SZ-Plus

IG Metall spricht von konjunktureller Krise
„Die Zeiten werden härter“

40 Jahre bei der IG Metall: Dafür gab es für Claudia Schuhen Blumen und Trikot aus den Händen von Uwe Wallbrecher. Foto: thor
  • 40 Jahre bei der IG Metall: Dafür gab es für Claudia Schuhen Blumen und Trikot aus den Händen von Uwe Wallbrecher. Foto: thor
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor Alsdorf. Uwe Wallbrecher war schon mal deutlich besser gelaunt. In der Tat hatte es schon Delegiertenversammlungen der IG-Metall-Geschäftsstelle Betzdorf gegeben, die unter positiveren Rahmenbedingungen stattfanden. Am Mittwoch am späten Nachmittag hatte der 1. Bevollmächtigte im „Haus Hellertal“ allerdings keinen Grund, in Jubel-Arien auszubrechen. „Die Zeiten werden härter“, sagte Wallbrecher im Verlauf seines Geschäftsberichts, der diesmal anders und vor allem kürzer ausfiel.

In der Tat haben sich auch über der heimischen Region dunkle Konjunkturwolken zusammengezogen. Und kriselt die Wirtschaft, kriselt die IG Metall. Auch dieser Zusammenhang wurde nicht unter den Teppich gekehrt.

thor Alsdorf. Uwe Wallbrecher war schon mal deutlich besser gelaunt. In der Tat hatte es schon Delegiertenversammlungen der IG-Metall-Geschäftsstelle Betzdorf gegeben, die unter positiveren Rahmenbedingungen stattfanden. Am Mittwoch am späten Nachmittag hatte der 1. Bevollmächtigte im „Haus Hellertal“ allerdings keinen Grund, in Jubel-Arien auszubrechen. „Die Zeiten werden härter“, sagte Wallbrecher im Verlauf seines Geschäftsberichts, der diesmal anders und vor allem kürzer ausfiel.

In der Tat haben sich auch über der heimischen Region dunkle Konjunkturwolken zusammengezogen. Und kriselt die Wirtschaft, kriselt die IG Metall. Auch dieser Zusammenhang wurde nicht unter den Teppich gekehrt. Denn Wallbrecher musste den Delegierten berichten, dass die Mitgliederzahlen zuletzt wieder rückläufig waren. „Wir spüren die Krise auch in der Geschäftsstelle“, sagte der Bevollmächtigte. Denn es sei schwierig, Mitglieder zu halten bzw. zu rekrutieren, wenn in den Betrieben ein schleichender Personalabbau vonstatten gehe. So ist die Zahl der organisierten „Metaller“ im Zuständigkeitsbereich der Geschäftsstelle auf rund 5200 gesunken.

Nach Auskunft von Wallbrecher hätten in den meisten Unternehmen der Metallbranche die Leiharbeiter schon gehen müssen, Befristungen würden nicht oder nur punktuell verlängert. Und so langsam merke man auch, dass bei den festangestellten Mitarbeitern ein Abbau vorbereitet werde. Auf Nachfrage der Siegener Zeitung berichtete Wallbrecher, dass es bei den heimischen Automobilzulieferern einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 20 Prozent gebe.

Der 1. Bevollmächtigte rief die Delegierten dazu auf, „Vollgas“ bei der Mitgliederwerbung zu geben. Gerade auch bei den Auszubildenden „sieht es mager aus, da waren wir schon mal besser“. Was Wallbrecher in diesem Zusammenhang nicht erwähnte: Auch die Geschäftsstelle Betzdorf der IG Metall war personell schon besser aufgestellt, auch das wirkt sich offenbar mittlerweile aus.

Dass man durchaus junge Menschen erreicht, war bei Gewerkschaftssekretärin Nicole Platzdasch zu hören. Sie berichtete von verschiedenen Aktionen, so z. B. von der momentan laufenden „Roadshow“. Leider habe man in dieser Woche beim Besuch der Berufsbildenden Schule auf dem Molzberg aus Gesprächen erfahren, dass viele Betriebe in der Region ihre Azubis regelrecht ausnutzen würden, gerade was zusätzliche Arbeit angehe.

Platzdasch informierte auch über das gemeinsame Projekt mit der IGS Betzdorf/Kirchen (die SZ berichtete). Denn wenn der Besuch von Banken, Krankenkassen und Arbeitgebern in den Schulen als normal angesehen werde, dann müsse das auch für Gewerkschafter gelten. So feierte der mit den Protagonisten aus den 9. Klassen gedrehte Film „Future nicht nur am Freitag“ seine Premiere.

Mit dabei waren übrigens auch wieder Vertreter von Riva-HES aus Trier und Horath, die sich mittlerweile in der 16. Streikwoche befinden und weiter um einen Tarifvertrag kämpfen. Im Rahmen ihrer „Europa-Tour“ waren sie erneut von Wallbrecher eingeladen worden.

Begonnen hatte die Delegiertenversammlung übrigens mit einer ganz besonderen Ehrung: Claudia Schuhen arbeitet seit mittlerweile 40 Jahren für die IG Metall Betzdorf – das hat noch niemand vor ihr geschafft. Für die Wehbacherin gab es vonseiten des Vorstand einen großen Blumenstrauß und ein eigenes Trikot. Selbstverständlich vom BVB. Bezirkssekretär Mathias Ebenau referierte zudem noch zum Thema „Tarifbindung: Fläche und Betrieb“.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen