Ein Prinz aus dem Ausland

Scheuerfelder „liehen”–sich Rudi I. aus Wallmenroth aus – Kapitän des Wikingerschiffes

Scheuerfeld. „Wir fahren mit unserer Prinzengaleere über alle Narrenmeere” – unter diesem Motto steuert der neue Karnevalsprinz des Karnevalsvereins Scheuerfeld (KVS), Rudi I (Herwig; alias „DJ Brüllwürfel”), das Narrenschiff (der Prinzenwagen soll ein Wikinger-Schiff werden) durch die fünfte Jahreszeit. Jetzt, sieben Tage vor dem 11.11., der Sessionseröffnung, hat der KVS seine neue Tollitäten aufs Schild gehoben.

„Scheuerfeld, kipp’n ronner”

Die Gäste in der vollbesetzte Hellgoldhalle ließen immer wieder den Ruf „Scheuerfeld, kipp’n ronner” erschallen, ab und an waren auch „Rudi”-Rufe zu hören. Die Proklamation war diesmal ungewöhnlich früh angesetzt. Den Grund erklärte Sitzungspräsident Reiner Hollmann, der unter den Gästen auch Ortsbürgermeister Franz Karst und kfd-Sitzungspräsidentin Anneliese Dohm begrüßte: Der KVS hatte bislang seine Regenten am letzten Samstag im November gekrönt. In diesem Jahr gibt es jedoch nur drei Adventssonntag. Deshalb hatten sich der KVS und dessen befreundete Vereine, die waren zur Proklamation gekommen, die Veranstaltung vorverlegt – das tat der Feier keinen Abbruch.

Prinz Rudi I. und Prinzessin Tanja II.

„Wir hatten schon viele Prinzen aus dem Ausland”, sagte Präsident Peter Müller, „aber noch keinen aus diesem Ausland.” Das „Ausland”, das er meinte, liegt nicht irgendwo in Übersee, sondern nur „über den Fluß” (Sieg): Der neue Prinz Rudi I. und Prinzessin Tanja II. (John) kommen aus dem Nachbarort Wallmenroth. Das Prinzenpaar mit Adjudant Bruno Lück waren begleitet von der wohlbekannten Guggenmusik der „Siegheuler” und unter dem Jubel der Besucher in die Hellgoldhalle einzogen. Die „Siegheuler” (Müller: „Sie sind eine feste Größe geworden.”) zogen nach der Krönung zu Ehren der neuen Tollitäten noch einmal alle Register. Die 35 Musiker verzauberten dabei mit Schweizer Klängen und brasilianischen Rhythmen – viele Besucher tanzten dabei auf den Stühlen mit. Doch bevor Müller das Prinzenpaar gekrönt und Prinz Rudi aus der Hand von Ortsbürgermeister Karst den „Amtsschlüssel” entgegen nahm, stand noch einmal das Millenniums-Prinzenpaar im Rampenlicht.

Alles viel zu kurz gewesen

Für Prinz Maik I. (Leistikow) und ihre Lieblichkeit Jasmin I. (Härtel) hieß das aber auch Abschied nehmen von Amt und Würden. „Das ist immer eine traurige Angelegenheit”, sagte Müller, selbst ein Ex-Prinz. „Ein Prinzenpaar, das sich so engagiert hat, hatten wir selten”, dankte der Präsident den scheidenden Tollitäten, aber: „Ihr habt Pech gehabt, denn sonst ist der KVS mit der Proklamation immer ganz zum Schluss dran”, sagte Müller. Deshalb kommt das alte Prinzenpaar nun nicht in den Genuss, als Repräsentanten mit zu den Proklamationen der befreundeten Vereine zu fahren. Das bedauerte auch der scheidende Prinz Maik I.: „Auf diese vier Wochen hatte ich mich mit am meisten gefreut.” Zurückblickend auf die nun ablaufende Regentschaft stellte er fest: „Es war ein wundeschöne Zeit, die wir nicht vergessen werden.” Er dankte dafür, dass die Leute in der Session hinter ihm gestanden haben und wünschte dies auch seinem Amtsnachfolger. „Ihr habt ein Jahr gethront wie die Pharaonen, dafür müssen wir euch belohnen”, sagte Alexander Lück von der Prinzengarde. Er überreichte als „Denkmal” eine Lampe als Pyramide. Die Nachwuchstänzerinnen, die „Bambinos”, verabschiedeten sich von Jasmin I. mit jeweils einer Rose. Danach tanzten die „Bambinos” zu flotter Marschmusik.

Daniel I. (Wehlmann) aus Scheuerfeld

Karst dankte dem scheidenden Prinzenpaar für die gute Darstellung der Gemeinde nach außen und schloss auch den bisherigen Kinderprinzen Julian I. (Belz) in seinen Dank ein. Dieser war wegen einer Judo-Meisterschaft verhindert. Sein Nachfolger ist Daniel I. (Wehlmann) aus Scheuerfeld. Den 12-Jährigen wird als Kinderprinzessin die 10-jährige Melina I. (Hoffmann) aus Montabaur durch die Session begleiten. Zu sehen gab es auch zwei Solotänzerinnen, die mit bisweilen akrobatischen Einlagen glänzten. Während die 17-jährige Bianca Alhäuser bereits im Vorjahr ihr Solo-Debüt gab, war diesmal ihre neunjährige Schwester Vanessa mit der Premiere an der Reihe - und die befand das Publikum für „Spitze”. Alleinunterhalter Marco Pecere sorgt mit Stimmungsliedern wieder für beste Unterhaltung. rai

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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