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Michael Wagener verabschiedet, Berno Neuhoff vereidigt
„Du warst 24 Jahre unser Bürgermeister“

Die Überraschung ist dem scheidenden Bürgermeister anzusehen. Erster Beigeordneter Ulrich Marciniak (r.) überreichte Wagener die große Ehrenplakette der Verbandsgemeinde.
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  • Die Überraschung ist dem scheidenden Bürgermeister anzusehen. Erster Beigeordneter Ulrich Marciniak (r.) überreichte Wagener die große Ehrenplakette der Verbandsgemeinde.
  • hochgeladen von Dr. Andreas Goebel (Redakteur)

goeb Wissen. So viel Plätze wie das stolze Kulturwerk in Corona-Zeiten hergibt, so viele waren Donnerstagabend auch besetzt, als sich im Wisserland eine Zäsur vollzog. Der altgediente Bürgermeister Michael Wagener erhielt nach 24 Jahren als Chef der Wissener Verbandsgemeindeverwaltung seine Entlassungsurkunde aus der Hand von seinem Vertreter Ulrich Marciniak.

Seinen Nachfolger, den am 19. November vergangenen Jahres gewählten Berno Neuhoff konnte Wagener noch selbst vereidigen. Bis zum Monatsende ist Wagener de facto noch Bürgermeister.

Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung, Kirche, Wirtschaft und natürlich den Familien der beiden verfolgten die Feier, deren erster Teil sich an die formalen Regeln einer Verbandsgemeinderatssitzung anlehnte. Doch von Formalismus keine Spur.

goeb Wissen. So viel Plätze wie das stolze Kulturwerk in Corona-Zeiten hergibt, so viele waren Donnerstagabend auch besetzt, als sich im Wisserland eine Zäsur vollzog. Der altgediente Bürgermeister Michael Wagener erhielt nach 24 Jahren als Chef der Wissener Verbandsgemeindeverwaltung seine Entlassungsurkunde aus der Hand von seinem Vertreter Ulrich Marciniak.

Seinen Nachfolger, den am 19. November vergangenen Jahres gewählten Berno Neuhoff konnte Wagener noch selbst vereidigen. Bis zum Monatsende ist Wagener de facto noch Bürgermeister.

Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung, Kirche, Wirtschaft und natürlich den Familien der beiden verfolgten die Feier, deren erster Teil sich an die formalen Regeln einer Verbandsgemeinderatssitzung anlehnte. Doch von Formalismus keine Spur. Man wusste, was man dem einen an Dank schuldig ist und welche Hoffnung man an den anderen knüpft, der die Amtsgeschäfte in den schwierigen Zeiten von Corona und Klimawandel fortzuführen hat (weiterer Bericht folgt).

Wagener begrüßte sämtliche Ortsbürgermeister und Beigeordneten, dazu Landrat Dr. Peter Enders, dessen Vorgänger und viele Mitstreiter aus der Kreisverwaltung. Hier haben der alte und der neue Bürgermeister ihre Wurzeln. Aber auch Sparkasse, die Schulen, sämtliche Kindertagesstätten und der Aggerverband hatten ihre Leiter bzw. Leiterinnen entsendet, um Wagener Lebewohl zu sagen und Neuhoff herzlich zu begrüßen.

Nicht immer sei Bürgermeistern eine solche Feier beschieden gewesen, sagte Wagener süffisant. Nach dem Krieg hätten sie einem sogar die Entlass-Urkunde auf dem Postweg hinterher geschickt.

Erster Beigeordneter Ulrich Marciniak traf in seiner Rede den Ton. „Du warst 24 Jahre unser Bürgermeister.“ Diese einfache Aussage enthält eine Menge Komplimente, die ganz zum Ende, bevor zum Essen eingeladen wurde, alle Anwesenden mit „Standing Ovations“ quittierten.

Marciniak beschrieb Wagener als „Homo politicus“, der viele Dinge auf den Weg gebracht habe. Er sei über alle Parteigrenzen hinweg anerkannt und respektiert und passe nicht in die üblichen Kategorien, fand der Redner.

Wagener habe stets das Gemeinsame gesucht anstatt das Trennende zu betonen. Er packe an. Bei allem sei er auch ein überzeugter Katholik.

Das Gewerbegebiet Frankenthal, die Umwandlung der Hoesch-Hallen zusammen mit Ulrich Brucherseifer (der ebenfalls geladen war), der Regio-Bahnhof, die Sanierung des Schwimmbads und das Kulturwerk waren einige Wegmarken seines Schaffens. Als herausragende menschliche Eigenschaft nannte Marciniak Wageners Bürgernähe. „Du hast die seltene Gabe, unbeschwert auf Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“ Als Überraschung erhielt Wagener die große Ehrenplakette der Verbandsgemeinde überreicht. Das hatte man in einer Eilentscheidung so beschlossen.

Landrat Dr. Enders sah in Wagener wie in Neuhoff „zwei Männer, die besonnen und unaufgeregt ihre Aufgaben wahrnehmen“. Wagener habe ihn, Enders, schon mit juristischem Sachverstand beraten, als er zusammen mit anderen jungen Leuten in den Ortsgemeinderat Eichen einsteigen wollte.

Von Aloysius Söhngen, dem Vors. des Gemeinde- und Städtebundes RLP, erhielt der Scheidende eine Ehrenurkunde. Kollege Fred Jüngerich, der für die hauptamtlichen Bürgermeisterkollegen im Kreis sprach, arbeitete den „preußischen Beamten“ in Wagener heraus und seine Affinität zu den Idealen Freiherr vom Steins.

Hut ab auch vor 18 Jahren Doppelbelastung als Stadt- und VG-Bürgermeister. Hermann-Josef Selbach drückte den Dank der politischen Fraktionen aus, Hubert Wagner den der Ortsbürgermeister-Kollegen. Und als „souveränen Kapitän“ bezeichnete ihn Personalratsvorsitzender Michael Herzog.

Richtig beschämt sei er ob der vielen persönlichen Worte und des Lobes, sagte Wagener zum Abschluss, sichtlich gerührt. „Es war eine tolle Zeit. Auch dieser Tag hat Spaß gemacht. Ihr werdet mir alle sehr fehlen.“ <chartag shortcut="z-Autor" tag="autor-7p">Andreas Goebel</chartag>

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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