldmindernd und forderte 90 Tagessätze zu je 5 Euro. Dr. Frank folgte diesem Antrag.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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