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Trockenheit und Brandgefahr
Ein Löschteich zum Schutz des Waldes

Vor drei Jahren mussten die Feuerwehren bei einem Waldbrand zwischen Scheuerfeld und Dauersberg Schwerstarbeit leisten – was auch daran lag, dass hunderte Meter Schlauchleitungen bis zum nächsten Hydranten verlegt werden mussten.
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  • Vor drei Jahren mussten die Feuerwehren bei einem Waldbrand zwischen Scheuerfeld und Dauersberg Schwerstarbeit leisten – was auch daran lag, dass hunderte Meter Schlauchleitungen bis zum nächsten Hydranten verlegt werden mussten.
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thor Bruche/Scheuerfeld. Es ist eine neue Idee mit einem uralten Hintergrund: Die Haubergsgenossenschaft Bruche/Scheuerfeld würde gerne in ihrem Gebiet einen Löschteich anlegen. Dabei sind diese Art der Wasserspeicher eigentlich seit über 100 Jahren komplett „aus der Mode“ gekommen, die zentrale Leitungsversorgung hat schließlich die Eimerketten überflüssig gemacht. Doch der Klimawandel könnten den Teichen zu einer kleinen Renaissance verhelfen. Denn tief in den (trockenen) Wäldern des Siegerlands und Westerwaldes ist das so eine Sache mit dem direkten Hydrantenanschluss.

Konrad Theis, inzwischen seit sage und schreibe 57 Jahren Haubergsvorsteher, beschäftigt sich schon länger mit dieser Idee. Wenn einer ein ganz feines Gespür für die Entwicklung im Wald hat, dann ist es der Brucher.

thor Bruche/Scheuerfeld. Es ist eine neue Idee mit einem uralten Hintergrund: Die Haubergsgenossenschaft Bruche/Scheuerfeld würde gerne in ihrem Gebiet einen Löschteich anlegen. Dabei sind diese Art der Wasserspeicher eigentlich seit über 100 Jahren komplett „aus der Mode“ gekommen, die zentrale Leitungsversorgung hat schließlich die Eimerketten überflüssig gemacht. Doch der Klimawandel könnten den Teichen zu einer kleinen Renaissance verhelfen. Denn tief in den (trockenen) Wäldern des Siegerlands und Westerwaldes ist das so eine Sache mit dem direkten Hydrantenanschluss.

Konrad Theis, inzwischen seit sage und schreibe 57 Jahren Haubergsvorsteher, beschäftigt sich schon länger mit dieser Idee. Wenn einer ein ganz feines Gespür für die Entwicklung im Wald hat, dann ist es der Brucher. Und nachdem oberhalb von Bruche und Scheuerfeld in den vergangenen Jahren gleich Feuer ausgebrochen waren, wurde aus der Vision ein festes Vorhaben. Denn allein bei dem Brand im Bereich der Gemarkung „Baerhof“ unterhalb von Dauersberg mussten die Feuerwehren 2018 rund 1800 Meter an Schlauchleitungen verlegen. Was für ein enormer und vor allem zeitintensiver Aufwand.

Zwei Bäche zur Auswahl

Nun braucht ein Löschteich zunächst einmal eins: Wasser. Geht es nach der Haubergsgenossenschaft, sollte man dafür entweder den Scheuerfelder oder den benachbarten Elscher Bach nutzen, wobei letzterer momentan noch der Favorit ist, obwohl er weniger Wasser führt. Aber hier gibt es eine Senke, in der früher eine kleine Wiese bewirtschaftet wurde. Mit relativ wenig Aufwand, so Theis, könnte hier ein Damm angeschüttet werden. Vor allem aber müssten kaum Bäume gefällt werden. Für die Arbeiten (zum Selbstkostenpreis) stünde theoretisch schon eine Baufirma aus der Region parat, mit der die Haubergsgenossen schon sehr gut beim Wegebau kooperieren.

"Wir wollen uns damit kein Denkmal setzen, wir brauchen das dringend für die Natur."
Konrad Theis
Haubergsvorsteher

Theis stellt klar, dass hier keine neue Talsperre entstehen soll, sondern ein möglichst naturbelassener Teich, der auch einen neuen Lebensraum für Amphibien und andere Tierarten bieten könnte: „Wir wollen uns hier kein Denkmal setzen, wir brauchen das dringend für die Natur.“ Für die privaten Waldbesitzer steht fest, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das nächste Feuer ausbricht. „Es geht dann auch um den Wald der Zukunft, der geschütz werden muss.“ Die Haubergsgenossenschaft Bruche/Scheuerfeld steht wie viele andere vor einem gewaltigen Umbruch. Infolge der Schäden durch Trockenheit und Käfer hat sie mit 70 Hektar fast die Hälfte ihres Bestandes verloren.

Nachhaltig und langfristig

Theis und seine Vorstandskollegen wollen nun die zuständigen Behörden, aber auch angrenzende Grundstücksbesitzer, die Feuerwehren und Inhaber von Fischereirechten über ihre Pläne informieren. Sie rechnen ohnehin nicht mit einer Genehmigung von heute auf morgen. Das Aufstauen bzw. Befüllen selbst dürfte einige Monate in Anspruch nehmen. Wie der Waldumbau selbst ist das Projekt eher nachhaltig und langfristig ausgelegt.

Haubergsvorsteher Konrad Theis vor der Senke, in der ein neuer Löschteich entstehen könnte.
  • Haubergsvorsteher Konrad Theis vor der Senke, in der ein neuer Löschteich entstehen könnte.
  • Foto: Thorsten Stahl
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

Die Brucher und Scheuerfelder sind mit derartigen Überlegungen übrigens nicht allein. Auch andernorts wird darüber nachgedacht, wie Wasser sinnvoller genutzt werden kann. Das beste Beispiel dafür ist derzeit Mudersbach, wo das Wasservorkommen der „Grube Ecke“ wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Dass diese Diskussion geführt werden muss, zeigt in dieser Woche der Blick aufs Thermometer im Garten oder auf dem Balkon.

Vor drei Jahren mussten die Feuerwehren bei einem Waldbrand zwischen Scheuerfeld und Dauersberg Schwerstarbeit leisten – was auch daran lag, dass hunderte Meter Schlauchleitungen bis zum nächsten Hydranten verlegt werden mussten.
Haubergsvorsteher Konrad Theis vor der Senke, in der ein neuer Löschteich entstehen könnte.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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