Eine Entscheidung fürs Leben

Am 15. Dezember können an der Christophorusschule in Bruche Kinder angemeldet werden

ruth Bruche. Am 15. Dezember ist an der Christophorusschule Schulanmeldung. Von 16 bis 19 Uhr besteht für alle Eltern die Möglichkeit, ihr Kind an dieser Schule anzumelden. Klingt eigentlich langweilig. Diese drei Stunden können jedoch für Kinder unter Umständen die wichtigsten ihres Lebens werden, verändern sie doch ihr bisheriges Leben total. Der so genannte »Ernst des Lebens« beginnt unwiderruflich.

Da Kinder mit sechs Jahren noch keine Entscheidung über ihren späteren Werdegang treffen können, müssen die Eltern die erste Weichenstellung für ihr Kind übernehmen. Schon jetzt stehen die Eltern vor der Wahl: Schicke ich mein Kind auf eine Ganztagsschule oder eine »ganz normale« Schule? Oder braucht mein Kind gar eine besondere Förderung? In welchem Schulbezirk soll mein Kind zur Schule gehen? Wo fühlt es sich wohler, welche Schule ist einfacher zu erreichen?

Für berufstätige Eltern ist das Angebot einer Ganztagsschule verlockend. Für einen monatlichen Beitrag in Höhe von 35 Euro sind ihre Sprösslinge den ganzen Tag über gut versorgt und genießen ein sorgfältig ausgewähltes pädagogisches Angebot.

Der Tag in einer Ganztagsschule: Der Unterricht beginnt um 8 Uhr und endet um 12 Uhr. Danach ist noch eine Spielpause. Um 12.15 Uhr gibt es Mittagessen. Im Anschluss daran werden Zähne geputzt und die Kinder haben bis 14 Uhr Spielzeit. Von 14 bis 14.45 Uhr werden Hausaufgaben gemacht. Nach den Hausaufgaben können Kinder je nach Angebot spielen, basteln, turnen oder singen. Um 16 Uhr endet der »Ganztag« und die Schulbusse bringen die Kinder wieder nach Hause. Das Angebot der Ganztagsschule ist bis auf das Mittagessen kostenfrei. Das Mit–tagessen kostet zurzeit 2,50 Euro pro Tag. Innerhalb der Verbandsgemeinde Betzdorf werden die Kosten für die Busfahrt vom Kreis getragen.

»Falls im kommenden Schuljahr eine ganze Klasse mit Ganztagskindern eingerichtet werden kann, wird sich der Ablauf des Schulvormittags und des Nachmittags etwas anders gestalten«, sagt Konrektorin Ute Mülling. »Dann haben wir noch ganz andere Möglichkeiten«. Wer dazu näheres erfahren möchte, sollte sich den 19. Januar 2004 im Kalender vormerken. Dann nämlich bietet die Schulleitung um 20 Uhr in der Schule einen ausführlichen Informationsabend an.

Besonders interessant wird die Christophorusschule für Eltern, die ein Kind mit Lernbeeinträchtigungen haben und eine besondere pädagogische Förderung benötigen. Dazu muss zunächst ein Gutachten erstellt werden, ob es für das Kind einen Förderbedarf im Sinne eines Förderschwerpunktes der verschiedenen Sonderschulformen gibt (Förderschwerpunkte: ganzheitliche Entwicklung, Lernen, motorische Entwicklung, sinnesbehinderte oder sozial-emotionale Entwicklung etc.). Wenn Eltern danach einen integrativen Unterricht für ihr Kind wünschen und beantragen, wird zunächst von der Schulbehörde geprüft, ob an einer Schule in zumutbarer Entfernung die organisatorischen, räumlichen und personellen Möglichkeiten gegeben sind.

Mit großem Erfolg bietet die Christophorusschule schon seit einigen Jahren das Modell des integrativen Unterrichts an. Dabei werden lernbehinderte Kinder in eine »ganz normale« Klasse integriert. Davon profitieren alle Kinder, denn: Schulklassen mit lernbehinderten Kindern werden doppelt besetzt. Jeweils zwei Pädagogen leiten den Unterricht. Dass diese beiden ein eingespieltes Team sein müssen, ergibt sich fast von selbst.

Hatten anfangs noch einige Eltern Bedenken, dass ihr Kind in der selben Klasse mit lernbehinderten Kindern ist, so hat sich dies inzwischen völlig geändert. »Mittlerweile muss ich einigen Eltern bei der Anmeldung mitteilen, dass es mir leid tut, dass ihr Kind nicht mehr in einer Klasse mit zwei Lehrern sein kann«, erzählt Konrektorin Ute Mülling. Das »duale System« habe sich eindeutig als Vorteil für die Kinder heraus gestellt. Während der Testphase konnten Eltern sogar noch wählen, in welche Klasse sie ihr Kind schicken wollen. Das ist heute allerdings nicht mehr möglich.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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