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Ständig Autodiebstähle im Westerwald
Diebe knacken reihenweise BMW Keyless-go

Diebe reißen sich im Westerwald immer wieder teure BMW-Modelle mittels Keyless-go-Technik unter den Nagel.
  • Diebe reißen sich im Westerwald immer wieder teure BMW-Modelle mittels Keyless-go-Technik unter den Nagel.
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dach Kreis Altenkirchen. Immer wieder BMW-Modelle, immer wieder Autos mit Keyless-go-Technik: Diebstähle von recht neuen Wagen aus der Münchener Premiumschmiede häufen sich seit einiger Zeit. Auffallend oft machen Langfinger im und rund um den Westerwald derzeit fette Beute.

Ende Januar hatte die Polizei bereits gewarnt: Binnen drei Monaten seien im AK-Kreis sieben Karossen mit dem weiß-blauen Emblem gestohlen worden. Einen Monat später hieß es vonseiten der Beamten wieder: „Pkw ohne Schlüssel geklaut“. In Raubach bei Dierdorf war ein X4 im Wert von 32 000 Euro einfach so „mitgenommen“ worden. Am 4. März traf es einen 320d (25 000 Euro) in Pleckhausen, Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld. Das geht munter so weiter, Beispiele: In der Nacht zum 19.

dach Kreis Altenkirchen. Immer wieder BMW-Modelle, immer wieder Autos mit Keyless-go-Technik: Diebstähle von recht neuen Wagen aus der Münchener Premiumschmiede häufen sich seit einiger Zeit. Auffallend oft machen Langfinger im und rund um den Westerwald derzeit fette Beute.

Ende Januar hatte die Polizei bereits gewarnt: Binnen drei Monaten seien im AK-Kreis sieben Karossen mit dem weiß-blauen Emblem gestohlen worden. Einen Monat später hieß es vonseiten der Beamten wieder: „Pkw ohne Schlüssel geklaut“. In Raubach bei Dierdorf war ein X4 im Wert von 32 000 Euro einfach so „mitgenommen“ worden. Am 4. März traf es einen 320d (25 000 Euro) in Pleckhausen, Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld. Das geht munter so weiter, Beispiele: In der Nacht zum 19. Juni diesen Jahres war es ein 650i in Rott bei Flammersfeld, eine Woche später meldet die Polizei die „Fahrzeugkomplettentwendung“ eines BMW X3 in Dernbach.

Ganz aktuell ist ein Fall aus Wissen. In der Nacht zu Mittwoch ist ein 520d von einem Stellplatz eines Grundstücks an der Otto-Hahn-Straße verschwunden, Kennzeichen: AK-SH 719.

Keine Frage: Autodiebe haben das von BMW verwendete System Keyless-go geknackt – und machen munter Gebrauch von ihren erworbenen Kenntnissen. Zum Fall in Wissen melden die Beamten, dass die Täter vermutlich mit einem Funkwellenverlängerer das Signal zwischen dem Auto und dem Schlüssel verstärkt haben und so das Fahrzeug wegfahren konnten.

Keyless-go heißt dabei: Der Schlüssel sendet Funkwellen aus, die bei jedem Auto mit einer anderen Kennung versehen sind. Erkennt das Auto „seinen“ Code, entriegelt es automatisch die Türschlösser und lässt sich auch starten.

Genau diesen Service machen sich nun Langfinger in der Region reihenweise zunutze – auch wenn BMW auf eine Anfrage der SZ darauf verweist, dass Fahrzeugdiebstähle in Deutschland generell massiv zurückgegangen seien, in den vergangenen 20 Jahren um 83 Prozent. „Das zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken“, schreibt ein Sprecher des Autoherstellers. Andererseits muss auch er zugeben: „Wir haben Kenntnis davon, dass es in der Region Westerwald derzeit einen Schwerpunkt von Fahrzeugdiebstählen gibt.“

Doch sind die Fahrzeuge, allesamt noch nicht sonderlich alt, nicht mit solch einer Technik ausgestattet, dass BMW sie mit Leichtigkeit orten kann? „Bei der BMW Group gibt es einen eigenen Themenbereich ,Fahndungsunterstützung’, der die Behörden mit verschiedenen Maßnahmen unterstützt“, heißt es dazu recht schmallippig aus München. Und das Polizeipräsidium Koblenz schweigt sich zu dieser Frage gleich ganz aus: Man werde sich nicht an Gerüchten beteiligen und die SZ solle sich in dieser Sache doch bitte an die BMW-Zentrale wenden.

Das Bundeskriminaltamt hatte an anderer Stelle hierzu erklärt, dass viele professionelle Autodiebe sogenannte Jammer verwenden würden. Also Geräte, die ausgehende Signale von Fahrzeugen stören bzw. hemmen. Das Fazit der Bundesbeamten: Einige professionelle Täter halten der technischen Aufrüstung der Fahrzeughersteller stand.

Auch der BMW-Sprecher verweist darauf, dass nahezu alle Fabrikate auf eine vergleichbare Technik setzten. Nur: Seit November reißen Ganoven sich – über dieses Verfahren – im Großraum Westerwald eben ausschließlich Autos der Bayerischen Motoren Werke unter den Nagel. Zum Fortschritt der Ermittlungen macht die Polizei aus taktischen Gründen indes keine Angaben.

BMW entwickele die Technik ständig weiter, um „auch neue Formen des Angriffs auf Fahrzeuge unwirksam zu machen“, schreibt der Konzern auf Anfrage. Für einige Modelle bietet der Hersteller demnach eine Nachrüstung auf neueste Technik an. Dennoch gelte, dass es mit genügend krimineller Energie, gepaart mit komplexem einschlägigem Wissen, „leider möglich ist, jedes technische System in der Tiefe seiner Konstruktion zu erfassen und letztlich auch auszuschalten“. Soll heißen: Vor einem Diebstahl gefeit ist eigentlich kein Autobesitzer.

Der Polizei bleibt nur, den betroffenen Eigentümern einige Tipps an die Hand zu geben, etwa den Fahrzeugschlüssel mit einer Aluminiumhülle abzuschirmen oder sogar die Keyless-go-Funktion vom Hersteller nachträglich komplett ausschalten zu lassen.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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