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SPD nominiert Bundestagskandidaten
Diedenhofen fordert Rüddel heraus

Martin Diedenhofen (M.) bewirbt sich ein zweites Mal für ein Bundestagsmandat. Die volle Unterstützung der beiden SPD-Kreisvorsitzenden Andreas Hundhausen (l.) und Fredi Winter hat er jedenfalls schon mal.
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thor Kreis Altenkirchen. Martin Diedenhofen nahm die besonderen äußeren Umstände mit Humor: „Beim nächsten Mal machen wir das mit Liegestühlen und Cocktails.“ Es hätte gepasst. Noch nie zuvor ist ein Bundestagskandidat der SPD-Kreisverbände Altenkirchen und Neuwied unter freiem Himmel gewählt worden – am Freitag Abend fand die Premiere in Neitersen statt. Noch dazu unter einem (seltenen) tiefblauen Westerwälder Himmel.
2017 klar verlorenDiedenhofen, 26-jähriger Student aus Erpel, wird zum zweiten Mal nach 2017 von den Sozialdemokraten ins Rennen um das Ticket nach Berlin geschickt. Damals wie heute kommt es somit zum Generationenduell. Diedenhofen tritt an, um CDU-Platzhirsch Erwin Rüddel (65 Jahre alt) das Direktmandat abzunehmen.

thor Kreis Altenkirchen. Martin Diedenhofen nahm die besonderen äußeren Umstände mit Humor: „Beim nächsten Mal machen wir das mit Liegestühlen und Cocktails.“ Es hätte gepasst. Noch nie zuvor ist ein Bundestagskandidat der SPD-Kreisverbände Altenkirchen und Neuwied unter freiem Himmel gewählt worden – am Freitag Abend fand die Premiere in Neitersen statt. Noch dazu unter einem (seltenen) tiefblauen Westerwälder Himmel.

2017 klar verloren

Diedenhofen, 26-jähriger Student aus Erpel, wird zum zweiten Mal nach 2017 von den Sozialdemokraten ins Rennen um das Ticket nach Berlin geschickt. Damals wie heute kommt es somit zum Generationenduell. Diedenhofen tritt an, um CDU-Platzhirsch Erwin Rüddel (65 Jahre alt) das Direktmandat abzunehmen. Dieser hatte sich vor vier Jahren deutlich mit 43,2 Prozent gegenüber 28,6 Prozent im Wahlkreis 197 (Neuwied) durchgesetzt. Der junge SPD-Mann heimste am Freitag 60 Stimmen der Delegierten ein, nur auf einem Zettel wurde ihm die Zustimmung verweigert.

Mehr für die Pflege tun

Doch Diedenhofen gab sich auf dem großen Freiplatz neben der Wiedhalle betont kämpferisch. Obwohl es eine wahrlich rekordverdächtig kurze Bewerbungsrede war, schließlich macht die Ausgangssperre auch vor der Politik nicht halt. In der Pandemie sehe man deutlich, wo es Nachholbedarf in Deutschland gebe, sagte der Kandidat und richtete den Blick auf das Gesundheitswesen und speziell die Pflege: „Was wir brauchen, sind endlich höhere Löhne, flächendeckende Tarifverträge und mehr Personal.“ Dabei erinnerte Diedenhofen auch nochmals an Rüddels umstrittenes Zitat, als dieser die Pflegekräfte aufgefordert hatte, besser über ihren Beruf zu reden. Das reiche eben nicht, um die Pflege aufzuwerten.

Starke Sozialdemokratie gefordert

Deutschland brauche künftig eine starke Sozialdemokratie, zeigte sich Diedenhofen überzeugt: Denn zur Wiederankurbelung der Wirtschaft würden Konservative und Neoliberale versuchen, Sparmaßnahmen auf den Rücken der kleinen Leute durchzudrücken. Gemeinsam mit den Gewerkschaften halte man dagegen: „Wir kämpfen für die ganz große Mehrheit.“

Gegen Lobby-Arbeit

Scharfe Kritik übte der Sozialdemokrat an Querdenkern, Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern – alles Kräfte jenseits des Grundgesetzes – sowie der AfD. So trete die SPD auch an, „um Blau-Braun aus den Parlamenten zu fegen“. Und natürlich ließ sich Diedenhofen die Gelegenheit nicht entgehen, auf die jüngsten „schmutzigen Geschäfte“ in Reihen der CDU hinzuweisen. Mit der SPD werde es keine bezahlten Lobby-Einkünfte mehr geben, jeder nebenher verdiente Euro müsse gespendet werden. „Wir arbeiten als Team für die Menschen.“

Diedenhofen wiederholte seine Worte, die er nach der verlorenen Wahl 2017 geäußert hatte: „Der Weg ist nicht vorbei, er hat gerade erst begonnen.“ Den Delegierten versprach er eine „tolle“ Kampagne und einen sehr engen Austausch. Die „standing ovations“ waren übrigens mangels Stühlen reine Formsache.

"Politisch noch weiter gereift"

Den ersten Zuspruch erhielt Diedenhofen von Horst Klein, Ortsbürgermeister von Neitersen und früherer SPD-Kreisvorsitzender: „Wir haben immer noch einen jungen Kandidaten, und Martin hat von seinem Elan nichts verloren, er ist politisch noch weiter gereift.“ Mit ihm, da ist Klein sicher, sei die SPD in der Region hervorragend aufgestellt.

Dank der Ministerin

Auch Ministerin und Abgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler trat kurz ans Mikro – um sich erstmal bei allen für die Unterstützung im Landtagswahlkampf zu bedanken. Die SPD habe einen fulminanten Schlussspurt hingelegt: „Das war nur durch euch möglich.“ Am 6. Mai werde man voraussichtlich die Koalitionsverhandlungen mit Grünen und FDP abgeschlossen haben. Geplant sei, dass sich der Landtag am 18. Mai konstituiere. Was die Bundespolitik anging, verkniff sich Bätzing-Lichtenthäler allzu große Häme zur Kandidatenfindung bei der Union, nur soviel war von ihr zu hören: „Es ist insgesamt kein gutes Bild für Politik.“ Fest stehe jedenfalls: „Wir müssen mit unserem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz diesen Wettbewerb nicht scheuen.“

Martin Diedenhofen (M.) bewirbt sich ein zweites Mal für ein Bundestagsmandat. Die volle Unterstützung der beiden SPD-Kreisvorsitzenden Andreas Hundhausen (l.) und Fredi Winter hat er jedenfalls schon mal.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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